AUA streicht Unterstützung für "Doc on Board"

25. Juli 2012, 10:28
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Mediziner werden für Notfälle im Flugzeug ausgebildet - AUA sieht keine Verschlechterung für Fluggäste

Wien - Die Lufthansa-Tochter AUA will im Zuge ihres Sparprogrammes die Unterstützung für eine Zusatzausbildung streichen, die Ärzte auf Notfälle bei einem Flug vorbereiten soll. Im Schnitt ist bei rund 75 Prozent aller Flüge zumindest ein Arzt dabei. Das Programm "Doc on Board" bildet Mediziner dafür aus, im Flugzeug Hilfe zu leisten. Die AUA will dem Projekt nun die Trainingseinrichtungen nicht mehr wie bisher gratis zur Verfügung stellen, heißt es im ORF-Morgenjournal am Mittwoch. Am Sonntag hatte das Flugportal Austrian Aviation Net bereits über die Sparmaßnahme berichtet.

"Doc on Board" bietet seit acht Jahren Notfall-Kurse für Ärzte in Flugzeugen an, rund 1.000 Ärzte haben das Angebot bisher genutzt. Sie kosten rund 550 Euro. Trainingsräume und -geräte stellte die AUA bisher kostenlos zur Verfügung. AUA-Sprecher Michael Braun dazu im Morgenjournal: "Wir können nicht Räume, die uns selber intern etwas kosten, einem kommerziellen Unternehmen gratis zur Verfügung stellen." Um welche Beträge es geht, wollen AUA und "Doc on Board" nicht sagen, kolportiert werden 400 Euro pro Stunde. Ohne AUA-Unterstützung müsse die Ausbildung eingestellt werden, sagt "Doc-on-Board"-Chef David Gabriel.

Für AUA-Sprecher Braun wäre das zwar "bedauerlich", für die Passagiere hätte es aber keine negativen Auswirkungen: "Die medizinische Versorgung unserer Passagiere an Bord ist überdurchschnittlich hoch verglichen mit anderen Airlines, weil wir sehr viel in die medizinische Ausbildung unserer Flugbegleiter investieren", sagte er. Noch laufen aber Verhandlungen zwischen AUA und "Doc on Board". (APA, 25.7.2012)

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    Für die Passagiere hätte ein Ende des Programms "Doc on Board" laut AUA-Sprecher Braun keine Auswirkungen.

    Informationen:
    Doc on Board

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