Philips schaffte es wieder in die Gewinnzone

23. Juli 2012, 16:05
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167 Millionen Euro Gewinn im zweiten Quartal nach Verlust von 1,19 Milliarden Euro ein Jahr zuvor

Der radikale Umbau von Philips zeigt Wirkung. Der niederländische Konzern kehrte mit einem Millionengewinn im zweiten Quartal in die schwarzen Zahlen zurück. Damit bewies Unternehmenschef Frans van Houten Analysten zufolge, dass er das Ruder bei Europas größtem Verbraucherelektronikkonzern herumreißen kann.

Optionen für Audio- und Video-Geschäft prüfen

Nachdem bereits die schwächelnde TV-Sparte ausgelagert wurde, räumt Van Houten nun auch noch mit den letzten Sorgenkindern auf. So würden derzeit Optionen für das Audio- und Video-Geschäft geprüft, kündigte er am Montag an. Wie zuvor bei den Fernsehern leidet der Bereich, der auch DVD-Spieler umfasst, unter der billigen Konkurrenz aus Asien.

"Philips hat gezeigt, dass es trotz des herausfordernden Umfelds mithalten kann", resümierte ING-Analyst Sjoerd Ummels. Die Euphorie spiegelte sich am Markt wider. In der Spitze verzeichnete die Philips-Aktie ein Plus von sieben Prozent und erreichte damit den höchsten Wert seit einem Jahr.

Massive Restrukturierung

Mit einer massiven Restrukturierung stemmte sich der Konzern gegen den Abschwung. Tausende Stellen wurden gestrichen, das Management ausgetauscht und Randbereiche abgestoßen. Die Bemühungen zeigen Erfolge. Nachdem die Niederländer zu Jahresbeginn bereits mit einem Gewinnsprung von 80 Prozent aufwarteten, erwirtschafteten sie im zweiten Quartal einen Gewinn von 167 Mio. Euro. Ein Jahr zuvor war noch ein Verlust von 1,19 Mrd. Euro angefallen.

Der Umsatz stieg von April bis Juni um fünf Prozent auf 5,9 Mrd. Euro. Bei beiden Kennzahlen lag Philips über den Erwartungen der Analysten. Ein Grund für die Entwicklung war das starke Geschäft in der Gesundheitssparte. Zudem gingen viele Energiesparlampen über den Ladentisch.

Rivale Siemens

Philips ist vor allem bei der Medizintechnik ein Rivale von Siemens. Dort legte der Umsatz um sieben Prozent zu, da vor allem in Krankenhäusern neues Gerät angeschafft wurde. In Schwellenländern wie China oder Indien stiegen die Erlöse hier sogar um 22 Prozent.

Trotz des nach wie vor unsicheren Umfelds ist Konzernchef Van Houten überzeugt, dass Philips seine Finanzziele für 2013 erreichen wird. Der Umsatz soll um vier bis sechs Prozent steigen. Für dieses Jahr wollte er sich nicht festlegen. "Die allgemeine Konjunktur ist nicht unser Freund, aber wir sehen etwas Wachstum in Russland, im Nahen Osten, in Asien und in den USA", sagte Van Houten in einem Interview des Senders CNBC. Das Kostensparprogramm für dieses Jahr im Volumen von 400 Millionen Euro ist nach Angaben des Unternehmens auf einem guten Weg. (APA/Reuters, 23.7.2012)

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