Die tausend Augen der österreichischen Tanzszene

23. Juli 2012, 17:00
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Die aktuelle Ausgabe der Choreographic Platform Austria (CPA* 2012) ist mit Arbeiten von mehr als 30 österreichischen Tanzschaffenden bei Impulstanz zu Gast

Uraufführungen gibt es dabei unter anderem von Studio 5, Philipp Gehmacher und The Bandaloop.

Diesmal ist die Choreographic Platform Austria (CPA) eingebettet in eines der größten europäischen Tanzfestivals. Wieder eine andere Situation. Das ist offenbar ganz im Sinn der Organisationsgruppe der Plattform, die jedes Mal ein neues Format zur Präsentation österreichischer zeitgenössischer Choreografie wählt.

"Jedes Mal" heißt: Die erste CPA fand 2004 in Salzburg statt und die zweite 2006 in Linz. Drei Jahre später gab es die dritte in Graz. Das bedeutet, die Wiener Ausgabe ist die vierte Edition einer Kuratierung, die bewusst gegen die früheren "Tanzplattformen" gestellt ist. Diese fanden immer nur in Wien statt und standen stets unter der Einflussnahme der Kulturverwaltungen.

Für die CPA* 2012 haben das Brut-Theater, Impulstanz, die Szene Salzburg, der Steirische Herbst, das Tanzquartier Wien und das Wiener WUK gemeinsame Auswahl-Arbeit geleistet, auf deren Basis das Impulstanz-Festival nun die Plattform umsetzt.

Warmgelaufen hat sich die Plattform bisher mit Raùl Maias & Thomas Steyaerts Ballet of Sam Hogue and Augustus Benjamin und Florentina Holzingers Silk. Nun geht es weiter mit je einer neuen Arbeit von Philipp Gehmacher, Andrea Maurer & Thomas Brandstätter (Studio 5) sowie der Band The Bandaloop.

Die große Attraktion ist diesmal wohl der sogenannte " Österreich-Pavillon" im Grand Etablissement Gschwandner zu Hernals, in dem es drei Tage hindurch, am 25., 27. und 29. Juli, zahlreiche Performances und Installationen zu erleben gibt.

Im regulären Programm der Plattform zeigen Saskia Hölbling & Laurent Goldring einen body in a metal structure und Doris Uhlich ihren Rising Swan. Die Gruppe Superamas präsentiert eine Vorarbeit für ihr neues Stück Talk-Show - Perspective and Representation / Painting & Politics in Western and Islamic Societies.

Die Höhe der Zeit

Chris Haring züchtet seinen Mush Room im Odeon, und An Kaler stellt ihre Insignificant Others (learning to look sideways) ins Kasino am Schwarzenbergplatz. The Loose Collective schließlich bleibt mit seinem Musical Here comes the Crook in der schon gewohnten Halle G des Museumsquartier. An dieser Vielfalt von künstlerischen Perspektiven ist abzulesen, wie die österreichische Choreografie die Höhe der Zeit im internationalen Tanzgeschehen mitbestimmt.

Die Plattform erfüllt mehrere Funktionen: erstens dem lokalen Publikum die Vielfalt "seiner" Tanzszene vorzustellen, zweitens in- und ausländischen Veranstaltern die Möglichkeit zu bieten, sich ein Bild von dieser Szene zu machen, und drittens die Kulturpolitik zu realitätskonformeren Investitionen in die Choreografen und Tänzer zu animieren.

Ein Tipp: Bis zum 1. 8. können an allen Spielstätten der CPA* und im Arsenal Videos der Plattform-Teilnehmer angeschaut und sogar auf USB-Stick kopiert und mitgenommen werden. (Helmut Ploebst, Sonderthema/Beilage, DER STANDARD, 24.7.2012)

  • Den Kopf aus dem Hut lässt Liz King in einer Choreografie von Georg 
Blaschke.
    foto: m.a.p. vienna

    Den Kopf aus dem Hut lässt Liz King in einer Choreografie von Georg Blaschke.

  • Anne Juren zaubert Yoko Ono nach Wien.
    foto: christoph lepka

    Anne Juren zaubert Yoko Ono nach Wien.

  • Mit Philipp Gehmacher hat Jack 
Hauser ein Solo.
    foto: angela bedekovic

    Mit Philipp Gehmacher hat Jack Hauser ein Solo.

  • Und Saskia Hölbling tanzt im Weltgerüst.
    foto: reinhard werner

    Und Saskia Hölbling tanzt im Weltgerüst.

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