Olympia 2012: Spiegel Online schickt "Twitter-Reporter" zur Party in Social Media

25. Juli 2012, 11:55
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"Mittwittern ist alles": Fans filtern Tweets, sind "Tweethletes" oder Twitter als Stimmungs-Barometer

Noch nie waren so viele Nutzer in sozialen Netzwerken unterwegs wie bei den Olympischen Spielen in London. "Dabei sein ist alles", das viel zitierte olympische Motto, gilt 2012 auch für Anbieter wie Facebook und Twitter. Beide sind eine Kooperation mit dem US-Fernsehsender NBC eingegangen. Der Second Screen, das ist dort, "wo die Party ist", sagte Chloe Sladden, Vice President of Media bei Twitter, dem Wall Street Journal.

Auch der britische "Guardian" hat eine "Second Screen experience" angekündigt. Ein Dashboard soll Live-Blogs, Ergebnisse, Bilder, Tweets und Hintergrundinfos anzeigen.

Experiment "Twitter-Reporter" auf Spiegel Online

Spiegel Online startet am Freitag das Experiment "Twitter-Reporter". Twitterer konnten sich in den vergangenen Tagen bewerben, um ihre Tweets mit Hashtag #OS2012 in einer prominent platzierten Box auf Spiegel Online abzusetzen. Ob vom heimischen Sofa oder aus Londons Stadien, die Aktion ist ein "Service von den Lesern für die Leser. Denn auch mit mehreren eigenen Reportern vor Ort ist es nicht möglich, alle Ereignisse angemessen auf Twitter zu begleiten", erklärt Maike Haselmann, Social Media Redakteurin bei Spiegel Online.

Olympia-Fans mit Spezialwissen

Hashtags im Kurznachrichtendienst sind nicht exklusiv. Mit den Twitter-Reportern will man aber die Fülle von Informationen filtern. "Die Leute, die sich bei uns beworben haben, sind alle große Olympia-Fans, einige mit Spezialwissen in bestimmten Disziplinen, andere Allrounder, die von Leichtathletik bis Dressurreiten alles gucken. Wir hoffen daher auf eine gute Mischung aus Unterhaltung und Information", so Haselmann. Inhaltliche Vorgaben gibt es nicht. "Alles was während der Wettkämpfe passiert, Hintergrundinfos zu den Athleten, Stimmungen aus dem Stadion, ist interessant."

Richtlinien für Social Media

Die strengen Richtlinien des Internationalen Olympischen Komitees (IOC) gelten freilich auch für die Twitter-Reporter von Spiegel Online. Was mit dem Hashtag kommt, "können wir nicht beeinflussen", erklärt Haselmann zwar, doch wer gegen die Guidelines verstoße, werde von der Twitter-Liste entfernt.

Auch Athleten müssen sich in den sozialen Netzwerken an die IOC-Richtlinien halten. Postings in Ich-Form oder Tagebuch-Format sind ausdrücklich erwünscht. Was nicht geht sind Kommentare zu Werbezwecken, geschmacklose Äußerungen, Wettkampfberichte oder Videos.

Mit Tweets zum Weltrekord

Konkurrenz bekommen die Athleten von den "Tweethletes". Die Initiatioren des sozialen Experiments wollen Sport und Twittern verbinden. Gesucht sind schnelle Twitterer, die am 5. August den Weltrekord im 100-Meter-Lauf brechen. Ein Tweet ist 2,5 cm hoch, 4000 brauchen die "Tweethletes" - in weniger als 9,47 Sekunden.

 

London Eye als Stimmungs-Barometer

Ob die Party tatsächlich im Kurznachrichtendienst stattfindet, können auch Nicht-Twitterer in London ablesen. Das Riesenrad London Eye visualisiert, gesponsert von EDF Energy, täglich die olympische Stimmung und leuchtet gelb für vorwiegend positive Tweets, grün für neutrale und violett für negative Wortmeldungen. (Sabine Bürger, derStandard.at, 25.7.2012)

  • Twittern für den Weltrekord: Experiment "Tweethletes"
    foto: tweethletes

    Twittern für den Weltrekord: Experiment "Tweethletes"

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