Entwickler: Spiele-Piraterie bei Android "unglaublich hoch"

24. Juli 2012, 13:36
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Studios kritisieren Plattformsicherheit - Google reagiert mit Jelly Bean

Mit 400 Millionen aktiven Geräten und einer Million Aktivierungen täglich ist Googles Mobile-Plattform Android das dominante Betriebssystem am Mobilfunk- und Tablet-Markt. Und trotzdem bieten einige Entwickler ihre Spiele nach wie vor nur für iPhone und iPad an. Einen Grund dafür nannte nun das Studio Madfinger Games: Piraterie.

"Unglaublich"

Aufgrund des hohen Maßes an Softwarepiraterie sei der Entwickler gezwungen gewesen, das 99-Cent-Spiel "Dead Trigger" künftig kostenlos anzubieten und komplett auf In-Game-Verkäufe umzustellen. "Der Hauptgrund für unsere Preissenkung: Die Piraterierate bei Android-Geräten ist unglaublich hoch", heißt es in einer Stellungnahme auf der Facebook-Seite des Spiels. Im App Store für iOS-Anwender kostet der Shooter nach wie vor knapp einen US-Dollar.

1:9

Es ist dabei nicht die erste Klage eines Spielherstellers über Piraterie auf Googles populärer Mobile-Plattform, schreibt The Guardian. Im April meldete das Studio Sports Interactive, dass zwei Wochen nach dem Start ihres Android-Games "Football Manager" das Verhältnis von legal erworbenen Kopien zu illegal verbreiteten Kopien 1:9 war. Auf jedes verkaufte Spiel kamen neun illegal bezogene Kopien. "Es gibt derzeit keinen funktionierenden Kopierschutz bei Android", erklärte damals Entwickler Miles Jacobsen gegenüber Eurogamer.

Unterdessen gibt es unterschiedliche Einschätzungen zum Piraterieproblem bei Android. Während der koreanische Hersteller com2uS von Raten bis zu 98 Prozent ausgeht, stellte eine Umfrage der Yankee Group im September 2011 unter 75 US-Entwicklern fest, dass 27 Prozent Android-Piraterie als "großes Problem" und 26 Prozent "auch als Problem" wahrnehmen.

Reaktion

Google scheint sich indes über die schwierige Situation im Klaren zu sein und rüstete die jüngste Android-Version 4.1 Jelly Bean mit einer App-Verschlüsselung nach. "Mit Jelly Bean und allen weiteren Versionen werden Bezahl-Apps in Google Play mit einem Geräte-spezifischen Schlüssel versehen. Wir wissen, dass ihr hart an euren Apps arbeitet und wir arbeiten hart daran, eure Investitionen zu schützen.", heißt es in einer Stellungnahme des Plattformbetreibers. (zw, derStandard.at, 24.7.2012)

  • "Dead Trigger"
    foto: madfinger games

    "Dead Trigger"

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