Noch viele Differenzen bei Lehrerdienstrecht

23. Juli 2012, 16:11
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"Knackpunkte" werden in Untergruppen verhandelt - Gewerkschaft fordert baldige "politische" Runde

Wien - Noch immer "relativ weit auseinander" liegen die Positionen von Regierung und Gewerkschaft beim Lehrerdienstrecht. Die "Knackpunkte" sollen nun in häufiger tagenden Untergruppen behandelt werden, so der Chef der ARGE Lehrer in der Gewerkschaft, Paul Kimberger (FCG), nach der auf Beamtenebene geführten Verhandlungsrunde am Montag zur APA. Diese Runde soll sich am 20. August wieder treffen, zusätzlich hält es Kimberger für "höchst an der Zeit", dass auch Unterrichtsministerin Claudia Schmied (SPÖ) sich demnächst wieder in die Verhandlungen einschaltet. Auf dem Tisch lägen Dinge, die die politische Ebene entscheiden müsse - und das möglichst bald im Herbst.

Noch viele Differenzen

Differenzen gibt es etwa nach wie vor in der Ausbildungsfrage, bei der Besoldung, der Arbeitsplatzbeschreibung sowie dem Unterstützungspersonal für Lehrer. Außerdem habe man Leistungskomponenten für Schlüsselfunktionen wie den Klassenvorstand, den Schuldirektor und die Fachkoordinatoren eingefordert, verwies Kimberger auf von Schmied ausdrücklich gewünschte Gegenvorschläge der Gewerkschaft.

Bei der Ausbildung verlangen die Lehrervertreter nach wie vor einen Abschluss auf Masterniveau. "Etwas anderes kommt nicht in Frage und kann auch auf internationaler Ebene nicht argumentiert werden", so Kimberger. Bei der Besoldung könne es nicht sein, dass künftige Lehrer mehr arbeiten und weniger verdienen sollen. "Ich bin sehr dafür, dass die Einkommenskurve gekippt wird", so Kimberger. Das heiße aber auch, dass es zu keinem Verlust bei der Lebensverdienstsumme kommen dürfe. Derzeit habe man aber ein "Lehrersparpaket" mit Verlusten zwischen zehn und 30 Prozent auf dem Tisch.

Die von Regierungsseite vorgelegte Arbeitsplatzbeschreibung eines Lehrers ähnle wiederum jener eines Verwaltungsbeamten, so Kimberger. "Das hat mit der Arbeit eines Pädagogen nix zu tun." Nach wie vor warte man außerdem auf ein Konzept für das angekündigte Unterstützungspersonal für Lehrer wie Sozialarbeiter und Psychologen, damit sich die Lehrer auf Unterricht und Erziehung konzentrieren könnten. Außerdem verlangt die Gewerkschaft für Lehrer einen "Schutzmechanismus in Form eines öffentlich-rechtlichen Dienstverhältnisses".

"Nicht der Weisheit letzter Schluss"

Letztendlich mache man aber in jeder Verhandlungsrunde Fortschritte, meinte Kimberger -"insofern, dass sich der derzeitige Vorschlag als nicht geeignet herausstellt". Die Regierungsseite signalisiere immerhin, dass "der Gesetzesentwurf nicht der Weisheit letzter Schluss ist". Einen baldigen Abschluss erwartet der Gewerkschafter nicht: Es gehe "um ein derartig großes Paket, dass es Zeit braucht". (APA, 23.7.2012)

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