Keine Warnstreiks bei Deutscher Bahn

24. Juli 2012, 08:53

Reisende können aufatmen, in der zweiten Runde bereits gab es eine Einigung auf einen neuen Tarifvertrag

Berlin - Die Deutsche Bahn und ihre Fahrgäste bleiben mitten in der Urlaubszeit von Warnstreiks der Lokführer verschont. Die Bahn einigte sich mit den Lokführern Dienstagfrüh auf einen neuen Tarifvertrag, wie Vertreter beider Seiten nach rund zehnstündigen Verhandlungen in Berlin mitteilten. Demnach erhalten die mehr als 20.000 Lokführer rückwirkend zum 1. Juli 3,8 Prozent mehr Geld. Vom 1. November 2013 an kommen weitere 2,4 Prozent hinzu. Die Laufzeit beträgt 24 Monate. Die betriebliche Altersvorsorge wird um ein Prozent erhöht.

Gewerkschaft und Arbeitgeber einigten sich ungewöhnlich schnell bereits in der zweiten Verhandlungsrunde. Die vergangenen Lokführer-Tarifverhandlungen 2007 und 2010 waren noch von massiven Streiks begleitet worden. Die GDL hatte 7 Prozent mehr Geld bei einer Laufzeit von einem Jahr gefordert - und gedroht, dass es noch in der Urlaubszeit zu Arbeitsniederlegungen kommen könnte, sollten die Verhandlungen scheitern. Das ursprüngliche Angebot der Bahn hatte vorgesehen, dass die Entgelte zunächst zum 1. Juli um 2,5 Prozent steigen sollten, weitere 2 Prozent sollte es im Oktober 2013 geben.

Gute Verhandlungen

Bahn-Personalvorstand Ulrich Weber sprach von langen, aber guten Verhandlungen mit einem fairen Ergebnis. Der Abschluss erhöhe die Planungssicherheit in einer Phase, "die durch Unsicherheiten in der Eurokrise geprägt ist und zu einer Abschwächung der wirtschaftlichen Dynamik führen kann", erklärte Weber.

"Das war ein hartes Stück Arbeit", sagte GDL-Chef Claus Weselsky und ergänzte mit Blick auf die Einigung: "Das ist eine gute Erhöhung der Einkommen."

Die Tariferhöhung zum 1. November 2013 umfasst insgesamt 3,5 Prozent - davon fließen aber ein knappes Drittel in die betriebliche Altersvorsorge. Vereinbart wurde außerdem, dass im laufenden Jahr die Zahl der Auszubildenden zum Lokführer auf rund 500 erhöht werden soll. Geplant sei, diesen "Trend" in den kommenden beiden Jahren fortzusetzen.

Der Flächentarifvertrag bei der Deutschen Bahn und anderen Schienengüterverkehrsunternehmen war am 30. Juni ausgelaufen - damit auch die Friedenspflicht. Die GDL hatte 2008 einen eigenständigen Lokführer-Tarifvertrag erzwungen, 2010/11 wurde mehr als neun Monate lang um einen Rahmentarifvertrag gestritten. (APA, 24.7.2012)

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5 Postings
verstehe das foto auch nicht ganz...

#wroclaw

Photo

Nein Wroclaw gehört nicht mehr zu Deutschland und heißt auch nimmer Breslau.....

Aber wenn da ein Kärntner das sagen hät, bei die Deitschen ...

Die Konsumenten sind wieder einmal die Dummen. Aber die Privilegienritter zocken uns gerne ab.

Erklären Sie mir bitte den Sinn Ihrer Aussage!

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