Pfusch am Bau floriert weiter in Wien

24. Juli 2012, 13:23
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Die Behörden knöpfen sich schwarze Schafe vor, u.a. wegen Stundenlöhnen von 1,86 Euro für Arbeiter aus Osteuropa

Wien - Stadt Wien und Bundesbehörden wollen mit Schwerpunktkontrollen verstärkt gegen Pfusch am Bau vorgehen. Bei der jüngsten "Aktion scharf" hagelte es wieder zahlreiche Anzeigen gegen Firmen. Unter anderem wurden Untersuchungen auf einer Baustelle in der Leopoldstadt eingeleitet, da in den Arbeitsverträgen von Beschäftigten aus östlichen EU-Nachbarstaaten lediglich ein Stundensatz von 1,86 Euro ausgewiesen wurde, wie es aus dem Büro von Wohnbaustadtrat Michael Ludwig (SPÖ) hieß.

Der Mindestlohn in Österreich entspricht für diese Beschäftigten allerdings 10,21 Euro pro Stunde. Deshalb liegt hier der Verdacht auf Verstöße gegen das Lohn- und Sozialdumpinggesetz vor.

Insgesamt nahmen die Kontrollorgane in den vergangenen zwei Wochen vier Baustellen unter die Lupe, die aufgrund diverser Hinweise und Beschwerden schon länger unter Beobachtung standen, hieß es.

So wurde im 20. Bezirk ein polnischer Arbeiter von der Polizei festgenommen, da gegen ihn ein Aufenthaltsverbot vorliegt. Einem weiteren Beschäftigten legte die Exekutive in Favoriten wegen einer Aufenthaltsermittlung bei Gericht die Handschellen an. In Margareten vermutete die Finanzpolizei u.a. eine Verletzung steuergesetzlicher Bestimmungen und stellte Forderungen in Höhe von 136.000 Euro.

Daneben gab es eine Reihe von Anzeigen aufgrund von Verstößen gegen das Ausländerbeschäftigungsgesetz - beispielsweise infolge nicht vorliegender Arbeitserlaubnis - bzw. wegen nicht rechtmäßiger Meldungen bei der Sozialversicherung. Laut Ludwig-Büro werden die Schwerpunktkontrollen weiter fortgesetzt und Verstöße rigoros geahndet. (APA, 24.7.2012)

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    Pfusch am Bau hat immer Konjunktur.

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