Mehrere Festnahmen bei "Batman"-Vorführungen in USA

Verdächtiger in Maine mit Sturmgewehr und vier Handfeuerwaffen erwischt - 30 Granaten in Wohnung von mutmaßlichem Attentäter gefunden

Norwalk - Nach dem Blutbad bei der Mitternachtspremiere des neuen "Batman"-Films "The Dark Knight Rises" in Aurora, Colorado, sind in den USA mindestens drei Menschen wegen Drohungen während oder nach Kinovorstellungen festgenommen worden. Dies teilten die Behörden mit.

In der Stadt Sierra Vista im US-Staat Arizona gerieten Kinozuschauer während einer Vorstellung des "Batman"-Films wegen eines offenbar unter Alkoholeinfluss stehenden Mannes in Panik. Das Verhalten des 27-Jährigen löste eine "Massenhysterie" aus, rund 50 Menschen flüchteten aus dem Kino, wie das Sheriff-Büro im Bezirk Cochise County mitteilte.

Sturmgewehr beschlagnahmt

Im US-Staat Maine wurde Polizeiangaben vom Montag (Ortszeit) zufolge ein Mann festgenommen, der "The Dark Knight Rises" gesehen und einen Tag später damit gedroht hatte, einen ehemaligen Mitarbeiter zu erschießen. Der Verdächtige sei wegen zu schnellen Fahrens angehalten worden, hieß es. In seinem Fahrzeug fanden die Beamten anschließend ein Sturmgewehr, vier Handfeuerwaffen, Munition sowie Zeitungsausschnitte über die Schießerei in Colorado, bei der am Freitag zwölf Menschen getötet wurden.

In Südkalifornien wurde bereits am Sonntag ein Mann während einer Nachmittagsvorstellung des "Batman"-Films in Gewahrsam genommen, nachdem er Augenzeugenberichten zufolge Drohungen geäußert und auf das Blutbad in Colorado verwiesen hatte.

30 Granaten in der Wohnung

Indessen sind weitere Einzelheiten über das mit Sprengstofffallen gesicherte Apartment des mutmaßlichen Schützen von Aurora ans Licht gekommen. Wie der Nachrichtensender CNN am Montagabend (Ortszeit) unter Berufung auf Polizeikreise berichtete, soll der 24-jährige Student James Holmes in seiner Wohnung mehr als 30 selbstgebaute Granaten und Behälter mit insgesamt fast 40 Litern Treibstoff platziert haben. Sprengstoffexperten hätten den Zündmechanismus mit Hilfe eines ferngesteuerten Roboters ausschalten können.

Bei einer Explosion wäre wohl das ganze Stockwerk zerstört worden, mutmaßte ein Behördenvertreter im Gespräch mit CNN. "Die Feuerwehr hätte bei ihrem Eintreffen ein Gebäude vorgefunden, dass vollständig in Flammen gestanden hätte." Die Granaten waren demnach über Drähte mit einem Schaltkasten in der Küche verbunden. Die Box sei mittlerweile zur Untersuchung an Experten der Bundespolizei FBI geschickt worden. Die Polizei hatte am Samstag mitgeteilt, die von der Wohnung ausgehende Gefahr entschärft zu haben.

Das Motiv des Todesschützen ist noch unklar. Bei einem ersten Gerichtstermin am Montag schwieg Holmes, nach Polizeiangaben zeigte er sich auch in den Verhören unkooperativ. Unterdessen hat sich die aus der Gegend von San Diego in Kalifornien stammende Familie des mutmaßlichen Amokläufers zu Wort gemeldet. In einer Erklärung äußerte sie am Montag ihr Mitgefühl für die Opfer. (APA, 24.7.2012)

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