Präsident Mursi wählt parteilosen Technokraten als neuen Premier

24. Juli 2012, 13:20

Bisheriger Minister Kandil wird mit Bildung einer neuen Regierung beauftragt

Kairo - Der ägyptische Präsident Mohammed Mursi hat am Dienstag den bisherigen Minister für Bewässerungswirtschaft, Hisham Kandil, mit der Bildung der neuen Regierung beauftragt. Der 50-jährige Ingenieur gehörte seit Dezember der vom Militär eingesetzten Übergangsregierung von Premierminister Kamal al-Ganzouri an und gilt als Technokrat. Präsidentensprecher Yasser Ali erklärte vor der Presse in Kairo, Mursi habe wie versprochen "eine unabhängige Persönlichkeit" an die Spitze der neuen Regierung berufen, deren Zusammensetzung ehebaldigst feststehen solle.

Ein Großteil der Machtbefugnisse bleibt allerdings bei den Militärs, nachdem das ägyptische Verfassungsgericht ein Dekret Mursis zur Wiedereinberufung des Parlaments annulliert hatte. Unmittelbar vor der Wahl des 60-jährigen Mursi, des Kandidaten der Muslimbruderschaft, zum Präsidenten hatte der Oberste Militärrat unter Feldmarschall Mohammed Hussein Tantawi das von den Islamisten dominierte Parlament fünf Monate nach dessen Konstituierung für aufgelöst erklärt, die Vollmachten des neuen Staatschefs stark beschnitten und sich die Federführung bei der Ausarbeitung der neuen Verfassung gesichert.

Kandil hatte von 1988 bis 1993 in den USA studiert. Nach seiner Heimkehr bekleidete er hohe Verwaltungsposten im Regierungsapparat.

Mursi hatte sich in der Präsidenten-Stichwahl Mitte Juni gegen den vom Militär favorisierten Ex-General Ahmed Shafik, den letzten Premier des im Februar 2011 zum Rücktritt gezwungenen Staatschefs Hosni Mubarak, durchgesetzt. Vor wenigen Tagen ordnete Mursi die Freilassung von 572 durch das Militär verurteilten und inhaftierten Zivilisten an. Seit Mubaraks Sturz hatte der Oberste Militärrat fast 12.000 Zivilisten inhaftiert. Mehr als 9700 von ihnen wurden inzwischen wieder freigelassen. (APA, 24.7.2012)

eine pragmatische entscheidung für einen pragmatiker...

der arabische frühling wird noch viele facetten offerieren.

sympathische und unsympathische.

auch die (mittel)europäer mussten den einen oder anderen "kleinen stolperstein" auf dem weg zu einer (etwas) menschlicheren gesellschaft überwinden. alles in allem so ca. 200 jahre lang seit der französichen revolution.

der arabische frühling ist ein prozess. alles braucht seine zeit.

..ein Parlament wird von Militärs aufgelöst, und niemand regt sich auf...

weil: es war ja von "Islamisten" dominiert. Na dann..geht, das ja wohl in Ordnung...so ist hierzulande leider das Rechtsempfinden. und weil Herr Mursi ein Muslim Bruder ist, wird er auch nicht grad mit Freude erwähnt....dabei waren die Muslim Brüder die einzigen, die unter Mubarak den Armen Unterstützung. Hilfe und Respekt gebracht haben.

das ich nach acht Stunden des Erscheinens dieses Artikels immer noch als Erste(r) meine Meinung schreiben kann, spricht Bände.

Vor der Revolution Verschwörungstheorien, "wartet nur, wenn der und der kommt...", auch nach der Wahl bashing zum Quadrat, alle zerreißen sich die Mäuler.

...und jetzt, wo Taten sprechen, sin die Leut spachlos.

Das ist ungefähr so...

...wie mit elektronischen Geräten, Medien, und dergleichen: die große Anzahl der Leute denen es passt sind ruhig - es passt ja alles, wozu aufregen? Die kleine Minderheit die dagegen ist schreit für 10.
Und da das nun mal eine positive Meldung ist, haben die Nörgler keinen Wind mehr - ergo, keiner postet :3

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