Weitere Kritik an Metal-Festival im Innviertel: "Gewaltverherrlichend"

25. Juli 2012, 14:50
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LH-Stv. Ackerl, Antifa-Netzwerk, KPÖ und Katholische Jugend fordern Verbot - Veranstalter: "Komplett unpolitisch"

Braunau am Inn - Zunehmend Kritik wird am Metal-Festival "Castle Invasion" laut, das für 17. und 18. August in Mining (Bezirk Braunau) in Oberösterreich geplant ist. Jugendschutzreferent LH-Stv. Josef Ackerl (SPÖ) ortet "gewaltverherrlichende Inhalte" und fordert ein Verbot der Veranstaltung. Ebenso wie das Antifa-Netzwerk, das noch weitergeht: So zähle beispielsweise eine der Bands zum "Urgestein der rechten Black-Metal-Szene". "Das Festival ist komplett unpolitisch", betonte hingegen der Veranstalter am Mittwoch im Gespräch mit der APA.

Ackerl erklärte in einer Aussendung, er habe überhaupt kein Verständnis dafür, dass in Oberösterreich ein Konzert mit Bands stattfinden soll, "die offensichtlich Gewalt zum Hauptthema ihrer Musik und Bühnenpräsenz machen." Weiter heißt es: "In einer Zeit, in der weltweit abertausende Menschen etwa wegen ihrer politischer Ansichten oder Religion verfolgt und ermordet werden, kann es keine Toleranz für Musik geben, die beispielsweise zur Christenverfolgung aufruft." Der LH-Stv. fordert eine Untersagung der Veranstaltung. Vor drei Jahren war ein Metal-Festival vom Mininger Bürgermeister Günter Hasiweder (ÖVP) verboten worden. Für eine Stellungnahme zum aktuellen Konzert war dieser vorerst nicht erreichbar.

"Magnet für Rechtsextremisten und Neonazis"

Aus Sicht des oberösterreichischen Antifa-Netzwerks würde das Konzert "Rechtsextremisten und Neonazis magnetisch anziehen". Sprecher Robert Eiter wies in einer Aussendung darauf hin, dass auf der Myspace-Seite einer der Bands Antifaschisten mit Fingerbrechen gedroht werde. Eine andere Gruppe habe ihre erste CD bei einem rechtsextremen deutschen Musiklabel veröffentlicht, eine weitere biete ein T-Shirt mit einem antisemitischen Spruch in Frakturschrift an. Die zuständigen Behörden müssten sich fragen, ob ein nachhaltiger Imageschaden für den Ort zu rechtfertigen sei, so KPÖ-Landessprecher Leo Furtlehner. Auch die Katholische Jugend Oberösterreich fordert ein Verbot und zeigte sich in einer Aussendung erschüttert über "christenfeindliche Hetzpropaganda".

Die Bands seien von der Bezirkshauptmannschaft überprüft und mit einer Ausnahme freigegeben worden, reagierte der Veranstalter auf die Kritik. Die beanstandete Gruppe werde nicht auftreten, das Festival aber aus heutiger Sicht stattfinden. Wenn sich jemand an Texten störe, liege das nicht in seiner Verantwortung. "Das ist künstlerische Freiheit." Er und seine Kollegen seien weder rechts noch links, sagte der Mann, der nach eigenen Angaben auch volkstümliche Konzerte und Techno-Partys veranstaltet. (APA, 25.7.2012)

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