Regierungskritiker Chodorkowski hat Teilerfolg vor Gericht

24. Juli 2012, 22:03
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Anwälte machen sich jedoch "keine Illusionen"

Moskau - Der inhaftierte russische Regierungskritiker Michail Chodorkowski hat vor Gericht einen seltenen Teilerfolg erzielt. Einer der höchsten Richter des Landes ordnete am Dienstag die Prüfung seiner Berufung an. Demnach muss sich ein Moskauer Gericht mit dem Fall befassen. Der frühere Unternehmer, der eine 13-jährige Haftstrafe absitzt, wehrt sich gegen seine Verurteilung wegen Unterschlagung und Geldwäsche.

Chodorkowskis Anwälte äußerten sich zurückhaltend. "Wir machen uns keine Illusionen", erklärten sie auf ihrer Internetseite. Einer der Juristen sagte, die Entscheidung könnte nur Formfragen betreffen und an der Verurteilung selbst nichts ändern.

Chodorkowski hält die Prozesse gegen ihn für politisch motiviert. Der Ex-Chef des Ölkonzerns Yukos war einer der einflussreichsten Geschäftsleute Russlands, bis er politisch in die Offensive gegen Putin ging. Im Oktober 2003 wurde er festgenommen und in zwei Prozessen wegen Geldwäsche und Unterschlagung zu acht und 14 Jahren Haft verurteilt. Nach der Festnahme ging Yukos wegen Steuernachforderungen in die Insolvenz. Die meisten Firmenteile gingen an den Staatskonzern Rosneft, der von Putins Vertrautem Igor Setschin geführt wird. (APA, 24.7.2012)

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