In der Jörg-Haider-Gedächtniskurve

Blog | Thomas Rottenberg
30. Juli 2012, 10:51
  • Die Huldigungsstätte für den berühmtesten Wahlkärntner erstrahlt im Sonnenlicht.
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    foto: thomas rottenberg

    Die Huldigungsstätte für den berühmtesten Wahlkärntner erstrahlt im Sonnenlicht.

  • Neben kleinen Gedächtnissteinen finden sich auch allerhand weitere Andenken.
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    foto: thomas rottenberg

    Neben kleinen Gedächtnissteinen finden sich auch allerhand weitere Andenken.

  • Ausgeleuchtet wird der Platz von Dutzenden Kerzen, die Tag und Nacht brennen.
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    Ausgeleuchtet wird der Platz von Dutzenden Kerzen, die Tag und Nacht brennen.

  • Noch immer ranken sich zahlreiche Mythen darum, was in der Nacht des 11. Oktober 2008 hier passiert war.
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    Noch immer ranken sich zahlreiche Mythen darum, was in der Nacht des 11. Oktober 2008 hier passiert war.

  • Der bizarrste Spruch lautet: "Du wurdest beseitigt, du tapferer Streiter - ruh' Dich nun aus, wir kämpfen für Dich weiter."
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    Der bizarrste Spruch lautet: "Du wurdest beseitigt, du tapferer Streiter - ruh' Dich nun aus, wir kämpfen für Dich weiter."

  • Und wer sich die Stätte genauer anschauen will, kann das Auto in unmittelbarer Nähe abstellen.
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    Und wer sich die Stätte genauer anschauen will, kann das Auto in unmittelbarer Nähe abstellen.

Dort, wo der größte Wahlkärntner aller Zeiten 2008 verunglückte, befindet sich heute eine bizarre Pilgerstätte

"Entschuldige, aber: Wo war da grad eine Kurve?" M. übertrieb natürlich. Darum schickte er eine Relativierung nach: "Also ich meine: eine Kurve, aus der man rausfliegen kann." Pause. "Wenn man nicht blunzenfett und bummzu ist - und mit Schallgeschwindigkeit daherkommt." Ich bin ein schlechter Autofahrer, darum sage ich in solchen Fällen als Beifahrer schon gar nix. Aber aus dem Fonds kam eine andere Stimme: "Na, ganz offensichtlich geht es doch. Aber ich wüsste auch nicht, wie." Pause. "Aber er schaffte eben sogar im Abgang, was unsereinem unmöglich ist."

Ich arbeite oft mit Kärntnern zusammen und bin immer wieder hier. Darum weiß ich: Fast jeder Kärntner hätte uns jetzt darauf hingewiesen, dass immer noch viele Kärntner glauben, dass genau dies beweise, dass hier böse Mächte am Werk waren - und sind: Schließlich werde die Wahrheit nach wie vor unterdrückt. Sonst wäre Jörg Haider noch am Leben. In Kärnten wäre die Sonne nie vom Himmel gefallen. Und das, was genau jetzt rund um die besten Köpfe des Bundeslandes hochgespielt werde, wäre dort, wo es hingehört: an einem Ort, wo kein Kärntner, der einen Funken Ehrgefühl hat, je hinschaut. Oder gar hingreift.

Kerzen bei Tag und Nacht

Das ändert nichts daran, dass es bald vier Jahre her ist, dass der größte Wahlkärntner aller Zeiten hier, in dieser 70-km/h-Kurve in Köttmansdorf bei Klagenfurt, tödlich verunglückte: Die Stelle, an der Jörg Haiders Wagen den elchlosen Elchtest nicht bestand, ist heute gut ausgeleuchtet. Vermutlich besser als in jener folgenschweren Nacht des 11. Oktober 2008. Seit damals brennen hier Kerzen. Bei Tag und Nacht. Leute, die öfter vorbeikommen als ich, sagen, dass der Tag, an dem hier weniger als eine Busladung Pilger haltmacht, noch lange nicht gekommen ist.

Die Jörg-Haider-Gedächtniskurve ist eine Pilgerstätte. Sie ist der Père-Lachaise Kärntens. Doch hier wird im Gegensatz zum berühmten Pariser Friedhof, wo unter anderen Jim Morrison begraben ist, nur eines Einzigen gedacht. Und statt Sätzen auf dem Grab wie "Sauf aus Jim, wir gehen" oder Blumen bei Chopin, Piaf oder Marceau sind es Wahlkampf-Teddybären, alte (Votiv-)Bilder und bestickte Zierkissen, die hier zurückbleiben. Und während im Père-Lachaise den Verteidigern der Pariser Kommune von 1871 gehuldigt wird, ist in der Gedächtniskurve Jörg Haiders Kampf nicht zu Ende gegangen: "Du wurdest beseitigt, du tapferer Streiter - ruh' Dich nun aus, wir kämpfen für Dich weiter" lautete der bizarrste Spruch, den ich im Laufe etlicher Stopps je las.

