Spekulationen um Monti-Kandidatur reißen nicht ab

24. Juli 2012, 17:53
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Der interimistische Premier könnte bei der Wahl Anfang 2013 antreten

Rom/Wien - Seit Mitte November vergangenen Jahres führt der parteiunabhängige Wirtschaftsprofessor Mario Monti interimistisch die Regierungsgeschäfte. Und allem Anschein nach - Ratings hin oder her - mit so gutem Erfolg, dass Silvio Berlusconi nervös wird und ein politisches Comeback versuchen will. Vor diesem Hintergrund ist es kaum verwunderlich, dass vor allem links-orientierte Medien Stimmung für eine Kandidatur Montis machen. Dabei hatte dieser klar gemacht, im Frühjar 2013 nicht als Premierkandidat zur Verfügung zu stehen.

Nur dem ehemaligen EU-Kommissar - so die Argumentation etwa der Zeitung il Fatto Quotidiano - werde zugetraut, die Märkte und Ratingagenturen in den Griff zu kriegen. Ziel müsse es sein, dem jetzigen Übergangspremier schnellstmöglich eine gewählte Mehrheit zu geben, damit er seine effiziente "Politik der Tränen und des Blutes" weiterführen kann.

Die politische Realität sieht allerdings ernüchternd aus: Eine Wahlrechtsreform - weg vom Mehrheitswahlrecht, Comeback des Verhältniswahlrechts - wird zwar von allen als überfällig angesehen, wird aber seit Jahren ebenso konträr wie ergebnislos diskutiert. Immerhin hat sich nun Angelino Alfano, Chef der Berlusconi-Partei PdL, festgelegt, noch vor dem Urnengang ein neues Wahlgesetz zu verabschieden - allerdings erst im Frühjahr 2013. (gian, DER STANDARD, 25.7.2012)

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