"GmbH light" kommt erst nach der Wahl

23. Juli 2012, 12:52

Die im Regierungsprogramm angekündigte GmbH-Reform wird nun offenbar auf die nächste Legislaturperiode verschoben

Wien - Die im Regierungsprogramm angekündigte GmbH-Reform wird nun offenbar auf die nächste Legislaturperiode verschoben. Wie Wirtschaftsminister Reinhold Mitterlehner (ÖVP) bei einer Pressekonferenz am Montag sagte, wird die Senkung des Mindestkapitals ("GmbH light") auf 10.000 Euro ein Thema für die nächste Steuerreform. Einen konkreten Vorschlag will Mitterlehner gemeinsam mit Finanzministerin Maria Fekter (ÖVP) schon im Herbst vorlegen, mit der Umsetzung rechnet er aber erst nach der Wahl.

Weniger Mindestkapital

Derzeit ist für die Gründung einer Gesellschaft mit beschränkter Haftung ein Mindestkapital von 35.000 Euro nötig, künftig sollen es für eine "GmbH light" nur noch 10.000 Euro sein. Mitterlehner begründete dies u.a. damit, dass der Anteil der GmbHs an den Unternehmensneugründungen seit Jahren zurückgeht - auf zuletzt 8,5 Prozent im Jahr 2011.

Einen konkreten Vorschlag soll es im Herbst geben. Weil die Neuregelung im Budget Kosten verursacht (rund 35 Mio. Euro durch eine niedrigere Mindest-Körperschaftssteuer), rechnet Mitterlehner mit der Umsetzung aber erst bei der nächsten Steuerreform. Und diese wird es laut Mitterlehner erst "im Rahmen der nächsten Regierungsperiode" geben. "Zeitlich wird sie sich nicht sehr viel früher ausgehen", so der VP-Minister.

Verwaltungsreformvereinfachung

Eigentlicher Zweck der Pressekonferenz war es, großteils bereits beschlossene Verwaltungsvereinfachungen zu bewerben, die dem Staat in Summe rund 35 bis 40 Mio. Euro jährlich ersparen sollen, den betroffenen Unternehmen bis zu eine Mrd. Euro. Unter anderem geht es dabei um die raschere Genehmigung von Betriebsanlagen sowie um von Umweltminister Nikolaus Berlakovich (ÖVP) vorgetragene Vereinfachungen bei der Umweltverträglichkeitsprüfung. Im Herbst soll außerdem ein einheitliches Gewerberegister kommen.

Innenministerin Johanna Mikl-Leitner (ÖVP) strich einmal mehr das neue Bundesamt für Asyl- und Fremdenwesen hervor, sowie die Polizeireform, die u.a. zur Neubesetzung der Spitzenpositionen in den neun Landespolizeidirektionen führt. Die Ausschreibung läuft. Mit den Postenvergaben rechnet die Ministerin im Spätsommer. (APA, 23.7.2012)

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Noch weniger Haftung? Das ist aber sehr schlecht.

So schaut also das also ach so schwere "Verantwortung tragen" bei Unternehmern aus: Geht's daneben stiehlt sich der ach so Verantwortung tragend Unternehmer eben mit der Haftungsbeschränkung aus der Verantwortung.

Das wird vorallem in der Baubranche zu viel mehr geschädigten Gläubigern, viel mehr Konkursverfahren am Handelsgericht und mehr geprellten Käufern führen.

Wozu GmbH's ünerhaupt?......

..... man könnt sich ja einfach als "Limited Kaufmann" im firmenbuch registrieren lassen. Die einzutragende haftungssumme kann ja jeder selber bestimmen.

bei der heutigen Klagsfreudigkeit kanns zu einer Klage hier und in GB kommen. Sicher nicht sehr leiwand.

Prima Regierung, super Minister

Nicht einmal so eine Kleinigkeit kriegen sie hin. Und ganz bemerkenswert ist die Wirtschaftspartei.

"GmbH light" kommt erst nach der Wahl

Zusammen mit der Verwaltungsreform!

diese regierung ist unfähig .....

insbesondere die övp-minister bringen nichtmal so eine kleine gesetzesänderung über die bühne.

wir werden sie in die wüste schicken - 2013.

Es gibt nur eine Alternative zu Rot/Schwarz und das ist Schwarz/Blau bzw. Blau/Schwarz. Wenn du als die bessere Alternative ansiehst...

Wenn die ÖVP etwas wirklich will, dann gehts eh ruck-zuck (Überwachung, Parteienförderung, ...)

Pflichtveröffentlichung im Amtsblatt der Wiener Zeitung ersatzlos streichen!

