Salzburg: Konflikt um Citysperre

25. Juli 2012, 06:55
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Wahrnehmbare Verkehrsberuhigung - SPÖ zieht positive Bilanz, ÖVP fordert sofortige Aufhebung

Salzburg - Seit dem 16. Juli gilt in Salzburg das fünf Wochen dauernde Fahrverbot um die Mittagszeit. Die Diskussionen über das vierstündige Verbot, das für einen Teil der Innenstadt gilt, reißt trotz der wahrnehmbaren Verkehrsberuhigung nicht ab. Vizebürgermeister Harald Preuner (ÖVP) fordert sogar, die Regelung sofort abzuschaffen. Planungsstadtrat Johann Padutsch (Bürgerliste) hingegen zieht nach einer Woche positive Bilanz und betont, dass "die Salzburger Altstadt rund um die Uhr bestens erreichbar ist".

Schon in der ersten Woche habe die Mittagsregelung für eine Verkehrsberuhigung in der gesamten Stadt gesorgt. "Wir haben die Staus beseitigt", erklärt Padutsch. Mit 3400 Parkplätzen in direkter Altstadtlage, die rund um die Uhr geöffnet und erreichbar sind, hätte man in Salzburg einen Parkgaragen-Ring, der österreichweit einzigartig sei. Zudem haben die Altstadtbesucher nun ein pünktlicheres öffentliches Verkehrsnetz zur Verfügung. "Noch optimaler geht es eigentlich nicht", sagt Padutsch. In Zukunft will Padutsch aus der derzeitigen Mittagsregelung eine ganztägige, dauerhafte Lösung machen. Der Bereich zwischen Stadt und Salzach soll den Menschen als Freiraum zurückgegeben werden.

"Panikmache der Wirtschaft"

Dass weniger Einheimische aus der Stadt oder dem Umland in die Innenstadt fahren, hänge für Padutsch mit der "Panikmache der Wirtschaft" und der negativen Kommunikation mit dem Begriff "Altstadt-Sperre" zusammen. Nun sei Krisenmanagement erforderlich. Altstadt, Stadt und Medien müssten gemeinsam die Qualität der autofreien Innenstadt hervorheben.

"Der Sommer ist gelaufen", meint dagegen Vizebürgermeister Preuner, "wir werden das jetzt nicht mehr hinbekommen." Mit der "Drüberfahrmethode" sei erreicht worden, dass die Einheimischen jetzt ausbleiben. An den zwanzig Sperrtagen würden die Geschäftstreibenden zwischen drei und sechs Millionen Euro Umsatz verlieren, prognostiziert der Altstadtverband. Deshalb fordert Preuner, die Mittagsregelung aufzuheben: "Der Feldversuch hat nicht funktioniert. Nun muss man die Reißleine ziehen". (ruep, DER STANDARD, 25.7.2012)

  • Rechts von der Staatsbrücke geht es nur ohne Auto in die Innenstadt. 
Künftig soll die Regelung ganztägig und dauerhaft den Verkehr beruhigen.
    foto: wildbild

    Rechts von der Staatsbrücke geht es nur ohne Auto in die Innenstadt. Künftig soll die Regelung ganztägig und dauerhaft den Verkehr beruhigen.

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