Wachsende Kritik an Metal-Festival "Castle Invasion"

25. Juli 2012, 18:22
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Josef Ackerl, Antifa-Netzwerk, KPÖ und Katholische Jugend fordern Verbot - Veranstalter: "Komplett unpolitisch"

Braunau am Inn - Zunehmend Kritik wird am Metal-Festival "Castle Invasion" laut, das für 17. und 18. August in Mining (Bezirk Braunau) in Oberösterreich geplante ist. Jugendschutzreferent LH-Stv. Josef Ackerl (SPÖ) ortet "gewaltverherrlichende Inhalte" und fordert ein Verbot der Veranstaltung. Ebenso wie das Antifa-Netzwerk, das noch weitergeht: So zähle beispielsweise eine der Bands zum "Urgestein der rechten Black-Metal-Szene". "Das Festival ist komplett unpolitisch", betonte hingegen der Veranstalter am Mittwoch.

Ackerl erklärte in einer Aussendung, er habe überhaupt kein Verständnis dafür, dass in Oberösterreich ein Konzert mit Bands stattfinden soll, "die offensichtlich Gewalt zum Hauptthema ihrer Musik und Bühnenpräsenz machen ". "In einer Zeit, in der weltweit abertausende Menschen etwa wegen ihrer politischer Ansichten oder Religion verfolgt und ermordet werden, kann es keine Toleranz für Musik geben, die beispielsweise zur Christenverfolgung aufruft." Der LH-Stv. fordert eine Untersagung der Veranstaltung. 

Zumindest drei Bands jugendgefährdend

Eine der Musikgruppen gilt laut Landesamt für Verfassungsschutz und Terrorismusbekämpfung als bedenklich, daher wurde der Auftritt beim Metal-Festival "Castle Invasion" untersagt. Das bestätigte der Mininger Günter Hasiweder (OVP) Mittwochnachmittag. Zumindest drei weitere Bands seien als jugendgefährdend eingestuft worden und dürften ebenfalls verboten werden. Man habe die Liste der Acts bisher zweimal prüfen lassen, so Hasiweder.

"Eines ist klar: Der Veranstalter ist genauso wenig wie wir daran interessiert, verdächtige Bands auftreten zu lassen", betonte der Bürgermeister. Sollte das Festival stattfinden, dann ab 18 Jahren. Ein Verbot des ganzen Festivals könne erst dann ausgesprochen werden, wenn bedenkliche Gruppen auftreten, so das Gemeindeoberhaupt. Aus heutiger Sicht werde es stattfinden. Zur Frage, warum er eine ähnliche Veranstaltung vor drei Jahren untersagt habe, stellte Hasiweder fest, dass damals der Anteil von einschlägigen Bands wesentlich größer gewesen sei.

"Zieht Rechtsextremisten magnetisch an"

Aus Sicht des oberösterreichischen Antifa-Netzwerks würde das Konzert "Rechtsextremisten und Neonazis magnetisch anziehen". Sprecher Robert Eiter wies in einer Aussendung darauf hin, dass auf der Myspace-Seite einer der Bands Antifaschisten mit Fingerbrechen gedroht werde. Eine andere Gruppe habe ihre erste CD bei einem rechtsextremen deutschen Musiklabel veröffentlicht, eine weitere biete ein T-Shirt mit einem antisemitischen Spruch in Frakturschrift an. Die zuständigen Behörden müssten sich fragen, ob ein nachhaltiger Imageschaden für den Ort zu rechtfertigen sei, so KPÖ-Landessprecher Leo Furtlehner. Auch die Katholische Jugend Oberösterreich fordert ein Verbot und zeigte sich in einer Aussendung erschüttert über "christenfeindliche Hetzpropaganda".

Die Bands seien von der Bezirkshauptmannschaft überprüft und mit einer Ausnahme freigegeben worden, reagierte der Veranstalter auf die Kritik. Die beanstandete Gruppe werde nicht auftreten, das Festival aber aus heutiger Sicht stattfinden. Wenn sich jemand an Texten störe, liege das nicht in seiner Verantwortung. "Das ist künstlerische Freiheit." Er und seine Kollegen seien weder rechts noch links, sagte der Mann, der nach eigenen Angaben auch volkstümliche Konzerte und Techno-Partys veranstaltet. (APA, 25.7.2012)

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