18 Monate Arbeitslager für Menschenrechtler in China

23. Juli 2012, 13:59
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Xiao Yong zweifelte Angaben zu Selbstmord von Dissidenten an

Peking - Ein Menschenrechtsaktivist in China ist nach Angaben seines Anwalts zu 18 Monaten Arbeitslager verurteilt worden, weil er offizielle Angaben über den angeblichen Selbstmord eines Dissidenten angezweifelt hatte. Xiao Yong habe bereits am Freitag in der zentralen Stadt Shaoyang diese polizeiliche Strafe ohne Prozess erhalten, sagte sein Anwalt Pang Kun am Montag. Die offiziell "Reform durch Arbeit" genannte Strafe wird in China durch die Polizei verhängt und bedarf keines Gerichtsprozesses.

Laut seinem Anwalt hatte Xiao die Darstellung der Regierung bezweifelt, dass der seit mehr als 21 Jahren inhaftierte und mit ihm befreundete Dissident Li Wangyang Selbstmord begangen habe. Der praktisch taube und blinde Li war Anfang Juni von seiner Schwester und seinem Schwager tot in einem Krankenhaus in Shaoyang gefunden worden. Zahlreiche Aktivisten stellten infrage, dass sich der Oppositionelle selbst umgebracht habe.

Xiao saß nach Angaben seines Anwalts wegen seiner Aktivitäten heuer bereits einen Monat lang im Gefängnis und war von den Behörden gewarnt worden, sich in den Fall Li einzumischen. Die Polizei lehnte es ab, Fragen zu dem Fall zu beantworten. (APA, 23.7.2012)

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