Automatentankstellen sperren 130 Euro pro Tankvorgang

24. Juli 2012, 13:03
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Die Blockade dieses Betrages am Konto ist juristisch gedeckt. Ein Sechstel der heimischen Tankstellen haben Automaten

Wien - Das Tanken an den heimischen Automatentankstellen ist tendenziell um ein paar Cent günstiger. Stationen mit Tankautomaten seien meistens im unteren Preissegment zu finden, weil Personalkosten eingespart werden, so der Autofahrerclub ÖAMTC am Dienstag in einer Aussendung. Die Automaten sind aber mit Vorsicht zu genießen: In Österreich würden viele Betreiber bis zu 130 Euro am Konto blockieren. "Das heißt, auch wenn man nur um 30 Euro getankt hat, ist ein wesentlich höherer Betrag 'reserviert'", kritisiert der ÖAMTC. Die Sperre werde erst nach ein paar Tagen aufgehoben. Diese international übliche "Vorautorisierung" sei juristisch gedeckt, sagte ÖAMTC-Expertin Elisabeth Brandau auf Anfrage.

Selbst ist der Mensch

Die Autofahrer profitieren von den Öffnungszeiten der Automatentankstellen: Da kein Personal anwesend sein muss, können diese ohne weiteres rund um die Uhr geöffnet sein. Dem hält der ÖAMTC aber Defizite beim Service entgegen. Besonders problematisch kann das im Ausland sein. "Automaten mit deutsch- oder englischsprachiger Bedienungsanleitung und Display sind längst nicht überall vorhanden", sagte Brandau. Bedenken müsse man auch, dass Serviceleistungen wie die Überprüfung von Luft- und Flüssigkeitsständen oder die Scheibenreinigung wegfallen bzw. selbst durchgeführt werden müssen.

Laut ÖAMTC standen den Autofahrern Ende 2011 österreichweit 2.575 öffentlich zugängliche Tankstellen zur Verfügung. 412 davon waren mit Tankautomaten ausgerüstet, Tendenz steigend. "Derzeit ist aber zu beobachten, dass immer mehr Tankstellenbetreiber zumindest optional die Möglichkeit zur vollständigen Selbstbedienung bieten", schilderte Brandau. Zwei Drittel der mit Automaten ausgerüsteten Tankstellen kommt sogar völlig ohne Personal aus. (APA, 24.7.2012)

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