Bittere Niederlagen für Thiem und Fischer

23. Juli 2012, 21:09

Österreicher unterliegen in der ersten Runde dem starken Slowaken Klizan bzw dem ungarischen Qualifikanten Balazs - In beiden Fällen war mehr möglich

Kitzbühel - Nach Martin Fischer ist mit Dominic Thiem am Montag auch der zweite Österreicher in der ersten Runde des bet-at-home Cups in Kitzbühel ausgeschieden. Der frischgekürte österreichische Staatsmeister verlor gegen den als Nummer fünf gesetzten Slowaken Martin Klizan (ATP 63) nach 2:10 Stunden 1:6,6:3,5:7. Thiem begann verkrampft und nervös und hatte gegen den starken Gegner im ersten Satz keine Chance. Besonders Aufschlag und Return klappten überhaupt nicht. Danach kämpfte der junge Mann ordentlich und konnte ein paar gute Ballwechsel zeigen. Im dritten Satz waren Chancen auf mehr da, Thiem konnte sie jedoch nicht nützen.

Im Entscheidungssatz kassierte er ein Break zum 3:5, konterte aber sofort mit dem Rebreak. Als Thiem zum 6:6-Ausgleich aufschlug, plagten ihn Krämpfe im Oberschenkel und er musste letztlich doch wie im Vorjahr bei seinem ATP-Debüt in der ersten Runde die Segel streichen. "Ein Anfängerfehler, der mir nicht mehr passieren wird. Ich hätte eine Verletzungspause nehmen sollen", bekannte der Niederösterreicher nach dem Match freimütig. "Ich bin körperlich schwach geworden. Das darf nicht passieren. Wäre ich körperlicher fitter, hätte ich trotz meiner Nervosität länger durchhalten können."

Fischer unterlag zuvor beim 410.175 Euro dotierten Turnier gegen den ungarischen Qualifikanten Attila Balazs nach 2:03 Stunden mit 3:6,6:1,6:7(2), nachdem er in der Vorwoche in Gstaad erstmals 2012 die zweite Runde in einem ATP-Turnier erreicht hat. Der Vorarlberger gab eine beinahe schon gewonnene Partie noch aus der Hand.

Ein schnelles Break gegen den leichten Favoriten entschied den ersten Satz zugunsten des Ungarn. Dann kam der 26-jährige Fischer besser ins Spiel und gewann den zweiten Durchgang klar mit 6:1. Im Entscheidungssatz lag die Nummer 224 nach einem Break schon 3:1 vorne und hatte da die Chance auf ein weiteres Break. Doch dann verlor Fischer selbst zum 3:3 den Aufschlag und musste sich letztlich im Tiebreak noch klar geschlagen geben. "Es waren Kleinigkeiten, sonst würde ich als Sieger hier stehen", sagte der Vorarlberger.

Im Doppel schaffte Stephan Tumphart im Doppel mit seinem deutschen Partner Philipp Kohlschreiber die große Sensation und gewann gegen Lukas Rosol/Horacio Zeballos (CZE/ARG) in Runde eins 5:7,6:4,10:5. Der 22-jährige Tumphart, der für den TC St. Valentin spielt, hatte sich im "Spiel Deines Lebens" gegen 4.212 andere Mitbewerber durchgesetzt und gewann bei seinem ersten Antreten auf der ATP-Tour.

Andreas Haider-Maurer und Philipp Oswald, die restlichen beiden Österreicher im Einzelbewerb sind erst am Dienstag im Einsatz. (APA/red; 27.6.2012)

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24 Postings

Apropos Olympia - wie gehts Zeus?

