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"Die Informatik ist eine Schlüsselqualifikation für die Zukunft. Wenn wir hier nicht jetzt massiv investieren, kann es passieren, dass wir den Zug verpassen."
Keine Tests, keine Deadlines: Wer eine Vorlesung bei Peter Purgathofer am Institut für Gestaltungs- und Wirkungsforschung der Technischen Universität (TU) Wien absolviert, braucht keine Angst vor Prüfungen zu haben. Purgathofer setzt auf ein Portfoliosystem: Die Studenten müssen mehrere kleine Arbeiten während des Semesters abgeben, daraus setzt sich dann die Note zusammen. "Man erfährt eine Erkenntnis, den Aha-Effekt", erklärt er im Interview mit derStandard.at seine didaktische Herangehensweise.
Purgathofer unterrichtet seit 20 Jahren an der TU und ist durch den Informatikerstreik in den 1980er Jahren in die Position des Lehrenden gekommen. Er sieht allerdings auch Schattenseiten seines Jobs: schrumpfende Budgets und mühsame Anträge, die man für die Lukrierung von Drittmitteln verfassen muss. Warum man die heutige Generation, die mit Computerspielen aufgewachsen ist, anders unterrichten muss als Studenten vor 20 Jahren, sagt der Informatiker im Interview mit derStandard.at.
derStandard.at: Sie haben bei Lehrveranstaltung - auch mit mehreren hundert Hörern - die Prüfungen am Ende des Semesters abgeschafft. Wieso?
Purgathofer: Ich halte Prüfungen für kontraproduktiv zum Lernen. Mir geht es um richtiges, authentisches Lernen. Deswegen ist es notwendig, in allen Lehrveranstaltungen Formen der integrierten Bewertung und Beurteilung zu finden. Die Studenten sollen gefordert werden, sollen sich substanziell mit den Dingen beschäftigen. Die Modelle, die wir in der Lehre verwenden, sind leider noch nicht besonders nachhaltig. Wir müssen hier noch wesentlich mehr Arbeit hineinstecken.
derStandard.at: Wie kommen Ihre Studenten zu einer Note?
Purgathofer: Es gibt keine Prüfungen, Tests und Deadlines. Wir verwenden in den großen Vorlesungen ein Portfolio-System. Die Studierenden müssen uns durch kleinere Abgaben zeigen, dass sie etwas gelernt haben. Dazu stellen wir ihnen eine Reihe von Aktivitäten und Exercises zur Verfügung, die zum Teil unabhängig von der Lehrveranstaltung sind, zum Teil sehr eng an den Inhalten hängen. Es geht nicht darum, viele Stunden Arbeit hineinzustecken, sondern das sind Aufgaben, die sich im Halb- bis Zwei-Stunden-Bereich bewegen, so dass man das auch einigermaßen schnell und effizient anschauen und evaluieren kann. Das hat sich aber leider noch nicht bewahrheitet, wir sind noch weit entfernt davon.
Im Moment ist es so, dass wir am Ende des Semesters einen riesigen Überhang an zu bewertenden Abgaben haben. Damit sind die Studierenden natürlich zu Recht nicht sehr zufrieden. Didaktisch wäre es richtig, den Leuten das schnellstmögliche Feedback zu geben. In diesem Portfolio-Konzept ist auch explizit vorgesehen, dass die Studierenden, wenn sie eine Aufgabe falsch machen, sie wiederholen können. Darin liegt ja auch das Lernen. Man erfährt eine Erkenntnis, den Aha-Effekt, also das Verständnis dessen, was da eigentlich dahintersteckt.
derStandard.at: Und warum erfährt man diesen Aha-Effekt bei Prüfungen nicht?
Purgathofer: Ich glaube, dass Prüfungen das Lernen kaputt machen. In einer Lehrveranstaltung sind die Hörerinnen und Hörer normalerweise von Anfang an darauf fokussiert, was eigentlich notwendig ist, um die Prüfung positiv zu absolvieren. Daher geht es das ganze Semester darum, diejenigen Inhalte aufzunehmen, die dann eventuell bei einer Prüfung gefragt werden. Das ist aber eher das uninteressante Zeug, das ist das, was man eh auch mal nachschlagen kann, wenn man es vergisst. Prüfungen sind ganz widersinnig in meinem Verständnis von Lernen.
Auch die Prüfungssituation an sich ist sehr kontraproduktiv, weil Druck erzeugt wird. Es gibt Zeitstress, mit dem manche nicht umgehen können, der aber ausschließlich in Prüfungssituationen existiert.
derStandard.at: War Ihnen schon als Student klar, dass Sie irgendwann in die Lehre und Forschung gehen werden?
