Bawag und Generali machen zusammen weiter

23. Juli 2012, 14:17
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Wien - Die dem US-Fond Cerberus gehörende österreichische Bank Bawag PSK und der Generali Versicherungskonzern haben am Montag ihren seit 2007 laufenden Kooperationsvertrag vorzeitig bis mindestens 2023 verlängert.

Bisher war die Laufzeit bis Ende 2017 festgesetzt gewesen. Wie am Montag bei einer Pressekonferenz zur Vertragsunterzeichnung betont wurde, gibt es auch wieder Exklusivvereinbarungen.

Demnach wird die Bank auch in den kommenden fünf Jahren exklusiv Lebensversicherungen an die (gemeinsame) Bawag P.S.K. Versicherung sowie Nicht-Lebensversicherungen an die Generali Versicherung vermitteln.Bawag -Vorstand Wolfgang Klein sagte, er hätte den Exklusivitätsvertrag gern auf zwanzig Jahre abgeschlossen, das ließen aber die Gesetze nicht zu. "Versicherung ist bei uns, anders als bei vielen unserer Konkurrenten, nicht eine Ergänzung, sondern Bestandteil des Bankgeschäfts", sagte Klein.

Die Bawag PSK baue, so Klein, seit 2011 das Filialnetz aus, "geräuschlos, aber unter Volldampf". Bis Ende 2012 hat sich die Bank den Aus- und Umbau von mehr als 500 Filialen (künftig Post/Bank-Filialen) vorgenommen, 75 Prozent davon seien schon erledigt. Generali-Vorstand Harald Steirer gab sich froh über das Tempo beim Partner. Bei genügend Kundenfrequenz in den Filialen sei auch der Verkauf der Produkte gewährleistet.

Gleichzeitig mit einem verstärkten Bankvertrieb sinkt in der Assekuranz der Vertrieb über Makler. Für die Bankleute heißt das wieder mehr Provisionserträge. Ein Schwerpunktthema in der erneuerten Kooperation ist aktuell die private Pensionsvorsorge.

Die Bawag PSK Versicherung entstand 2007 aus der Fusion vonBawag -Versicherung und P.S.K.-Versicherung. Die Generali kontrolliert an dem Joint-Venture mit der Bank 74,99 Prozent, die Bawag hält 25,01 Prozent. Als Potenzial haben die Assekuranz-Manager die Bankkundenzahl definiert: "Die derzeit 1,6 Millionen Bankkunden sollen auch Versicherungskunden werden", derzeit sind das 230.000.

Im neuen Plan ist eine Verdopplung der Lebensversicherungsprämienvolumina Prämie bis 2015 angesetzt, beginnend mit Kooperationsstart 2007.

Bisher entwickelte sich das Geschäft so: Das Prämienaufkommen der gemeinsamen Tochter Bawag PSK Versicherung stieg von 174,5 Mio. Euro zum Start im Jahr 2007 auf 206,9 Mio. Euro 2011, also um 18,6 Prozent. Eingebremst wurde das Wachstum freilich durch die gesetzliche Verlängerung der Mindestlaufzeit von 10 auf 15 Jahre für Einmalerläge. Bis 2010, dem "besten Jahr", hatte sich das Prämienaufkommen bei Einmalerlägen mehr als verdoppelt. 2011 gab es dann ein starkes Minus, um fast 50 Prozent. Heuer sei dabei wieder ein Turnaround feststellbar.

Bei Lebensversicherungen mit laufender Prämienzahlung wuchs die Bawag PSK Versicherung in den vergangenen fünf Jahren um 10,2 Prozent auf 124,1 Mio. Euro. (APA, 23.7.2012)

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