Prominentes Gesicht: Die Loriot-Spinne

  • Eher eine pikante Schönheit: Otacilia lorioti.
    foto: senckenberg forschungsinstitut

    Eher eine pikante Schönheit: Otacilia lorioti.

Ehrung für einen Satiriker: Arachnologe benennt neuentdeckte Art nach dem verstorbenen Vicco von Bülow

Frankfurt/Main - Mit Petrophaga lorioti, der "Steinlaus", hat der deutsche Humorist Vicco von Bülow alias Loriot ein fiktives Tier in die Welt gesetzt, das seitdem immer wieder als Running Gag in Medienberichten und sogar der Fachliteratur auftaucht. Ein Grund mehr, den vor einem Jahr verstorbenen Satiriker in besonderer Weise zu ehren: Indem man ein weiteres Tier nach ihm benennt - diesmal ein reales.

Dabei handelt es sich um eine winzige Spinne aus Asien, genauer gesagt eine zwei Millimeter kleine Vertreterin der auch in Mitteleuropa vorkommenden Rindensackspinnen. Peter Jäger, Arachnologe am Senckenberg Forschungsinstitut in Frankfurt, hatte das Tier auf einer Expedition in Laos entdeckt und es zusammen mit seinem Kollegen Jörg Wunderlich auf den Namen Otacilia lorioti getauft.

"Ich wollte damit meine Bewunderung für den verstorbenen Künstler zum Ausdruck bringen", sagt Jäger. Und ergänzt: "Loriot hat immer das Komische im normalen, alltäglichen Leben gesucht. Da fand ich es passend, eine Spinne nach ihm zu benennen, die auf den ersten Blick keine Besonderheiten zeigt." Laut Senckenberg-Institut findet auch Loriots Tochter Susanne von Bülow dies passend: "Meinem Vater hätte diese Ehrung sicher gut gefallen."

Bei der Expedition wurden insgesamt sieben neue Spinnenarten entdeckt, die Ergebnisse wurden im Fachblatt "Beiträge zur Araneologie" veröffentlicht. Die Forscher gehen davon aus, dass in der Region noch viele weitere Spezies der Entdeckung harren. (red, derStandard.at, 25. 7. 2012)

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