Purgathofer: Ich habe schon an der TU Wien studiert. Der Übergang zum Lehrenden war relativ fließend, weil ich schon am Schluss des Studiums von einem Kollegen in eine neue Lehrveranstaltung, die gerade entstanden ist, eingebunden wurde. Natürlich ist es arg, wenn man auf einmal die Seiten wechseln muss. Am Ärgsten ist mir das aufgefallen, wenn ich Prüfungsaufsicht machen musste. Man sieht auf einmal, was man alles sieht. Das ist ziemlich entsetzlich und desillusionierend.
derStandard.at: Weil so viel geschummelt wird?
Purgathofer: Nein, es geht nicht nur um die Versuche, irgendwelche unerlaubten Hilfsmittel zu verwenden. Man bekommt viel vom Stress und der Panik mit. Wenn man den Leuten die Prüfungsbögen gibt, spürt man den Adrenalin-Rush.
derStandard.at: Wollten Sie schon immer in die Wissenschaft?
Purgathofer: Ich bin in einem wissenschaftlichen Umfeld aufgewachsen, mein Vater war Wissenschaftler. Wir haben in einer Dienstwohnung innerhalb des Universitätsgeländes bei der Sternwarte im 18. Bezirk gelebt. Von dem her war ich immer von Studenten umgeben. Trotzdem habe ich während meines Studiums ganz schnöde, kommerzielle Dinge gearbeitet und das auch sehr genossen.
derStandard.at: Ihr Vater war ein bekannter Astronom - warum haben Sie sich für die Informatik entschieden?
Purgathofer: Computer sind ein unglaublich faszinierendes Thema und ein unglaublich faszinierender Eingriff in die Welt. Das hört auch nicht auf, mich heute noch zu faszinieren. Ich glaube, ich könnte genauso gut in einem Umfeld arbeiten, wo ich solche Systeme entwerfe, gestalte und in der Umsetzung unterstützen kann. Aber es hat mich dann mehr oder weniger zufällig in die Wissenschaft hineingezogen.
derStandard.at: Per Zufall in die Wissenschaft - wie kann man sich das vorstellen?
Purgathofer: In den 1980er Jahren gab es einen Ausbau in der Informatik durch Proteste von Studierenden. Der Streik hat mich in die Studierendenvertretung hineingezogen. Wir haben gestreikt, weil die Fachrichtung zu klein war. Der damalige Wissenschaftsminister Heinz Fischer hat dann eingesehen, dass die Informatik wichtig sein könnte für die Zukunft, und hat die Zahl der Professorenstellen verdoppelt. Das Institut für Gestaltungs- und Wirkungsforschung ist dazugekommen, und hier bin ich heute noch tätig. Die altgedienten Studienvertreter haben mich vorgeschlagen als möglichen Professor. Das klingt ein bisschen mehr nach Vitamin B, als es tatsächlich war. Es ist ein neues Fach entstanden, und man hat nach Leuten gesucht, die hier schon Qualifikationen mitbringen.
derStandard.at: Worauf liegt der Schwerpunkt dieses Instituts?
Purgathofer: Die grundlegenden Fragen der Informatik werden gerne als mathematisch angenommen, aber es gibt eine gute Rechtfertigung dafür, dass sie beispielsweise auch geisteswissenschaftliche Fragen sein könnten. Es gibt Design-Komponenten in der Informatik, die lange vernachlässigt worden sind, die eigentlich sehr wichtig sind. Heute wissen es die erfolgreichen Firmen, dass es wichtig ist, die Gestaltung in den Mittelpunkt der technischen Umsetzung zu stellen. Bei Microsoft waren immer die technischen Fragen im Zentrum. Heute sieht man, dass es nicht nachhaltig war.
derStandard.at: Welche Voraussetzungen muss man mitbringen, um eine wissenschaftliche Karriere zu machen?
Purgathofer: Als ich angefangen habe, war es schon so, dass das Anfangsgehalt im Vergleich zu dem, was man in der Wirtschaft bekommen hat, relativ gering war. Von dem her muss man ein bisschen bescheiden sein und sich mit diesem niedrigen Anfangsgehalt zufriedengeben. Heute ist es noch wesentlich weniger, wir reden von einem wissenschaftlichen Prekariat. Natürlich sind das "First-World-Problems", aber die Leute arbeiten zu entsetzlichen Bedingungen mit ganz starker zeitlicher Begrenzung, sie werden mit 25 Stunden angestellt. Die Rahmenbedingungen sprechen ganz und gar nicht dafür.
derStandard.at: Wie geht es Ihnen in Ihrem Alltag mit Ihrem Titel?
