Radio fühlt sich diskriminiert

25. Juli 2012, 17:18
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Lounge FM erinnert an Behördenforderung

Wien – Das halbjährliche Jubeln hat längst eingesetzt über die Ergebnisse des Radiotests. Tagesreichweiten, Marktanteile, wochentags oder in der ganzen Woche, bei Hörern ab zehn Jahren, in der Werbe- oder sonst einer Zielgruppe: Da findet praktisch jeder Sender eine Kategorie zum Feiern.

Auch Florian Novak, Chef und Mitgesellschafter von Lounge FM, dürfte jubeln. Bis Donnerstag, 12 Uhr, darf er keine Daten verraten, aber er rechnet mit "so vielen Hörern wie nie". Dennoch nimmt er die Daten über das erste Halbjahr 2012 zum Anlass für Kritik am Radiotest.

Der Grund seines Grants ist, wie er findet, "Diskriminierung": Seit zwei Jahren ist Lounge FM bis auf zwei Unterbrechungen in Wien zu hören. Weil das Programm aber auf einer Serie zeitlich befristeter Eventlizenzen ausgestrahlt wird, fragt GfK Lounge FM nicht gestützt ab. Gestützt bedeutet, dass der Interviewer den Namen des Senders nennt – wie den von fast zwei Dutzend anderen Programmen in Wien.

"Seltsam"

Das erstaunte selbst eine Interviewerin des Marktforschungsinstituts GfK, erfuhr Novak von einem Interviewten. Der nannte von sich aus Lounge FM. "Seltsam, dass das nicht auf der Liste steht", soll sich die Fragerin gewundert haben. "Das ist, als ob bei einer Wahl vier Parteien auf dem Stimmzettel stehen, die fünfte müssen Wählerin oder Wähler selbst ergänzen", findet Novak. "Man muss sich fragen, wie tauglich das Instrument bleibt, wenn man bestehende Ukw-Sender unterschiedlich misst. Vertrauen in den Radiotest ist ein schützenswertes Gut. Unterschiedliche Maßstäbe gefährden die Aussagekraft."

Novak erinnert die privaten wie öffentlich-rechtlichen "Marktbegleiter", was die Wettbewerbsbehörde forderte, als er sie vor zwei Jahren einschaltete: Programme auf Ukw seien zu berücksichtigen, referiert er. (fid, DER STANDARD, 26.7.2012)

Reaktion: Der recht furchtlos wirkende Mitbewerb macht auf eine, nun, Unschärfe in Novaks Darstellung aufmerksam: Tagesreichweiten und Marktanteile würden grundsätzlich im Radiotest ungestützt abgefragt. Gestützt werde lediglich Bekanntheit (schon einmal gehört") und weitester Hörerkreis (auch eine Reichweitenmeßgröße, "in den letzten sieben Tagen gehört") abgefragt, nicht aber die Tagesreichweitenfrage nach "gestern gehört".

Hinweis
Daten aus dem neuen Radiotest finden Sie ab Donnerstag, 12 Uhr hier auf derStandard.at/Etat

  • "Diskriminierung": Florian Novak, Lounge FM.
    foto: lounge fm

    "Diskriminierung": Florian Novak, Lounge FM.

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