US-Forscher: Psychopathen an Tweets erkennbar

25. Juli 2012, 13:59
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Sprachbild soll Aufschluss über Persönlichkeitssstörung geben - Datenschützer warnen

Durch den Amokläufer von Aurora, der bei der Kinopremiere des neuen Batman-Films zwölf Menschen erschossen hatte, ist eine neue Debatte darum entbrannt, wie und ob soziale Netzwerke dabei eine Rolle spielen (sollten), verhaltensauffällige Personen zu erkennen. Forscher der Florida Atlantic University sind laut Wired nun zu der Erkenntnis gekommen, dass man Psychopaten anhand ihrer Tweets erkennen könne.

Sprachbild von Psychopathen untersucht

Ausgangspunkt war eine Studie der Cornell University, bei der untersucht wurde, wie Psychopathen ihre Verbrechen selbst beschreiben. Daraus gehe hervor, dass Psychopaten häufiger Wörter wie "weil", "da", oder "sodass" benutzen würden. Betroffene würden zudem verstärkt die Vergangenheitsform anwenden und ihr Redefluss sei stärker von "ähs" oder "ähms" unterbrochen. Auch würden sie mehr Begriffe zu eigenen körperlichen Bedürfnissen wie Essen oder Sex verwenden.

Drei Millionen Tweets analysiert

Die Forscher der Florida Atlantic University haben daraufhin über drei Millionen Tweets von 2.927 freiwilligen Twitter-Nutzern aus 80 Ländern analysiert. Dabei hätten neben den verwendeten Worten auch Profilinformationen, die Anzahl der Tweets, Re-Tweets und Antworten sowie der Klout-Score eine Rolle gespielt.

Psychologische Tests

Mit den Studienteilnehmern sei zudem ein psychologischer Test durchgeführt werden, bei dem bei 41 Personen eine psychopatische Persönlichkeitsstörung entdeckt worden sei. Die Ergebnisse der Twitter-Analyse hätten gezeigt, dass es bei Personen mit stärkerer Tendenz zu einer derartigen Persönlichkeitsstörung eine "Anzahl statistisch signifikanter Zusammenhänge" zu ihrer Twitter-Aktivität gebe.

Warnung vor "Psychopaten-Scan"

Die Forscher glauben, dass man so potentiell problematische Personen bei Großveranstaltungen oder Demonstrationen im Vorfeld identifizieren könnte. Allerdings wird auch betont, dass es bei einer tatsächlichen Umsetzung eines solchen "Psychopatischen-Scans" Bedenken in Bezug auf Privatsphäre und Menschenrechte gebe. Zudem bedeute es noch lange nicht, dass eine verhaltensauffällige Person auch kriminelle Absichten hege, warnen Datenschützer. 

Die Ergebnisse der Studie sollen am 29. Juli auf der Hackerkonferenz Def Con in Las Vegas präsentiert werden. (red, derStandard.at, 25.7.2012)

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    US-Forscher entdecken Zusammenhänge zwischen Twitter-Aktivität und Persönlichkeitsstörung.

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