Obwohl Österreich im internationalen Vergleich einen Spitzenplatz bei E-Government-Lösungen einnimmt, konnten sich SPÖVP noch immer nicht durchringen, die Pflichtveröffentlichung im Amtsblatt der Wiener Zeitung durch eine modernere IT-Lösung zu ersetzen. Das liegt ausschließlich daran, dass sich die Regierung die „Wiener Zeitung“ als Spielwiese für parteipolitische Postenvergaben erhalten will.

Man kann ihnen nur Recht geben.

Diese Veröffentlichungen haben so gut wie keinen Nutzen.
Soll man die Seiten sammeln und abheften das man bei Bedarf nachsehen kann?

Der Kapitalbedarf wenn man eine GmbH gründet, ist wohl das kleinste Problem.

Hingegen: Wie schauts bei der geplanten GmbH light mit der Mindestköst aus? Wenn man in wirschaftlich schlechten Zeiten vom nicht vorhandenen Gewinn noch Steuern zahlen muss, ist das nicht lustig.

Wird sich verwaltungsmäßig (kostenmässig) auch etwas bei der steuerlichen Betreuung tun? Die kostet ja auch ein paar Tausender pro Jahr, bei einfacherer Abwicklung gäbs da auch Potential.

Eintragung der Bilanz im Firmenbuch ist auch teuer ...

Auch nicht zu vergessen: DB und DZ für Gehaltszahlungen an den Geschäftsführer!

Wieso?

Die sind ja gleich wie bei "normalen" Angestellten - oder meinten Sie, wenn man mehr als 25% Anteil hat?

Da fällt mir nochwas ein: Ich hab ein Gewerbe privat und bin auch Angestellter - warum ich 2x für die Krankenkasse blechen muss, seh ich auch nicht ein, schliesslich kann ich nur einmal krank werden.

Ich vergleiche zu einer Personengesellschaft bei der man Privatentnahmen hat.
Ich bin aktuell ein Einzelunternehmer und lebe von Privatentnahmen von denen ich meine SVA bezahle. Jetzt gründe ich um in eine GmbH und bin dort 100 % Gesellschafter und alleiniger GF. Nun muss ich mir ein Gehalt bezahlen und hierfür DB/DZ bezahlen. Ist schon leicht pervers bei so einer Konstellation.

Dafür kriegen Sie z.B. auch Arbeitslosengeld, wenn Sie sich selber kündigen.

Oder Sie zahlen sich ein Gehalt von 1 Euro im Monat, dann sind die Sozialabgaben davon relativ überschaubar.

Sie bezahlen nicht ZWEIMAL.

Sie bezahlen genau bis zur Höhe der Höchstbemessungsgrundlage, wenn Ihre GESAMTEN Einkommen diese erreichen. Alles, was DARÜBER liegt, bekommen Sie voll zurück.
Ganz einfach.

Ich verdiene aus meinem Gewerbe heraus nichts, ...

... das habe ich aus anderen Gründen. Dennoch muss ich SV bezahlen.

Wenn Sie nichts daran verdienen, dann wird Ihnen das FA bald sagen, dass das Liebhaberei ist und dann gibts Saures! ;-)

Reichen 200 Euro im Jahr?

Das läuft so seit 1988 und dem FA wars wurscht, aber ich geb zu, ich hatte nie Verlust sondern marginale Gewinne ...

200 Euro > 0 Euro, dh. Sie bezahlen Steuern davon, daher keine Liebhaberei.

Ja, aber das war nicht mein Thema. Mein Thema war, dass ich viel mehr SV Versicherung zahle und nicht basierend auf diesen paar Euro.

Wie wärs mit dem Kleinunternehmer? Oder haben Sie > 30k Umsatz, wenn ja, dann wirds spanisch mit dieser Umsatzrendite. Das würde ich mir als FA nochmals genauer ansehen, denn das schreit nach Trixerei.

Kleschenbeck, ich bittschön, hörns auf.

Ich sags nochmals: Das war nicht mein Thema, ist auch nicht mein Problem (Ihres so nebenbei auch nicht) und diese Konstellation hat ihre Gründe. Mich stört nur die doppelte Abgabe von SV ...

Sorry, aber ein Vorposter hat es bereits erklärt. Es ist keine Abgabe, sondern eine Versicherung und Sie haben keine Doppelversicherung, abgesehen der Unfallversicherung.
Es gibt in Österreich die Höchstbemessungsgrundlage und soweit zahlen Sie.

wenn das alles so teuer und schwierig ist, wieso sollte jemand dann überhaupt eine kapitalgesellschaft gründen (wollen)?

in solchen fällen gibt es im personengesellschaftsbereich genügend auswahl...

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