Oswald nützt Chance, Haider-Maurer out

24. Juli 2012, 17:28

Qualifikant übersteht als einziger von vier Österreichern erste Runde - Haider-Maurer scheitert trotz komfortabler Führung

Kitzbühel - Nur ein Österreicher hat am Dienstag beim mit 410.175 Euro dotierten bet-at-home Cup in Kitzbühel den Aufstieg in die zweite Runde geschafft. Der Vorarlberger Qualifikant Philipp Oswald gewann überraschend in drei Sätzen gegen den Deutschen Daniel Brands 4:6,6:3,6:2 und feierte seinen ersten ATP-Tour-Sieg überhaupt. Eine bittere Drei-Satz-Niederlage musste hingegen Österreichs Nummer zwei Andreas Haider-Maurer trotz einer klaren 6:2,5:2-Führung gegen den Letten Ernests Gulbis hinnehmen. Der Niederösterreicher verlor nach Matchball noch mit 6:2,5:7,1:6. Martin Fischer und Dominic Thiem waren bereits am Montag gescheitert.

Erster Sieg auf der ATP-Tour

Oswald sorgte mit seinem Erfolg für eine doppelte Premiere: Für den 26-Jährigen war es der erste Sieg auf der ATP-Tour bei seinem zweiten Antreten. Noch dazu ist Oswald der erste Österreicher, der nach dem Neustart des Kitzbüheler-Turniers auf ATP-Ebene im Jahr 2011 in die zweite Runde aufsteigen konnte.

Den Qualifikanten Oswald, 242. im ATP-Ranking, war im ersten Satz gegen den deutschen ATP-119. Daniel Brands seine Nervösität anzumerken und er verlor 4:6. "Ich war diese Kulisse nicht gewohnt", gestand der Vorarlberger. Doch mit Fortdauer der Partie kam Oswald immer mehr auf. Vertrauend auf seinen guten Aufschlag glich der 2,01-m-Hüne zum 1:1 nach Sätzen aus und nach einem Break im letzten Satz fixierte er nach 1:45 Stunden bezeichnenderweise mit einem Ass den Aufstieg.

"Ich habe schließlich das richtige Rezept gegen das starke Service von Brands gefunden. Am Schluss war ich richtig locker", analysierte Oswald die Partie. "Das Gefühl ist nun unbeschreiblich." In der zweiten Runde trifft der Vorarlberger auf den niederländischen Titelverteidiger Robin Haase. "Ein unangenehmer Gegner und schwer zu schlagen. Sein Aufschlag ist zwar nicht so gut, aber sein Grundlinienspiel exzellent."

Wenig Grund zur Freude hatte hingegen der 25-jährigen Haider-Maurer nach seiner Niederlage gegen den in Kitzbühel als Nummer sieben gesetzten Ernests Gulbis, der vom Österreicher Günter Bresnik betreut wird. Haider-Maurer führte bereits 6:2,5:2 und vergab bei 5:3 im zweiten Satz einen Matchball. Doch nach einer Verletzungspause wegen Schulterproblemen kam Gulbis mit seinem Hopp-oder-Trott-Spiel immer besser in die Partie. Haider Maurer war völlig von der Rolle, machte in Folge nur noch ein Game und verlor den Entscheidungssatz 1:6.

"Eine bittere Niederlage, die wehtut. Aber ich werde darüber hinwegkommen", sagte Haider-Maurer. "Ich habe meine Chancen gehabt, im zweiten Satz, aber diese leider nicht genützt." Im dritten Satz fehlte Haider-Maurer schließlich die Kraft. "Ich bin noch nicht hundertprozentig fit nach meiner Verletzung, aber ich kann Turniere schmerzfrei absolvieren", bekannte der ATP-149.

Oswald durfte in der Folge mit Partner Martin Fischer auch noch über den Doppel-Viertelfinaleinzug jubeln: Das Duio besiegte Blaz Kavcic/Igor Zelenay (SLO/SVK) 7:5,6:1. (APA, 24.7.2012)

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"Ich war diese Kulisse nicht gewohnt! Hahaha, die 10 Zuschauer!

ja er ist die zuschauer von der challenger ebene gewohnt

da sitzen wirklich nur 10...

bei den österreicher-spielen war der center court durchaus ganz brauchbar gefüllt. wenn man die letzten jahre als vergleich hernimmt, ist die entwicklung da doch klar positiv.

aber natürlich bisher nur bei den österreicher-spielen, bei Garcia-Lopez vs Zopp ist natürlich nix los.

mit 26 aber auf keine Zukunftshoffnung...