Purgathofer: Ich versuche ihn möglichst zur Seite zu lassen. Ich erinnere mich noch, wie lange ich mich geziert habe, im Stammcafe bei mir um die Ecke zu erzählen, dass ich den Doktor habe. Die Chefin dort war sehr titelverliebt. Auf der einen Seite gibt es schon eine Titelverliebtheit in Österreich, auf der anderen Seite auch eine große Bildungsskepsis. Ich will nicht sagen Bildungsfeindlichkeit, aber manchmal habe ich das Gefühl, wenn man sagt, man arbeitet an einer Universität, kommt ein zweifelnder Blick daher, ob das was Gescheites ist.
derStandard.at: Würden Sie manchmal gerne etwas anderes machen? Was wäre das?
Purgathofer: Oh ja. Natürlich ist das schon so - gerade zu Zeiten, wo das Budget so massiv schrumpft. Die TU ist tief in den roten Zahlen. Wir merken das jeden Tag. Es steht nicht mehr so viel Geld zur Verfügung. Da denkt man sich dann schon oft, habe ich das notwendig? Es gibt natürlich Dinge, die ich nicht mehr machen kann. Als Student hatte ich ein zweites Leben als Musiker, das ist vollkommen auf der Strecke geblieben.
derStandard.at: Drittmittelprojekte werden immer stärker forciert. Ist das mühsam?
Purgathofer: Sehr. Wir haben hier ein strukturelles Problem. Die Förderstellen wollen, dass man bei Einreichung eines Antrags bereits weiß, was herauskommt. Davon auszugehen, dass man am Beginn der Entwicklung einer Innovation, eines Geräts, einer Software schon weiß, was daraus wird, hat sich immer und immer wieder als großer Fehler herausgestellt. Wir versuchen die Projekte so zu beschreiben, dass wir Zuversicht in unserer Vorgehensweisen erzeugen.
derStandard.at: Inwiefern spielen Wissenschaft und Lehre bei Ihnen zusammen, sind das zwei verschiedene Dinge oder verknüpfen Sie die miteinander?
Purgathofer: Wenn man das als zwei verschiedene Sachen sieht, ist man an der Universität falsch. Die Uni lebt davon, dass diese beiden Welten miteinander verschmelzen. Das ist natürlich schwierig in einer Erstsemestrigen-Veranstaltung. Aber auch dort muss man schon Thinking-Skills vermitteln: mit kritischem Verstand an die Wirklichkeit heranzugehen. Es ist wichtig, die Welt anders zu sehen als jemand, der am WIFI einen Programmierkurs macht. Je weiter man die Semesterleiter hinaufklettert, umso mehr bindet man die Studenten in konkrete Forschungsfragen ein.
derStandard.at: Welche Rahmenbedingungen wünschen Sie sich für die Wissenschaft, für die Lehre?
Purgathofer: Zwei verschiedene Dinge. Für die Wissenschaft wünsche ich mir, dass anerkannt wird, dass jede Form der höheren Bildung eine Investition in die Zukunft ist. Jetzt kann ich natürlich sagen, das gilt für alle Universitäten, für alle Studienrichtungen. Höhere Bildung macht die Leute tendenziell gescheiter, offener und interessanter für die Zukunft. Spezifisch für die Informatik ist es so, dass sie eine Schlüsselqualifikation für die Zukunft ist. Wenn wir hier nicht jetzt massiv investieren, kann es passieren, dass wir den Zug verpassen. Das wäre desaströs für Österreich.
Zum Bereich der Lehre: In Wirklichkeit ist sie an allen Unis unterbewertet. Es gibt in anderen Ländern Mittel, um gute Lehre zu unterstützen, um gute Lehre hervorzubringen. Das gibt es in Österreich alles nicht. Im Vergleich zu meiner Generation sind die Studierenden heute nicht mit Fernsehen, Radio und Bücherlesen aufgewachsen, sondern mit Computerspielen und Fernsehen - und ein bisschen Lesen. Da entstehen andere Ansprüche, da ist es notwendig, anders mit den Leuten umzugehen.
derStandard.at: Aber das Gegenteil ist der Fall: Die Lehre hat sich kaum verändert, ist so wie vor 20 Jahren ...
