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Wien - Die europäischen Leitbörsen sind am Montag nach einem bewegten Handelstag einheitlich mit Verlusten aus dem Handel gegangen. Der Euro-Stoxx-50 verbilligte sich um 58,02 Einheiten oder 2,59 Prozent auf 2.179,31 Zähler. Vom Wochenende lagen bereits belastende Konjunkturnachrichten vor: Zum einen die Ankündigung der spanischen Region Murcia - nach Valencia die zweite - staatliche Finanzhilfe zu benötigen. Zum anderen Gerüchte, dass die wichtigsten Gläubiger der Griechen - Deutschland und der Internationale Währungsfonds (IWF) - nicht für zusätzliche Finanzspritzen bereit seien. Der IWF verwies heute als Reaktion auf seine bestehenden Hilfsprogramme, auch die deutsche Regierung meinte, man wolle kein Land aus der Eurozone "herausdrängen".
Belastend kam im Verlauf hinzu, dass die spanische Zentralbank einen einprozentigen Rückgang der Wirtschaftsleistung im Jahresvergleich bekanntgab - infolge stiegen die Renditen spanischer 10-Jahresanleihen auf ein Rekordhoch von siebeneinhalb Prozent. Auch Chinas Zentralbank warnte vor einer weiteren Eintrübung der chinesischen Konjunktur.
Nachdem zur Eröffnung die italienischen Banken stark abrutschten wurde an der Mailänder Börse ein zwischenzeitlicher Handelsstopp verhängt. Der Bankensektor konnte jedoch seine Verluste eingrenzen, nachdem in Spanien und Italien spekulative Leerverkäufe von Finanzaktien vorerst untersagt wurden. Dies ließ die UniCredit-Aktie ihre zwischenzeitlich hohen Verluste auf ein Minus von 0,16 Prozent bei 2,43 Euro eindämmen, auch Intesa Sanpaolo (minus 1,76 Prozent) konnten einiges an Boden gut machen. Die spanischen Institute BBVA (pluus 0,26 Prozent) und Banco Santander (plus 0,95 Prozent) drehten sogar noch ins Plus.
Trotzdem landeten zahlreiche Finanzwerten am unteren Indexende im Euro-Stoxx-50, schwächster Einzelwert waren ING mit minus 7,42 Prozent auf 4,81 Euro. Auch AXA (minus 5,42 Prozent), BNP Paribas (minus 5,47 Prozent) und Allianz (minus 4,96 Prozent) verloren deutlich an Wert.
Selbiges gilt für Deutsche Bank, die sich klar um 4,56 Prozent auf 23,52 Euro verbilligten. Laut "Handelsblatt" ringen Vorstand und Aufsichtsrat des größten deutschen Geldhauses bereits um die Höhe von Rückstellungen im Zuge der Libor-Affäre. Es gehe um einen Betrag zwischen 300 Mio. und einer Milliarde US-Dollar. Dieser dürfte sich schon im Halbjahresbericht niederschlagen, den der deutsche Branchenprimus am 31. Juli vorlegen will.
Unangefochten am oberen Indexende war die Philips-Aktie, die sich um 5,03 Prozent auf 17,03 Euro verteuerte. Der Elektronikkonzern hat im zweiten Quartal trotz der Euro-Schulden-Krise seinen Umsatz stärker gesteigert als von Analysten erwartet. Dank einer wachsenden Nachfrage für Medizintechnik, LED-Lampen und Unterhaltungselektronik in den Schwellenländern sei der Umsatz von 5,2 Mrd. Euro im Vorjahr auf 5,9 Mrd. Euro geklettert. An den Mittelfristzielen für 2013 hält das Management fest. (APA, 23.7.2012)
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