Umzug vom Heim in Pflegefamilie verbessert Hirnentwicklung

Das Volumen der weißen Substanz ist bei Pflegekindern genauso groß wie bei in ihren eigenen Familien aufwachsenden Kindern

Wenn Heimkinder in eine Pflegefamilie kommen, kann das der Hirnentwicklung einen Schub geben: Das Volumen der sogenannten weißen Substanz, den Verbindungskabeln von Nervenzellen, ist bei Pflegekindern genauso groß wie bei in ihren eigenen Familien aufwachsenden Kindern. Das berichten Neurowissenschafter und Kinderärzte in der Fachzeitschrift Proceedings der US-Akademie der Wissenschaften (PNAS) über eine Untersuchung mit rumänischen Kindern.

Die Studie der Forscher der Harvard-Universität und des Bostoner Kinderkrankenhauses ist Teil des Bucharest Early Intervention Project, das vom rumänischen Staatssekretariat für Kinderschutz in Auftrag gegeben worden war. 

Weiße Substanz bleibt gleich

Untersucht wurden 20 "normal" aufwachsende Kinder sowie 54 rumänische Waisenkinder in einem Heim, in dem sich ein Betreuer um jeweils etwa zwölf Kinder kümmerte. 25 der Heimkinder wurden im Alter zwischen sechs und 31 Monaten per Los ausgewählt, in eine Pflegefamilie umzuziehen. Im Alter zwischen acht und elf Jahren wurden die Gehirne der Kinder gescannt.

Die Magnetresonanztomographie ergab: Jene Kinder, die nur im Heim gelebt hatten, hatten weniger graue Substanz und auch weniger weiße Substanz als die normal aufwachsenden Kinder.

Bei jenen Kindern, die zunächst in einem Heim und dann in einer Pflegefamilie untergebracht waren, sahen die Scans anders aus: Einerseits hatten sie wie die reinen Heimkinder weniger graue Substanz, andererseits aber genauso viel weiße Substanz wie die in ihren eigenen Familien aufwachsenden Kinder. (APA, 24.7.2012)

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