Japans Handelsdefizit klettert auf Rekordhoch

Mit 2,9 Billionen Yen Defizit wurde das größte Defizit in der japanischen Geschichte verzeichnet

Tokio - Japan hat im ersten Halbjahr 2012 mit 2,9 Billionen Yen (30,6 Mrd. Euro) das größte Handelsdefizit seiner Geschichte in einem solchen Zeitraum registriert. Dies sei vor allem auf die hohen Energiekosten und gestiegene Importe bei gleichzeitig schwächelnden Exporten zurückzuführen, teilte das japanische Finanzministerium am Mittwoch in Tokio mit. Während die Importe im Jahresvergleich um 7,4 Prozent stiegen, nahmen die Exporte um lediglich 1,5 Prozent zu.

Das Land leidet noch immer unter den Folgen der verheerenden Erdbeben- und Tsunamikatastrophe vom März 2011, durch die im Atomkraftwerk Fukushima das schwerste Atomunglück seit Tschernobyl 1986 ausgelöst worden war. Weil ein Großteil der japanischen Atomreaktoren in Folge der Katastrophe heruntergefahren wurden, ist Japan auf mehr Gas- und Ölimporte angewiesen. Die Erdgasimporte stiegen demnach um knapp 50 Prozent, die Ölimporte um 16 Prozent.

Das Rekorddefizit der drittgrößten Volkswirtschaft der Welt ist zudem auf eine Abschwächung der japanischen Exporte angesichts der weltweiten Wirtschaftskrise zurückzuführen. Die japanische Wirtschaft ist in hohem Maße von Importpreisen abhängig und sieht sich zugleich erhöhten Risiken durch die Eurokrise ausgesetzt. Zwar wurde im Juni erstmals seit vier Monaten wieder ein Handelsüberschuss von 61,6 Mrd. Yen registriert, Analysten rechnen für das kommende Halbjahr jedoch mit einer weiterhin negativen Entwicklung. (APA, 25.7.2012)

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