Leitbörsen Fernost schließen im Minus

25. Juli 2012, 12:18
posten

Verschärfung der Schuldenkrise befürchtet - Sorgen um chinesisches Wirtschaftswachstum belasten zusätzlich

Wien - Die Leitbörsen in Fernost haben am Mittwoch einheitlich mit Kursverlusten tendiert. Der Nikkei-225 Index in Tokio verlor deutlich um 122,19 Zähler oder 1,44 Prozent auf 8.365,90 Punkte. Der Hang Seng Index in Hongkong gab leicht um 25,87 Zähler (minus 0,14 Prozent) auf 18.877,33 Einheiten nach. Der Shanghai Composite fiel um 10,44 Punkte oder 0,49 Prozent auf 2.136,15 Punkte.

Etwas an Terrain abgeben mussten auch die Märkte in Singapur und Sydney. Der FTSE Straits Times Index schloss bei 2.990,92 Zählern und einem Abschlag von 7,52 Punkten oder 0,25 Prozent. Der All Ordinaries Index in Sydney büßte 9,8 Zähler oder 0,24 Prozent auf 4.151,40 Einheiten ein.

Die asiatischen Börsen haben zur Wochenmitte ihren jüngsten Abwärtstrend fortgesetzt. Die Anleger befürchteten eine Verschärfung der europäischen Schuldenkrise, sagten Börsianer. Nachdem Moody's die Spitzenbonität von Deutschland bereits in Zweifel gezogen hat, überprüft die Ratingagentur nun auch die Kreditwürdigkeit einzelner Bundesländer und des EFSF.

Als weiteren Belastungsfaktor nannten Händler besorgte Äußerungen des Internationalen Währungsfonds (IWF) zum chinesischen Wirtschaftswachstum. Die europäische Schuldenkrise stelle derzeit das größte externe Risiko für die Konjunktur dieses Landes dar. Die Führung in Peking habe zwar zunächst bewusst eine Abkühlung des Wachstums eingeleitet, meinte der IWF. Angesichts der weltweiten negativen Einflüsse müsse die Regierung nun aber handeln.

An der Börse von Hongkong zählten China Merchant Holdings mit einem Abschlag von 3,80 Prozent zu den größeren Verlierern. Citic Pacific büßten 3,10 Prozent ein und Sino Land mussten ein Minus von gut zwei Prozent verbuchen.

Nach enttäuschenden Quartalszahlen von Apple gerieten die Aktien von Zulieferern des US-Elektronikkonzerns besonders stark unter Druck. So sackten in Tokio die Papiere von Toshiba um 7,28 Prozent auf 242 Yen ab. Der Elektronikkonzern fertigt Chips für das iPad.

Eine schleppende Nachfrage und der hohe Yen-Kurs halten das Videospielunternehmen Nintendo weiter in den roten Zahlen. Der Verlust erreichte in dem Ende Juni abgeschlossenen Quartal 17,23 Mrd. Yen, hieß es. Das Ergebnis war damit besser als vor einem Jahr, fiel aber etwas schwächer aus, als an der Börse erwartet worden war. Für das gesamte Finanzjahr 2012/13 hält Nintendo an seiner Prognose eines Gewinns von 20 Mrd. Yen fest. Nintendo-Aktien tendierten mit minus 1,57 Prozent.

Ein starker Anstieg der Importe in die USA hat in der Handelsbilanz Japans im Juni überraschend zu einem Überschuss geführt. Während die gesamten Exporte den Angaben zufolge um 2,3 Prozent zum Vorjahr fielen und damit den ersten Rückgang seit vier Monaten verzeichneten, hätten die Ausfuhren in die USA um 15,1 Prozent im Jahresvergleich zugelegt. Wie bereits in den Vormonaten machte sich erneut die Euro-Schuldenkrise in der japanischen Handelsbilanz stark bemerkbar. Im Handel mit Ländern der EU meldete die Regierung einen Einbruch um 21,3 Prozent zum Vorjahr.

Der Kospi-Index in Seoul verlor 1,37 Prozent auf 1.769,31 Punkte. Der südkoreanische Elektronik-Riese LG Electronics rutschte in seinem Handy-Geschäft nach zwei Gewinnquartalen wieder in die Verlustzone, woraufhin dessen Titel sich um 2,09 Prozent verbilligten.  (APA, 25.7.2012)

Share if you care.