Kammerdiener bittet Papst um Verzeihung

24. Juli 2012, 10:28
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Paolo Gabriele entschuldigt sich in einem Brief und gibt Fehler zu

Rom - Der in der Enthüllungsaffäre des Heiligen Stuhls verhaftete Kammerdiener des Papstes, Paolo Gabriele, hat Benedikt XVI. um Verzeihung gebeten. Er ließ dem Papst einen Brief übermitteln, in dem er all seinen Schmerz für die Weitergabe vertraulicher Dokumente ausdrückt, berichtete die Mailänder Tageszeitung "Corriere della Sera" am Dienstag. Der Brief wurde einer Kommission unter der Führung des spanischen Kardinals Julian Herranz Casado übergeben, die um die Enthüllungsaffäre ermittelt, berichtete Gabrieles Rechtsanwalt Carlo Fusco.

Im Brief gab der Kammerdiener seine Fehler zu und versicherte, dass er ohne Hilfe von Komplizen gehandelt habe. Gabriele sei niemals beschuldigt worden, mit anderen Personen gehandelt zu haben, erklärte der Verteidiger. "Gabriele ist der einzige Angeklagte in diesem Fall", versicherte Fusco. Im Laufe dieser Woche sollten die vatikanischen Behörden über die Eröffnung eines Prozesses gegen den 46-Jährigen entscheiden, der sich seit Samstag unter Hausarrest befindet.

Mildes Urteil für Gabriele möglich

In den vergangenen Monaten waren mehrere teils brisante Dokumente aus dem Vatikan an die Öffentlichkeit gelangt, so zu einem angeblichen Mordkomplott gegen Benedikt oder über das umstrittene Finanzgebaren der Vatikanbank IOR. Gabriele soll mit den Ermittlern kooperiert haben und kann nach Medienberichten mit einem milden Urteil rechnen.

Der Vatikan hat am Montag seine "tiefe Missbilligung" mehrerer Medienberichte zum Ausdruck gebracht, die Vertraute von Papst Benedikt XVI., seine Sekretärin Ingrid Stampa und zwei Kardinäle, mit dem Enthüllungsskandal im Vatikan in Verbindung gebracht hatten. In einer am Montag auf Radio Vatikan verbreiteten Erklärung dementierte Vatikan-Sprecher Federico Lombardi Berichte unter anderem der Zeitung "La Repubblica", die drei hätten in der sogenannten Vatileaks-Affäre, die seit Wochen den Vatikan erschüttert, etwas mit der Weitergabe heikler Dokumente an die Öffentlichkeit zu tun.

Lombardi erklärte, dass eine Befragung durch die vom Papst eingesetzte Untersuchungskommission noch niemanden zum Verdächtigen mache. Die drei Personen seien auch nicht "von ihren Aufgaben entbunden" worden, wie es in den Medienberichten hieß. Auch die Sekretärin des Papstes, Stampa, wehrte sich in einer Erklärung gegen die "schwerwiegenden Verdächtigungen einer Mittäterschaft vonseiten einiger Vertrauter des Papstes". (APA, 24.7.2012)

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    Paolo Gabriele bittet um Verzeihung.

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