Israelischer Minister verteidigt bulgarische Sicherheitskräfte

24. Juli 2012, 11:44
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Sollen vor einigen Monaten Anschlag vereitelt haben - Kritik von Journalisten an Sicherheitsvorkehrungen

Sofia - Der israelische Tourismusminister Stas Misezhnikov hat demonstrativ den Einsatz der bulgarischen Behörden im Kampf gegen den Terrorismus gelobt. Die einheimischen Sicherheitsdienste hätten schon vor einigen Monaten einen Anschlag vereitelt, sagte Misezhnikov laut Medienberichten vom Dienstag in Sofia. Der Minister war nach Bulgarien gereist, um nach dem Anschlag auf israelische Touristen am vergangenen Mittwoch die bilateralen Beziehungen zu bekräftigen.

Anschläge könnten sich überall auf der Welt ereignen, was die Menschen nicht davon abhalten solle, zu reisen, sagte der israelische Tourismusminister. Der Anschlag von Burgas werde die Beziehungen zwischen Bulgarien und Israel nicht beeinträchtigen. Vielmehr würde nun die Zusammenarbeit insbesondere in Sicherheitsfragen weiter gestärkt. Der Minister dankte insbesondere dem bulgarischen Premier Boiko Borissow, der früher Polizist war, für die "professionelle und adäquate Reaktion" nach dem Anschlag mit sechs Toten.

Die bulgarische Regierung betonte zugleich, dass die erste Schockreaktion bei israelischen Touristen bereits überwunden sei. Die Buchungen aus Israel waren zunächst um 30 Prozent abgesackt. Allein am gestrigen Montag landeten aber 32 Flugzeuge mit Touristen aus Israel in Bulgarien.

Ein journalistisches Experiment der Zeitung "Dnevnik" zeigte aber, dass die gängige Praxis Post, Kuverts und Pakete in Passagierbussen zu transportieren, ununterbrochen weitergeht. Die getarnten Journalisten konnten von Sofia aus problemlos Pakete und Briefe in undurchsichtigen Packungen in die Schwarzmeerküsten-Metropolen Warna und Burgas bei den Busfahrern abgeben, ohne dass jemand die Absender oder den Sendungsinhalt überprüft hätte. Die größeren Packungen landeten im Gepäckraum, die kleineren neben dem Fahrer. Nur drei Busfahrer weigerten sich, Pakete zu übernehmen, berichtete "Dnevnik".

Identität des Attentäters weiterhin unklar

Die Identität des Selbstmordattentäters von Burgas ist weiter unklar. Die Behörden hätten hierzu keine Beweise, sagte der bulgarische Ministerpräsident Boiko Borissow sechs Tage nach dem Anschlag vor Journalisten in Sofia. Es sei möglich, dass der Täter aus dem Schengenraum nach Bulgarien eingereist sei.

Borissow sprach darüber auch mit John Brennan, dem für Terrorbekämpfung zuständigen Berater von US-Präsident Barack Obama. (APA, 24.7.2012)

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