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Das europäische Bauforschungsnetzwerk Euroconstruct hat wegen "größerer Unsicherheiten" seine Prognosen für die Entwicklung der Bauwirtschaft in 19 europäischen Ländern für heuer gesenkt. War Ende 2011 noch von einem geringen Wachstum ausgegangen worden, so revidierte das Netzwerk, dem das Österreichische Institut für Wirtschaftsforschung (Wifo) angehört, seine Prognose auf einen Rückgang des Bauvolumens um insgesamt 2,1 Prozent. Die Aussichten in Österreich seien etwas günstiger, es wird ein Wachstum von 0,4 Prozent erwartet, nach plus 2,6 Prozent im vergangenen Jahr.
Das Gesamt-Minus in Europa sei in erster Linie auf den "Einbruch im Tiefbau um 4,2 Prozent" zurückzuführen. Der Rückgang hänge eng mit der Euro-Schuldenkrise, der Abschwächung der Konjunktur und öffentlichen Sparanstrengungen in Europa zusammen, hieß es am Mittwoch in einer Aussendung.
Nur etwas günstiger sind laut den Experten die Aussichten in Österreich. Auch hier wird sich das Wachstum verlangsamen. Bis 2014 wird ein durchschnittliches jährliches Plus von 0,6 Prozent erwartet. Der Tiefbau werde gar leicht rückläufig ausfallen, "insbesondere wegen der geplanten Einschränkung der öffentlichen Investitionen in die Schieneninfrastruktur".
Aussichten für Wohnhaussanierungen stabil
Im Bauwesen zeichne sich in Europa eine Änderung der Nachfragestruktur ab: In den ersten Jahren nach der Finanzmarktkrise habe der Tiefbau einen guten Teil des Nachfrageausfalls im Hochbau wettgemacht. Gegenwärtig übernehme der Wohnbau diese Rolle. Erstmals seit 2008 gab es bei diesem 2011 ein Wachstum (plus 1,5 Prozent). Auch die Aussichten für Wohnhaussanierungen seien stabil. Förderungseinschränkungen wegen des Konsolidierungsdrucks öffentlicher Haushalte dämpften die Aussichten aber etwas.
Der österreichische Wohnbau werde sich nach Baubewilligungen heuer leicht rückläufig entwickeln, was sich 2013 noch etwas verstärken werde. Der Wert von Baubewilligungen je 1.000 Einwohner bleibe in Österreich aber über dem Durchschnitt der Euroconstruct-Länder.
Durch den Konsolidierungsdruck ist der Ausblick auch für Gesundheits- und Bildungsgebäude im sonstigen Hochbau negativ. Erst für 2014 wird insgesamt eine Erholung des sonstigen Hochbaus in Europa erwartet. (APA, 25.7.2012)
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