Mit zugenähtem Mund für die Freiheit der Kunst

24. Juli 2012, 16:28
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Der russische Maler Pyotr Pavlensky protestierte aufsehenerregend für die Freilassung der Pussy Riots und gegen Zensur in Medien und Kunst

Ein russischer Maler protestierte am Montagnachmittag vor der St. Petersburger Kasaner Kathedrale mit zugenähtem Mund gegen die Inhaftierung der drei Band-Mitglieder von Pussy Riot - das berichten mehrere Online-Nachrichtenportale. Pyotr Pavlensky verbrachte dem Magazin "Ria Novosti" zufolge mehrere Stunden vor der Kathedrale. In einem Video ist der Maler in ruhiger Position mit einem Transparent zu sehen. Berichten zufolge hatte die Polizei den Notarzt verständigt.

Freiheit der Kunst bedroht

Später erklärte Pavlensky gegenüber "Ria Novosti", dass sein Protest für die Freiheit der Kunst und gegen die zunehmende Zensur in Russland - sowohl in der Kunst als auch in den Medien - stehe. Pavlensky ist jedoch nicht der einzige Künstler, der sich mit den inhaftierten Punkmusikerinnen solidarisiert. Die Festnahme der Frauen hat in der Kunstszene weltweit für Aufsehen gesorgt.

Musiker solidarisieren sich

Bei einem Konzert in Moskau trug der Sänger der Rockband Red Hot Chili Peppers demonstrativ ein T-Shirt mit der Aufschrift "Pussy Riot". Die britische Gruppe Franz Ferdinand widmete bei einem Auftritt in der russischen Hauptstadt ihren Titel "The Fire" den eingesperrten Aktivistinnen.

Die Musikerinnen sitzen bereits seit März in Untersuchungshaft. Sie hatten am 21. Februar in einem "Punk-Gebet" in der wichtigsten Moskauer Kathedrale die Gottesmutter angefleht, Russland von Wladimir Putin zu erlösen. Ihnen drohen wegen "Rowdytums" bis zu sieben Jahre Haft. Erst am Freitag wurde ihre Untersuchungshaft auf weitere sechs Monate verlängert. (red, dieStandard.at, 24.7.2012)

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    Pyotr Pavlensky: Stiller und außergewöhnlicher Protest.

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