Katastrophenschutz: Gummistiefel reichen nicht

Kommentar23. Juli 2012, 18:19
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Lokale Maßnahmen wie Wildbachverbauungen reichen längst nicht mehr aus, um sich angemessen gegen die nächsten Naturkatastrophen zu wappnen

Natürlich ist Österreich nicht allein verantwortlich oder zuständig für den Klimawandel. Dass seine Auswirkungen sich seit Jahren aber auch auf der Insel der Seligen, und ganz massiv in der Steiermark, zeigen, kann man auch als Laie nicht mehr ignorieren. Man braucht weder Geologe noch Klimaexperte zu sein, sondern nur nicht unter Gedächtnisschwund zu leiden, um zu bemerken, dass Unwetterkatastrophen wie Vermurungen und Überschwemmungen seit einigen Jahren zunehmen.

Dennoch scheinen sie jedes Jahr wieder überraschend hereinzubrechen. Zumindest für jene, die nicht in gefährdeten Zonen leben. Lokale Maßnahmen wie Wildbachverbauungen reichen längst nicht mehr aus, um sich angemessen gegen die nächsten Naturkatastrophen zu wappnen. Auch dort, wo nicht durch Rodungen für Skipisten oder durch Monokulturen jahrelanger Raubbau an der Natur betrieben wurde, muss die Politik jetzt Geld in die Hand nehmen - auf Bundes- und Landesebene.

Und nicht erst für Hilfszahlungen an Betroffene, wenn es schon zu spät ist, sondern für moderne Vorkehrungsmaßnahmen, Frühwarnsysteme und auch die Erforschung der Ursachen. Es ist vielleicht nett von Politikern, Menschen, die in einer Nacht Haus und Hof verloren haben, Anteilnahme zu zeigen. Doch nur Gummistiefel anziehen und der Feuerwehr im Weg stehen ist nicht genug. Denn nach der Katastrophe ist vor der Katastrophe. (Colette M. Schmidt, DER STANDARD, 24.7.2012)

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