Purgathofer: ... oder wie vor hundert Jahren. Die Vorlesung ist ja sogar eine Form, die aus dem Mittelalter kommt, weil es keine Bücher gab. Die Vorlesung hat schon ihren Wert, der besteht aber nicht in der Wissensvermittlung. Mein Wunsch ist es, die Lehre herauszustellen und zu sagen, Lehre ist uns wichtig und wir müssen das fördern. Innerhalb der Universität zählt Lehre im Vergleich zu wissenschaftlicher Forschung nicht. Publikationen zählen, das ist schade. (Rosa Winkler-Hermaden, derStandard.at, 25.7.2012)
Peter Purgathofer (49) ist Professor an der Fakultät für Informatik der Technischen Universität Wien und befasst sich mit den Wechselwirkungen zwischen gesellschaftlicher und technologischer Entwicklung.
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Meiner persönlichen Meinung nach wird es mit der Informatik an der TU nie aufwärts gehen, solange sie von Personen wie Herrn Purgathofer dominiert wird. Informatik ist und bleibt eine Ingenieursdisziplin, wo es im Studium primär darum gehen muss, auf Hochschulniveau Kompetenzen in den Kerngebieten des Fachs, wie Theoretische Informatik, Compilerbau, Betriebssysteme etc., zu erwerben. Dann, wenn das alles beherrscht wird, kann man sich auch mit der Folgenabschätzung auseinandersetzen - sonst redet man wie der Blinde von der Farbe. Es würde ja auch niemand einen Maschinenbauer ernst nehmen, der nur von Folgenabschätzung schwurbelt, aber keine Dinge konstruieren kann, die auch tatsächlich funktionieren.
Ich habe immer lieber eine große, wirkliche Prüfung/Klausur am Ende der LV gemacht, als lächerliche "Portfoliobeiträge", die im Nirvana der Belanglosigkeit noch viel schneller verpuffen als das Gelernte bei einem ordentlichen und umfangreichen Test.
kann dem nicht wirklich zustimmen, dass prüfungen das lernen kaputt machen.
prüfungen an der tu sind doch kein problem. zb bei reinen theorieprüfungen haben mir 1-2 tage (= bei mir 2-3 mal konzentriert stoff durchlesen) gereicht. bei matheprüfungen muss man bissl mehr machen, aber es war vertretbarer aufwand für einen ausgezeichneten erfolg.
genervt haben am meisten die übungen mit ungenauen/widersprüchlichen angaben. die haben mit sicherheit die meiste zeit im studium gefressen.
beim purgathofer hab ich nur informatik und gesellschaft gemacht. vortrag war ok, die übungen dazu nervig (z.b. fotos machen und auf flickr hochladen wtf...), an die prüfung kann ich mich nicht mehr erinnern, aber es gab damals noch eine.
in 1-2 Tagen, mit 2-3 mal konzentriertem Durchlesen, schaufeln sie die Infos kurzfristig ins Gedächtnis. Das reicht für die Prüfung. Aber für mehr auch nicht. Gelernt haben Sie damit noch nichts.
Um den Stoff aber dauerhaft ins Gedächtnis zu übernehmen brauchen Sie Wiederholungen, erst in kurzen, dann in immer länger werdenden Abständen. Dabei ändert sich auch die Art wie die Inhalte im Gehirn repräsentiert werden.
Um den Stoff für verschiedenste Aufgaben anwenden können müssen Sie genau das üben, andernfalls steht Ihnen diese Transferfähigkeit nicht zur Verfügung. Erst durch die (mehrfache) Anwendung des Stoffes bilden sich im Gehirn genau diese Strukturen aus die Sie für die Anwendung brauchen. Insb. für die Anwendung im realen Leben.
Die Geschichte mit den Portfolios ist leider auch nicht Deppen sicher. Kurze Aufgaben kursieren im Netz. Studierende helfen gegen Entgelt (vgl. Diplomarbeiten und Dissertatinen).
Korrekturen von hunderten Portfolios sind kaum objektiv möglich. Vermutlich korrigieren Assistenten, denn der Herr Professor wird sich wohl kaum 300 Zweistundenaufgaben persönlich ansehen.
Das Problem, valide, zuverlässig und objektiv zu prüfen ist leider im Massenbetrieb nicht lösbar.
Alternative sind z.B. die Meisterklasen an den Kunstuniversitäten. Aber auch dort ist die Beurteilung sehr persönlich, eben eine Meisterlehre.
Kann ich jetzt nicht ganz bestaetigen, ich hab nix geen Pruefungen, aber hab ein zusaetzliches Studium angfangen, nachdem ich das erste kursmaessig zu frueh beendet hatte (keine Sorge, kein Steuergeld verschwendet, is sich auf dasselbe rauskommen) in der dritten Kursstufe hat es dann auch Tests plus Portfolio gegeben, wobei das Portfolio >50% der Note ausgemacht hat. War damals, 2004, noch recht neu, aber nicht schlecht. Bissl deppat fuer last minute-Leut wie mi, aber nit ungut.
