Peugeot-Citroen-Mitarbeiter protestieren

25. Juli 2012, 14:06
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8.000 Jobs sollen gestrichen werden, die Gewerkschafter wettern gegen den Sozialplan des Autobauers

Paris - Rund 2.000 Mitarbeiter des angeschlagenen französischen Autobauers PSA Peugeot Citroen haben am Mittwochvormittag vor dem Pariser Firmensitz, an dem eine Betriebsratssitzung stattfand, gegen den geplanten Abbau von 8.000 Stellen in Frankreich protestiert. Zu der Kundgebung hatten die Gewerkschaftsverbände CGT, CFDTm CFTC, Sud und SIA der Fabrik von Aulnay-sous-Bois bei Paris aufgerufen, die binnen 2014 ihre Tore schließen soll.

An die Kundgebung angeschlossen haben sich auch die PSA-Angestellten der Fabriken von Poissy bei Paris, bei der 700 Jobs gestrichen werden sollen, sowie jene des westfranzösischen Rennes, wo 1.400 Stellen wegfallen sollen. Die Protestteilnehmer haben sich vom Triumphbogen über die Avenue de la Grande Armee bis zur Porte Maillot im Nordwesten der Stadt bewegt, wo der Autokonzern seine Unternehmenszentrale hat. Sie trommelten auf Metallbehältern und verwendeten Rauchsprays. "Wir werden nicht nachgeben", so die Sprechchöre.

"Dieser Sozialplan ist inakzeptabel und nicht gerechtfertigt", sagte der CGT-Gewerkschafter Jean-Pierre Mercier und fügte hinzu: "Der Angriff von PSA auf die Arbeitsplätze betrifft alle Niederlassungen." Der CGT-Gewerkschafter Fabrice Peufly kündigte an, dass die Arbeitnehmerseite ein Gutachten in Auftrag geben werde, um die Geschäftsleitung "zu einem Rückzieher zu zwingen". Die Ergebnisse dieser Expertise sollen nach den Sommerferien vorgelegt werden. Premierminister Jean-Marc Ayrault (PS) hatte am Montag ein "starkes Engagement" von PSA gefordert, um die negativen Auswirkungen des Sozialplans zu begrenzen.

Strenger Sparplan

Der krisengeschüttelte französische Autobauer plant Einsparungen über 1,5 Mrd. Euro bis 2015. Dazu sollen die bereits angekündigte Streichung von 8.000 Stellen und die angestrebte Schließung eines Werks bei Paris 600 Mio. Euro beitragen, wie das Management am Mittwoch ankündigte. Zudem sollen die Investitionen um 550 Mio. Euro gekürzt werden.

Die Allianz mit dem US-Partner General Motors soll zusätzliche Kostensenkungen von 350 Mio. Euro bringen. Konzernchef Philippe Varin verwies auf die schweren Auswirkungen der Krise in Europa auf das eigene Geschäft. So schloss die Autosparte das erste Halbjahr mit einem operativen Verlust von 662 Mio. Euro ab. Im Konzern betrug der Nettoverlust 819 Mio. Euro nach einem Gewinn von 806 Mio. vor Jahresfrist. Der Umsatz sank um gut fünf Prozent auf 29,55 Mrd. Euro. (APA, 25.7.2012)

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    8.000 Jobs sind von den Einsparungen bei PSA Peugeot Citroen betroffen.

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    Der angeschlagene Autobauer will bis 2015 1,5 Milliarden einsparen.

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