Schlecker Österreich erhält schlechte Prognose

Kreditschützer Hrobar sieht die Chancen für eine Rettung schwinden. Der Insolvenzentgelt­fonds traf Vorbereitungen

Wien - Wolfgang Hrobar vom Alpenländischen Kreditorenverband (AKV) sieht die Chancen für ein Überleben von Schlecker Österreich schwinden: "Ich hoffe das Beste, aber rechnen tue ich nicht damit." Für Schlecker gebe es in Österreich kein Marktpotenzial mehr und zu geringe Gewinnmargen. Eine geordnete Insolvenz könnte zumindest aber eine potenzielle Übernahme erleichtern. Wegen des Insolvenzentgeltfonds müssten die Mitarbeiter aber nicht um ihre Löhne und Abfertigungen zittern, betonte der Kreditschützer. Angaben zu möglichen Forderungen der Schlecker-Gläubiger in Österreich konnte Hrobar nicht machen.

Insolvenzschutz "Gewehr bei Fuß"

Der heimische Insolvenzentgeltfonds (IEF) hat sich jedenfalls in den vergangenen Wochen auf eine mögliche Pleite von Schlecker Österreich vorbereitet. "Wir stehen Gewehr bei Fuß, damit dann die Mitarbeiter ihre Gehälter erhalten", sagte IEF-Chef Wolfgang Pfabigan. Der von den Arbeitgebern finanzierte Fonds habe bereits Vorkehrungen getroffen und verfüge über offene Kreditlinien. Schlecker Österreich - mit 3.000 Mitarbeitern und 900 Filialen - konnte bisher eine Insolvenz im Gegensatz zum Mutterkonzern verhindern.

Die Situation sei schwierig zu beurteilen, weil es offenbar noch laufende Investorengespräche gebe, betonte Pfabigan. Von der Schlecker-Insolvenzverwaltung in Deutschland hieß es auf Anfrage, dass Gespräche mit Interessenten für die Österreich-Tochter "weiterhin erfolgsversprechend verlaufen". Näher wollte man sich heute dazu nicht äußern.

Die Gewerkschaft bereitet sich seit Wochen aber auf den Ernstfall vor: "Alles ist in Schwebe", betonte Manfred Wolf von der GPA-djp. Derzeit gebe es aber keine genaueren Infos. "Die Schlecker-Mitarbeiter werden aber nicht im Regen stehen gelassen." (APA, 24.7.2012)

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