Sie regt an, das aktuell erlernte Wissen auch umzusetzen und nicht nur zu notieren und für die Endprüfung aufzuschieben.
Selbstverständlich sollten einige Fragen immer wieder kommen, um das Langzeitgedächtnis zu forcieren.
und Selbstbestimmtheit der Studis gefaselt, und daraus wird geschlussfolgert, dass man Prüfungen abschaffen sollte, weil *******
Fair wäre jedoch genau ein Mix an Abschlusskriterien/Prüfungen (schriftlich/mündlich/offene Fragen/MC/HÜs/nur schriftl. Arbeit....) um den verschiedenen Lern- und Prüfungstypen sowie der einzelnen LV zu entsprechen.
Aber wie immer steht Dogma über Vernunft im Standard-Bildungsforum.
nur weil bis jetzt prüfungen die grundlage für die gewohnte beurteilung waren muss man sie beibehalten? was was sagen testergebnise über ihre umsetzungsfähigkeit des erlernten aus? nichts! und damit ist das ganze system wertlos...
als studierenser an der tu wien versuche ich wenn möglich vorlesungen beim prof. purgathofer zu belegen, da es kaum etwas besseres gibt! ;)
Die LVAs am IGW habe ich als sehr unterschiedlich erlebt. Teilweise genial, teilweise reine Zeitverschwendung.
Als Indikator für gute Lehre würde ich die Prüfungsordner sehen. Wenn die Chance gut ist mit PO paucken eine Prüfung zu schaffen, dann wird man wohl wenig lernen.
Was besonders schlimm ist, ist die Möglichkeit, das Enthusiasten durch Nebenfächer blockiert oder ganz gestoppt werden können. Im Berufsalltag sieht man dann den Unterschied von Leute die (mit guten Noten) einfach nur hackeln oder motivierte Kollegen die gute Arbeit leisten.
Ich darf ein Familienmitglied zitieren:
" ... ein echt sympathischer, unkonventioneller und kompetenter Professor. Vorlesungen bei ihm machen regelrecht Spaß. :)
Eine Prüfung war besonders cool - alle mussten einen 20 minütigen Test schreiben, danach wurde abgesammelt und wir mussten in 5er Gruppen den gleichen Test nochmal schreiben.
Wenn der gemeinsame Test besser war als der vom Besten der Gruppe wurde allen (bis zu einem Maximum von den Punkten des Besten) die Differenz zwischen Gruppentest und Bestem dazugerechnet.
Etwas verwirrendes System, aber fair und regt zum Vertiefen und diskutieren an. ..."
Mehr Purgathofers braucht das Land.
Damit Lehren wieder dem Lernen dient - und nicht nur der Wirtschaft.
Ich habe da bei meinen Inf. Studium an der TU Wien andere Erfahrungen gemacht. Meist gibt es Gruppen nur um den Verwaltungsaufwand zu verringern.
Einzelbewertungen gibt es nur wenn jemand komplett ausfällt, oder wann man jemanden beschuldig nichts gemacht zu haben.
Nicht selten kommt es vor, dass bei einer 5er Gruppe 2-3 Leute 90% der Arbeit machen, und am Ende alle die gleiche Note bekommen.
Eine Gruppenarbeit an der Uni hat überhaupt nichts mit dem echten Arbeitsleben zu tun. Dort kennt die "Kontrollinstanz" seine Mitarbeiteter und kann die Leistung des Einzelnen recht gut nachvollziehen.
An der Uni bedeutet für viele: Gruppenarbeit == die Anderen machen die Arbeit
und ich bin zwar nicht pingelig auf Noten, aber in diesem System passiert folgendes:
Ich weiß relativ viel und komme in eine miese Gruppe die den gemeinsamen Test quasi verhaut. Ich krieg dann eine 2 weil das meine EInzelleistung war.
Jemand der weniger weiß bekommt eine gute Gruppe und verbessert seine Einzelleistung und bekommt eine gleich gute/bessere Note als ich.
Noten sagen nach dem Prüfungsmodus also genau gar nichts darüber aus, was eine Person kann. Sind daher völlig unnötig.
Ich kenne dieses Problem aus Übungen bei denen man zufällige Partner bekommt. Meine Kollegin hätte die Übung niemals geschafft, hätte ich nicht für 2 gearbeitet. Im Gegenzug habe ich eine schlechtere Note bekommen...
der, der den stoff am genauesten gelernt hat bekommt dann eventuell die gleiche note wie die leute, die weniger gelernt haben? das ist alles mögliche, aber sicher nicht fair.
freuen tut's nur die leute, die ohnehin im falschen studium gelandet sind.
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