Alian Prost spiel jetzt Tennis? Scheint ihm gut zu tun.

Alain Prost: 1,63
Philipp Oswald: 2,01

Alain Prost: 1,63
Philipp Oswald: 2,01

schwache Berichterstattung

In Österreich findet ein ATP-Turnier statt und die Berichterstattung in den Medien ist geringer als bei Fussball-Vorbereitungsspielen der Regionalliga.
Diese Kritik gilt auch für den Qualitätstandard...

Warum bleibt man mit 25/26 im Tennissport, wenn man noch nicht einen achtbaren Erfolg oberhalb der Challenger Ebene vorweisen kann?

Kann mir das wer erklären?

warum nicht? er wird wohl nichts verdienen, aber doch die welt bereisen und natürlich ist da die hoffnung da einmal den durchbruch zu schaffen und gerade im tennis winkt dann das große geld. aber so eine challengerserie in afrika (ja die gibt es!) oder südamerika ist sicher eine interessante erfahrung

nichts verdienen würde ich so nicht sagen...

er hat laut seinem atp-profil 224.000$ preisgeld bis jetzt erspielt...

Von Challenger zu Challenger zu reisen kostet aber auch Geld.

ja ich hab auch nicht behauptet, dass er viel geld hat sondern nur, dass er nicht so wenig verdient hat in seiner karriere...

definitiv zu wenig, um mit gewinn auszusteigen.

ja das sicher...

weil der ötv hat bei ihm, so wie bei allen talenten, ja viel zu wenig bis gar nichts beigesteuert...

"Talent"? Sorry, das seh' ich weder bei Oswald noch bei AHM.

Thiem muß sich noch beweisen, so wies aussieht ist er aber auch nur am Weg ins untere Mittelmaß - talentierte Tennisspieler gewinnen solche Matches und reden sich nicht auf Fitness im letzten Satz aus (seriously? Du bist 19 Burli. Wenn dir im letzten Satz die Puste ausgeht, geh ein bisserl mehr Kondi trainieren)

ok einen ahm braucht man auch nicht mehr fördern und bei einem oswald geb ich dir mit dem nicht ganz vorhandenen talent recht, aber wenn man einen thiem nicht fördert wen dann???

ja, dass ein 18-jähriger keine 3 satz partie körperlich durchhält hat mich selbst verwundert, aber körperlich hat er noch die größten defizite...

Melzer war auch so ein Spätstarter, hat seine größten Erfolge erst gefeiert, als er schon knapp 30 war. Gut, dass er nicht mit 25 aufgegeben hat.

Der Vergleich hinkt... er war über viele Jahre Top 40... kann man nicht wirklich vergleichen mit Leuten die zwischen 120-400 pendeln.

Außerdem Wimbledon Juniorensieger etc...

weil viele spieler ihren durchbruch heute erst nach jahren auf der tour schaffen. Tipsarevic war jahrelang zwischen 30 und 70, ehe er mit 28 die top 10 erreichte. auch Monaco mit 28 erstmals top 10. Soeda galt nie als top-100-kandidat und steht mit ende 27 auf career high 47. Jaziri war immer durchschnitt, mit 28 auf einmal top 70. Baker auch schon 27 und so gut wie nie zuvor. da gibt's einige beispiele. oder man denke nur an Werner Eschauer.

wenn man bis 25 so halbwegs zwischen top 100 und 200 ist, darf man auf keinen fall aufgeben, denn erst dann kommt man ins beste tennisalter.

Bei Baker ist es aber anders. Der war von Beginn an ein großes Talent (Orange-Bowl-Sieger und Junioren-Finalist bei den French Open), war immer wieder verletzt mit einer Reihe von Operationen und hat von 2006 bis mitte 2011 kaum ein Match bestritten.

hab ich mich auch schon manchmal gefragt, aber das ist sein beruf und wahrscheinlich sein traum...also warum soll er das aufgeben, weil er nicht ganz so erfolgreich ist...

aber ich denke man kann sich auch mit challenger erfolgen über wasser halten und da hat er im doppel glaub ich schon über 10 titel...

AHM beweist wieder wie mental schwach er doch ist. Spielerisch ist er absolut auf Top 100-Niveau, aber im Kopf leider nicht.

Wenn das Spiel gegen ihn kippt, hat er es noch nie geschafft es wieder umzudrehen.

Leider ein Problem, dass einige Österreicher haben.

alle drei österreicher die ausgeschieden sind (thiem, ahm und fischer) hätten ohne weiteres gewinnen können. im kopf verloren...

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