Ein Ort der Mythen

In Wien tippten sich Bekannte an die Stirn, wenn ich von der Kurve, den Devotionalien oder den Trauertouristen erzählte. Genauer: Man tippte mir an die Stirn. Kärnten sei zwar anders - aber so gaga könne es einfach nicht sein. Auch die Geschichte vom deutschen TV-Korrespondenten, der kurz nach dem Unfall nach seinem Aufsager nur unter Polizeischutz diese Stätte heil verlassen konnte, hätte ich ja nicht selbst gesehen, sondern nur erzählt bekommen: "Nüchtern betrachtet", soll der Kollege in die Kamera gesagt haben, "handelt es sich hier um einen stinknormalen Alko-Raser-Unfall."

Aber es gibt auch andere Mythen, die sich um diese Kurve ranken. Doch dem Wesen des Mythos entspricht es, nicht festmachbar oder belegbar zu sein - doch vor Ort und in den Gasthäusern der Umgebung werden sie gerne erzählt - und geglaubt.

Mit eigenem Parkplatz

Tatsächlich lässt sich keine Geschichte, die bis heute um diese Kurve spukt, festmachen. Und so bin ich dazu übergegangen, jedem, der nach Klagenfurt fährt, einen Besuch der Gedächtniskurve anzuraten. Und es braucht sich niemand zu sorgen, hier nicht sicher anhalten zu können, denn an der Straße gibt es eine Parkbucht. Mit Schild "für Gedenkstätte".

In der Regel werde ich zunächst ausgelacht. Doch dann kommen Mails und Fotos von leicht fassungslosen Bekannten: Ich hätte gelogen. Was ich erzählt hätte, sei noch untertrieben gewesen.

Also sagte ich nichts, als wir vergangene Woche in der Nacht in Klagenfurt von der Autobahn abfuhren. Ich wusste, wo wir gleich vorbeikommen würden. Und wartete einfach ab. "Was is'n das?", fragte M., als schräg vor uns das leise Flackern von ein paar Dutzend Kerzen aus der Dunkelheit auftauchte. "Die Jörg-Haider-Gedächtniskurve", sagte ich. M. bremste ab und fuhr fast im Schritttempo an der gespenstischen Stelle vorbei. Meine Mitreisenden starrten. Fassungslos. Erst hundert Meter weiter fand M. seine Stimme wieder: "Entschuldige, aber: Wo war da grad eine Kurve?" (Thomas Rottenberg, derStandard.at, 30.7.2012)

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die kärntern übertreffen jedes klischee

wenn du das in einem film ala "borat" bringst, schreit ganz österreich aus tiefster, im nationalstolz verletzter seele. aber das ist die nackte realität.
PS: meine mutter war aus feldkirchen

ich empfehl auch dringend einen besuch am haider-grab im bärental; zur einstimmung siehe http://lischanahuette.ch/NZ/12-05-... 05_039.jpg ! ist zwar eine etwas abenteuerliche strasse dort hin, aber die "gedenkstätte" ist ausgeschildert.

Die Anbetung eines besoffenen Unfalllenkers, der gerade aus der Bubidisco gekommen ist....
Sowas gibt es auch nur in Kärnten... ^^

Worüber R. noch nicht berichtet hat:

Eine Sportart, wie sie blöder nicht sein könnte (aus dem SPIEGEL):

http://bit.ly/OWP7vj

Hertzelichst
Ihr Lappe

Kärntnerring:

Jörg-Haider-Gedächtniskurve

Haider ist im Vollrausch verunglückt ...

ohne dabei andere mit in den Tod gerissen zu haben. Daher die Gedächtnisstätte. Aber die "mediale Hetze" hält weiter an. Aktuelles Opfer aus der Buberlpartie: der Scheuch (eh egal, welcher).

Machterhalt durch Stimmenkauf und Populismus

tschuldigen, aber das da kein anderer hat dran glauben müssen, ist auch keine Entschuldigung fürs Bsoffen Autofahren.

wenn jemand als Populist ein Land pleite macht und Medien dies nun aufzeigen, hat das auch nichts mit Hetze zu tun, Haider hat Geld verschenkt und damit Zustimmung geerntet, sich selbst inszeniert, fürs Land und die Leute hat er nicht gearbeitet, denn dann müsste Kärnten heute total gut dastehen.

