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London - Droht Gefahr, bilden Schafherden eine enge Gruppenformation, die einem Angreifer geschickt auszuweichen scheint. Was so aussieht, als würden sich die Tiere gegenseitig schützen, ist in Wahrheit ein Fluchtreflex, der nach dem Motto "rette sich, wer kann" abläuft. Laut britischen Forschern beruht diese Herdendynamik gleichsam auf purem Egoismus: Jedes Schaf versucht, möglichst rasch aus der Gefahrenzone und ins Zentrum der Gruppe zu gelangen.
Dass hinter dem Herdentrieb mehr Eigennutz als Altruismus steckt, wurde bereits vermutet. Nun wiesen dies Andrew King von der University of London und seine Kollegen im Fachblatt "Current Biology" empirisch nach, indem sie alle 46 Mitglieder einer Schafherde sowie einen Hütehund mit GPS-Sendern ausstatteten.
Modellierte Herdendynamik
Der Hund sollte die Tiere zusammentreiben und simulierte auf Kommando den Angriff eines Feindes. Über die GPS-Signale konnten die Forscher genau nachvollziehen, wie sich jedes einzelne Tier bewegte und daraus Computermodelle der Herdendynamik erstellen.
"Sobald der Hund näher kam, wiesen die Tiere eine hohe Tendenz auf, in das Zentrum der Herde zu gelangen", erklärt King. Als Folge lief die ganze Gruppe geschlossen vor dem Räuber davon. Die Wissenschafter gehen davon aus, dass jedes Schaf die Position seines Nachbarschafes im Auge behält und sich danach richtet, um in die Mitte der Herde zu gelangen, wo es am sichersten ist.
Kings Team will nun weitere Untersuchungen durchführen, um herauszufinden, inwieweit dieses Verhalten von der Gruppengröße, der Zeit oder der Art des Angreifers abhängt. Außerdem möchten sie sogenannte Interaktionsregeln für die Schafherde definieren, um voraussagen zu können, in welche Richtung sich die Schar bewegt. (APA/red, derStandard.at, 29.7.2012)
Abstract
Current Biology: Selfish-herd behaviour of sheep under threat
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Ich würde gern wissen, wer verbreitet hat, dass es etwas Anderes als Egoismus ist. Klar ist das Egoismus, wenn man in die Menge flüchtet. Das machen alle Herden- und Schwartiere aus demselben Grund. Die machen das nicht um den Fressfeind zu verwirren (was immer schon ein blödsinniges Argument war), sondern weil es sich besser anfühlt, wenn mehr potenzielle Opfer in der Nähe sind. Das gilt auch speziesübergreifend.
Der Vorposter unterscheidet richtig "dummen" und "klugen" Egoismus voneinander. Kluge Egoismus ist ein absolutes Muss. Jeder Indviduum muss geschütz werden, dass liegt in Interesse der Population/Gruppe. Ein Individuum kann durch sich selber am besten geschützt werden. Kultur ist eigentlich nichts anderes als ein abgeklärtes, gemeinschaftlich akzeptiertes System kluges, kollektives Egoismus.
wenn ich am morgen in die u-bahn rändränge, obwohl die leute noch aussteigen wollen, ist das dummer egoismus: ich muss viel länger warten, bis die u-bahn endlich wegfahren kann.
wenn ich die leute erst ausstiegen lasse, ist das intelligenter egoismus. alle kommen schneller raus, ich komme schneller rein und die u-bahn fährt schneller weg.
unterschied ist nur, dass im zweiten fall auch andere profitieren. viele leute verwechseln daher intelligenten egoismus mit altruismus.
So unähnlich sind sich Schafherde und Menschenherde also nicht - doch gibt es aber einen großen Unterschied: Sind die Schafe nur Egoisten und um ihr eigenes Wohl besorgt und stellen damit die perfekte Schafsherde dar, will ein jeder Egoist in der Menschenherde auch unbedingt Hirtenhund werden, um die anderen Schafe... ähm, Menschen beherrschen zu können.
Mit Schafherden kann man lustige Sachen machen:
http://www.youtube.com/watch?v=D2FX9rviEhw
;-)
man kann auch mit menschen lustige Sachen machen:
http://www.youtube.com/watch?v=y07at1bU89Q
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