Kontroverse Diskussion in US-Medien

23. Juli 2012, 18:12
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Roger Ebert drückt Skepsis über den Einfluss von "Batman" aus, Dana Stevens nimmt eine andere Position ein

In US-amerikanischen Medien wird nach den Ereignissen in Aurora kontrovers über die Rolle des Films diskutiert. Der Filmkritiker Roger Ebert drückt in der "New York Times" Skepsis über den Einfluss von "Batman" aus:

"Ich bin nicht sicher, ob es eine simple Verbindung zwischen Filmen und Waffengewalt gibt. Leute wie James Holmes fühlen wohl eine tiefe, gestaltlose Unsicherheit und ein Bedürfnis nach Bestätigung. Wann immer eine Tragödie wie die in Colorado passiert, werden sie mit denselben Schlagwörtern und Titelmusiken versehen, und dasselbe fragmentarische TV-Material über den Schützen läuft auf Dauerschleife. Irgendwo unter den nächtlichen Zuschauern wird ein weiterer wütender, gekränkter Einzelgänger sein, in dem sich eine Tat anbahnt. Ich weiß nicht, ob James Holmes für Batman viel übrig hatte. Ich glaube, es ging ihm darum, sich selbst in den Nachrichten zu sehen."

Dana Stevens nimmt im Onlinemagazin "Slate" eine andere Position ein:

"Ich sage nicht, dass junge amerikanische Männer von Christopher Nolan einer Gehirnwäsche unterzogen werden. Noch argumentiere ich für Zensur oder einen erhöhten Grad an Einmischung. Doch James Holmes ist nicht in ein Screening von Happy Feet 2 eingebrochen. Um die Bedeutung und die Motive seines Verbrechens zu diskutieren, müssen wir zumindest darüber reden, warum er The Dark Knight Rises als Hintergrund für seine privaten Fantasien gewählt hat." (DER STANDARD, 24.7.2012)

  • "Batman" unter Kritik: Bietet der Film eine 
Projektionsfläche für Gewalttäter?
    foto: warner

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