Apropos Olympia: Wie lange behalten die Spieler die Olympiapunkte, 1 oder 4 Jahre?

wenn man die chance hat, gegen attila balasz in der ersten runde eines 250ers zu spielen, sollte man als noch dazu heimischer spieler mit unterstützung des publikums das spiel schon gewinnen können.

wirklich schade - wieder mal eine große chance auf 20 punkte verpasst. da muss fischer bei einem challenger schon ins halbfinale kommen, dass es sowas spielt.

man möchte meinen, wenn man einen tipsarevic an den rand einer niederlage bringen kann, sollte man in der lage sein, gegen attila balasz zu gewinnen.

wappler ist balasz natürlich auch keiner. aber diese knappen niederlagen wollen bei fischer nicht enden - egal ob es spieler der top50 sind oder spieler um platz 200 - wenn es eng wird, geht fischer meistens als verlierer vom platz.

Herr Thiem sollte schleunigst an seiner Fitness arbeiten!

Thiem hat ein Problem:

das heisst G. Bresnik.
Es war gestern unbeschreiblich, dass G. Bresnik Thiem nach einer knappen Niederlage vor dem Publikum kritisiert. Zuvor hatte er ihm auf dem Platz auf erniedrigender Weise eine 5 min Moralpredikt gehalten.
So bricht man Spieler. So vernichtet man Talent.
Einen jungen Spieler muss man nach seinem zweiten ATP-Spiel Ruhe geben und danach sachlich das Spiel analysieren. Bresnilk ist ein inkompetenter Selbstdarsteller.

Bresnik leidet möglicherweise nicht an einer typischen österreichischen Krankheit, nämlich an der "Ich habe mir nichts vorzuwerfen-Krankheit". Die befällt viele österreichische Sportler, wenn sie bei einem Bewerb zwar knapp, aber doch, und das schon sehr früh rausfliegen. Das ist die Krankheit, die verhindert, dass man Schwächen klar erkennt und anspricht und sich deswegen die Chance nimmt, das Mittelmaß je zu verlassen.

Ich weiß nicht, ob Sie Dominic Thiem in irgendeiner Weise nahe stehen bzw. ihn persönlich kennen, ansonsten finde ich diese Aussage "inkompetent". Wir sollten froh sein, dass wir erfahrene und international anerkannte Trainer wie G. Bresnik haben. Wäre er so inkompetent wie Sie behaupten, sind damit auch automatisch viele ehemalige Topstars inkompetent...

"So vernichtet man Talent" - das ist lächerlich. Wenn er Fehler gemacht hat, muss man diese auch ansprechen. Nur weil er noch jung ist, heißt das nicht, dass man ihn mit Samthandschuhen anfassen muss. Das Leben als Tennisprofi ist nunmal hart, das muss er aushalten.

Das ist zumindest meine Meinung!

Übrigens gefällt er mir als Tennisspieler ausgezeichnet.

"erfahrene und international anerkannte Trainer wie G. Bresnik"

Dieser Satz ist genial und ich möchte ihn nicht weiter kommentieren. Ich hoffe, sie stehen Herrn Bresnik nicht (zu) nahe...
Nochmals: O. Thiem ist 18 Jahre alt und eine Kritik an seinen Leistungen ist gerechtfertigt. Aber nicht am Tennisplatz coram publico! Nach einer schmerzvollen 3 Satzniederlage sollte man einem Menschen doch Zeit geben...
Aber der Witz mit Bresnik ist gut. Den werde ich mir merken!

Freut mich, dass Sie Spaß haben!

Nein, ich stehen dem Herrn Bresnik überhaupt nicht nahe. Allerdings kann sich die Liste seiner ehemaligen Klienten (Skoff, Becker, P. McEnroe, Koubek) für meine Begriffe durchaus sehen lassen. Aber möglicherweise haben wir beide ein differenziertes Verständnis von "anerkannt und erfahren". Aber Sie haben Recht, stecken wir den D. Thiem wieder zurück in die Südstadt, der Erfolg gibt dem lieben ÖTV ja absolut recht. Immerhin wurden in den letzten Jahren reihenweise Spitzenspieler hervorgebracht.

Außerdem ist der arme Junge ja erst 18 Jahre alt, der hat ja noch Zeit. Ja nicht öffentlich kritisieren, sonst damit er nicht die Lust am Tennis verliert. Das ist Spitzensport, kein Kindergarten.

