Aufräumarbeiten in St. Lorenzen werden Monate dauern

23. Juli 2012, 11:45
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Heftige Kritik an Behörden wegen Schutzmaßnahmen - Neuerliche Murengefahr bei Niederschlägen am Dienstag

Graz - Im obersteirischen St. Lorenzen im Paltental, das am vergangenen Wochenende von einer Mure zum Teil verwüstet wurde, sind am Montag die Aufräumarbeiten angelaufen. Rund 400 Helfer von Bundesheer und Feuerwehren waren mit der Beseitigung von Schlamm und Geröll und der Wiederherstellung der Infrastruktur beschäftigt. Betretungsverbote und Evakuierung konnten noch nicht aufgehoben werden, die Lage ist im Hinblick auf mögliche weitere Regenfälle weiter kritisch: "Jeder Tropfen ist zu viel", so der Leiter der Katastrophenschutzabteilung des Landes, Kurt Kalcher, Montagvormittag.

"Die Aufräumarbeiten werden noch Monate in Anspruch nehmen, es wird vermutlich bis Anfang 2013 dauern, bis die Infrastruktur wieder vollständig hergestellt ist", sagte Walter Danklmaier, der in St. Lorenzen, einer Katastralgemeinde von Trieben, den Einsatz der Feuerwehren leitet. Die Wehren unterstützten u.a. mit Tankwagen die Pioniere des Bundesheeres, die mit schwerem Gerät angerückt waren. "Wenn der Schlamm nicht rasch wegkommt und trocknet, wird er wie Beton", erklärte Katastrophenreferent Kalcher im APA-Gespräch.

60 beschädigte oder zerstörte Gebäude

Die 240 evakuierten Personen würden bis auf weiteres bei Verwandten und in Pensionen untergebracht bleiben. Eine erste Schadensbilanz im Bereich der Gebäude habe rund 60 beschädigte oder zerstörte Objekte - darunter zwei Wohnhäuser - ergeben: "Es war ein Ereignis von einer Schadensdimension, wie sie in den vergangenen 30 Jahren nicht vorgekommen ist", so Kalcher. Auch wenn die akute Bedrohung abgewendet zu sein scheint, blicken die Helfer sorgenvoll auf die Wetterprognosen, die ab Dienstag neuerliche Niederschläge ankündigen.

Inzwischen ist aus der Bevölkerung auch Kritik an den Schutzmaßnahmen der beim Lebensministerium ressortierende Wildbach- und Lawinenverbauung laut geworden. Die aktuelle Katastrophe wurde durch eine Verklausung am Lorenzerbach ausgelöst, Sperren wurden weggerissen und eine fünf bis sieben Meter hohe Schlammwelle wälzte sich bis in den Ort.

Unsicherheit bei Wiederaufbau

Gerhard Baumann von der Wildbach- und Lawinenverbauung Steiermark verweist auf die Vorgeschichte: Durch die großen Regenmengen des vergangenen Monats sei der Boden "tiefgründig durchnässt". Zudem sei die Region von rutschanfälligem Schiefergestein dominiert.

Nach den ersten Schadensfällen im Juni habe man mit der Projektierung von Murenrückhaltebecken im Schwarzenbachtal begonnen, nun werde man auch das noch größere Problem "Lorenzerbach" in Angriff nehmen, für das man fünf bis sechs Millionen Euro benötige. Zur Frage, ob die beschädigten und zerstörten Objekte sofort wieder aufgebaut werden sollen oder ob man neue Schutzmaßnahmen abwarten soll, meinte Baumann: "Man sollte sich das gut überlegen und keine Schnellschüsse machen". (APA, 23.7.2012)

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    Nach dem Murenabgang in St. Lorenezn im Paltental sind 400 Helfer von Feuerwehr und Bundesheer im Einsatz.

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    Rund 60 Gebäude wurden durch die Mure beschädigt oder zerstört.

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