Wiener Schnitzel als Beispiel europäischer Integration

Die "Cotoletta alla Milanese" ist für Mario Monti ein Draht, der Scala und Wiener Staatsoper miteinander verbindet

Der italienische Premier Mario Monti hat das Wiener Schnitzel als Beispiel europäischer Integration bezeichnet. Das Gericht, das in Mailand als "Cotoletta alla milanese" bekannt ist, sei eine der beliebtesten Spezialitäten in seiner lombardischen Heimat, die lange zur österreichisch-ungarischen Habsburger-Monarchie gehört habe, berichtete Monti im Interview mit der russischen Tageszeitung "Rossiyskaya Gazeta" anlässlich seines Besuchs in Moskau.

Wiener Schnitzel aus Norditalien

"Die 'Cotoletta alla Milanese' - weltweit auch als Wiener Schnitzel bekannt - ist ein Draht, der die Mailänder Scala mit der Wiener Staatsoper verbindet", sagte der 69-jährige Monti. Der Legende nach brachte Feldmarschall Josef Radetzky das Rezept des heutigen Wiener Schnitzels 1857 aus Norditalien mit, wo er das Gericht in einer Gaststätte entdeckt haben soll.

Fehlerhafter Weihnachtskuchen

Im Interview berichtete der Premier über die bekanntesten gastronomischen Spezialitäten der Lombardei, darunter das Safran-Risotto (Risotto alla milanese) und den Weihnachtskuchen Panettone. "Der Panettone ist der bekannteste Weihnachtskuchen Italiens. Man sagt, dass das Rezept wegen eines Fehlers des Kochs bei der Mischung der Zutaten entstanden ist. Ich denke, dass diese zufällige Kombination ein Symbol für die Vorstellungskraft der italienischen Kultur und Mentalität ist", meinte Monti. Der chaotische Charakter der Italiener führe oft zu "exzellenten Resultaten", erklärte der Premier. (APA/red, derStandard.at, 24.7.2012)

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