Mein lieber Tennisexperte

Nun habe ich ein paar Fragen:
1) Waren/ sind sie in Kitzbühel? (zur Info: Ich habe das Spiel vor Ort gesehen und habe das Verhalten von Herrn Bresnik aus unmittelbarer Nähe gesehen)
2) Die Liste mit den Spielern ist auch gut. H. Skoff war ja kein Talent und hat nur vom Bresnik gelernt. Wie lange hat Herr Bresnik die Tennistasche von Boris Becker getragen?
3) Spitzensport, kein Kindergarten? Deshalb ist es besser auf dem Platz zu schweigen und nicht das nächstbeste Mikro suchen und sich selbstdarstellen.

also meiner meinung nach ist bresnik kein problem für thiem...

bresnik weiß, was er sich von thiem erwarten kann und das hat sein schützling gestern nicht abrufen können (vor allem sein aufschlag)
bresniks ansage im interview nach dem spiel, dass er dominic zu einem weltklasse spieler machen will und nicht möchte, dass er als talentierter jugendspieler irgendwo vergammelt, hat mich schon positiv gestimmt...
man darf die jungen spieler nicht immer mit glacehandschuhen anfassen und ich denke so wie brensik das handhabt passt das perfekt...

Fischer hat mit 26 noch immer nicht kapiert, dass man sich in knappen situationen die punkte aktiv holen muss. mit reinzittern gewinnt man vielleicht ein paar challenger-partien, aber besser als die #150 wird man so eben nicht.

spielerisch ginge es ja, er hatte Tipsarevic vor der flinte wie auch natürlich Balazs, aber gute spieler spielen in knappen momenten eben ihr bestes tennis, nicht ihr schlechtestes. so ist es auch egal, ob man gegen die nummer 8, die nummer 261 oder die nummer 1897 spielt, wenn man den letzten punkt schlecht spielt, wird man immer verlieren.

aber selbst der größte patient aus österreich, was mentalfragen betrifft, hat's ja irgendwann in die top 10 geschafft, also gibt's natürlich immer noch chancen.

der größte patient, was mentalfragen betrifft, ist gut, hehe...

Schau grad Kitzbühel: Ohne Betreuer und Angestellte sind genau 0 (in Worten: null) Zuschauer dort. Da schauen ja in der 2. Klasse beim Doppel noch mehr zu.

Kitzbühel hat es auch hart. Eine Woche vor Olympia möchte sich eben kaum noch jemand bei einem 250er herum schlagen, zudem noch auf Sand. Da bekommt man als Veranstalter in der Regel keinen Top 20 - Spieler ins Feld. Das sagt schon alles, wenn ein Kohlschreiber der Topgesetzte ist. Dann noch 49 Euro für die Spiele ab dem Viertelfinale zu verlangen ist schon eine, wie drücke ich es aus, sehr selbstbewusste Preisgestaltung.

war halt mein erstes Geisterturnier im Fernsehen. Gruselige Stimmung, wenn alles hallt.

Zeitgleich findet das 250er in Los Angeles

statt, dort ist man als Nummer 47 (!) topgesetzt.

nummer 50 ist paire sogar :P

paire ist topgesetzt? jesus maria und josef. warum spielt dort melzer nicht?

dass es nicht gut besetzt ist, hab ich schon gewusst, aber mit paire als topgesetzten...

los angeles ist wie ein challenger mit viel preisgeld und 250 punkten. aber dort spielen eben wirklich anscheinend NUR spieler, die bei olympia nicht dabei sind.

Für die Setzliste zählt die Platzierung der Vorwoche.

Die Nr. 261 gegen die Nr. 224 der Welt.

Es ist natürlich schade, dass der Martin, als laut ATP Ranking besserer Spieler, auf heimischem Boden so knapp verliert. Bleibt zu hoffen, dass er sich noch steigert und dass vielleicht bald ein paar neue Talente nachkommen in Österreich, die vielleicht den Sprung in die Top 50 schaffen.

Schlimme Niederlage. Große Chance verpasst.

mal wieder...

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