Tut es aber nicht, spätestens jetzt wäre Haider in Untersuchungshaft zu nehmen gewesen, weil er ein System etabliert hat, dass nur und ausschließlich dazu gedient hat, sich zu bereichern, selbst an der Macht zu bleiben, auch wenn dann die Landeskassen leer sind.

die Leute waren ihm völlig wurscht, alles nur Show!

der franzose würde sagen

c'est bizarre!

Gibts gleich daneben eigentlich auch einen Würstelstandl ?

- Sonst bleib ich nicht extra stehen.

Also

ich bleib dort auch öfter stehen, da verspür ich meist so ein dringendes Bedürfnis.

Ich packs nicht

Ich packs nicht ... ich packs nicht ... Die Story ist sicher komplett frei erfunden und die Bilder wurden mit Photoshop generiert. Naja, in vielleicht 100 Jahren wird die JH-Brücke dann auch einen neuen Namen bekommen.

jaja, Kärnten

Mein Training führte mich nichtsahnend an dieser Stelle dort vorbei, in der Tat eine äusserst skurille Angelegenheit dort. Die Strecke führte mich weiter nach Ferlach, das Gasthaus "Zum blauen Aff´n" erheiterte mich sehr. Gibts Ferlacher, die mich darüber aufklären können? Hat das dort eine besondere Bedeutung?

Die Kurve ist Pflicht bei jedem Kärnten Besuch und jedem sollte dabei auch klar werden: die blauen können anstellen was sie wollen - keine noch so Skandalgeplagte demokratische Wahl der Welt wird einen Kärntner daran hindern ein blaues Kreuzerl zu machen.
Schließlich gibt es in anderen Bundesländern auch genug rote Gemeiden die bis über die Ohren verschuldet sind und noch immer fleissig wiedergewählt werden.

Es gibt auch mindestens so viele schwarze Gemeinden,

die bis über die Ohren verschuldet sind. Nur der Vollständigkeit halber.

Warum ist dann die Mehrheit der Kärntner Bürgermeiser von den Roten?

Mit den Klagenfurter Buslinien 80 und 82 kommt man dort ganz in die Nähe. Diese skurille stätte muss Ich mir einmal ansehen.

Und Österreich ist ein gaaaaaaaaaaanz normales Land! Auf jeden Fall!

Bei meiner Ehr'!

was soll ich ihnen sagen?

merkel, berlusconi, sarkozy, schorsch dabbeljuh,...

Siiiiiiiiiiiiicher.....in Österreich is eh ois super......

Es gibt kein Problem, es gibt kein Problem, es gibt kein Problem, es gibt kein Problem, es gibt kein Problem, es gibt kein Problem, es gibt kein Problem, es gibt kein Problem, es gibt kein Problem, es gibt kein Problem, es gibt kein Problem, es gibt kein Problem, es gibt kein Problem, es gibt kein Problem, es gibt kein Problem, es gibt kein Problem, es gibt kein Problem, es gibt kein Problem, es gibt kein Problem, es gibt kein Problem, es gibt kein Problem, es gibt kein Problem, es gibt kein Problem....P.S.: Hab noch nichts von Alkfahrten von Merkel gehört, gegen die Kanzlerin wird auch nicht wegen Korruptin ermittelt....

und? was ist mit denen?...

"Nüchtern betrachtet handelt es sich hier um einen stinknormalen Alko-Raser-Unfall." - Wie wahr, wie wahr.

Blos für den durchschnittlichen Alko-Raser werden keine Denkmäler errichtet. Keiner berichtet über einen tragischen und unvorstellbaren Unfall. - Lediglich: "Der Lenker war schwerst alkoholisiert und mit weit überhöhter Geschwindigkeit gefahren. In der Kurve kam er von der Straße ab, worauf sich das Fahrzeug mehrfach überschlug. Er erlag noch an der Unfallstelle seinen schweren Verletzungen."

an diesem Platz sollte eine "Alltagsgeschichte" von der Elizabeth T. Spira gedreht werden.

V6 TDI

Phaethon, Sohn des Sonnengottes Helios in der griechischen Sage!

kaernten...

hat/hatte immer eine aussergewoehnlich hohe scheidungsrate und rate unehelich geborener kinder. viele kaerntnerinnen und kaerntner wachsen somit ganz ohne papi auf. die sehnsucht nach einer straken, aber gleichzeitig liebenden, vaterfigur wurde vom haider joerg dann halt ganz "vorzueglich" ausgefuellt! ist natuerlich keine vollstaendige erklaerung der massenhysterie, die dort abging/abgeht. aber teilweise ist da sicher was dran!

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