US-Dürre hält Mais- und Soja-Preis hoch

23. Juli 2012, 12:42
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Die USA leiden unter der schlimmsten Dürre seit 1956, die Trockenheit könnte wegen "El Nino" noch Monate anhalten

Frankfurt - Die Aussicht auf drastische Ernte-Einbußen als Folge der Jahrhundert-Dürre in den USA hat die Preise für Mais und Sojabohnen am Montag hoch gehalten. Der Terminkontrakt auf US-Mais notierte mit 8,1575 Dollar je Scheffel gerade einmal 13 US-Cent unter seinem Rekordhoch vom Freitag. Der Soja-Future lag mit 17,37 Dollar (14,2 Euro) etwa 40 US-Cent darunter.

"Die Rally ist noch nicht vorbei", betonte Rohstoff-Stratege Victor Thianpiriya von der ANZ Bank. "Die Angebotslage bei Mais und Soja bleibt angespannt." Den Daten der US-Terminmarktaufsicht CFTC zufolge haben sich spekulativ orientierte Investoren bereits entsprechend positioniert.

Der Mais-Preis hat seit Monatsbeginn gut 20 Prozent zugelegt. Das ist nach Reuters-Daten der stärkste Anstieg in einem Juli seit 1974. Soja verteuerte sich im gleichen Zeitraum um knapp 15 Prozent. Das ist das größte Juli-Plus seit immerhin 1983.

Die USA leiden nach Angaben der National Oceanic and Atmospheric Administration (NOAA) unter der schlimmsten Dürre seit 1956. Das erste Halbjahr sei das wärmste seit Beginn der Aufzeichnungen gewesen. Die Trockenheit und die überdurchschnittlichen Temperaturen könnte sich bis in den Oktober hineinziehen. Das Wetter-Phänomen "El Nino" könnte die Lage in den Anbaugebieten des US-Mittelwestens sogar noch verschärfen. Dabei sorgen überdurchschnittliche Wasser-Temperaturen in der pazifischen Äquatorial-Region für Wetter-Kapriolen rund um den Globus.

Angesichts der Dürre wird nur noch 31 Prozent des US-Maisbestandes auf den Feldern ein guter bis exzellenter Zustand bescheinigt. Dies sei ein Rückgang von neun Prozentpunkten im Vergleich zur Vorwoche und weniger als halb so viel wie im Vorjahreszeitraum, teilte das US-Landwirtschaftsministerium USDA mit. Bei Sojabohnen seien nur noch 34 Prozent der Ernte in gutem bis exzellentem Zustand. Im Vergleich zur Vorwoche sei dies ein Minus von sechs und zum Vorjahreszeitraum von 30 Prozentpunkten.

Vor diesem Hintergrund strich das USDA seine Ertragsprognosen für Mais um 20 auf 146 Scheffel je Morgen zusammen. Dan Basse, Chef des Research-Hauses AgResource, sieht die Lage noch kritischer: "Ich gehe aber davon aus, dass es sich in Richtung 132 bis 133 Scheffel je Morgen bewegen wird." (APA/Reuters, 23.7.2012)

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    Kein Ende der Dürre in den USA in Sicht.

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