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vergrößern 567x373Bischof Andreas Laun schreibt "Klartext" über Sexualität.
Wer ein richtiger Blogger ist, macht nicht unbedingt gern Werbung für einen Kollegen. Aber was Bischof Andreas Laun derzeit in seinem Blog "Klartext" schreibt, ist tatsächlich bemerkenswert. Gleich dreimal hintereinander nimmt er sich des katholischen Angstthemas Sexualität an und lässt nicht - wie sonst so gerne - den Hardliner heraushängen. Im Gegenteil!
So bezeichnet er die Position, wonach Homosexualität die "größte Sünde" sei, als eine "unselige Tradition". Denn: "Obwohl diese These in der Tradition tatsächlich, auch von 'prominenten' Autoren, ab und zu behauptet wurde: Sie ist falsch und sollte auf der Müllhalde der peinlichen Irrtümer entsorgt werden!"
Er kommt zu dem Schluss, dass man zu biblischen Zeiten kaum etwas über das Wesen der homosexuellen Neigungen wusste und "darum auch nichts darüber, wie differenziert und behutsam sie zu werten sind!".
Laun bleibt mit seiner Position damit zwar immer noch auf der Linie des Weltkatechismus, wonach die gelebte Homosexualität Sünde sei, bereitet aber gleichzeitig für eine Überwindung dieser Haltung den Boden auf. (Warum hier eine Änderung kommen wird und muss - darüber bei anderer Gelegenheit.)
Dann kritisiert der Salzburger Weihbischof, dass in jüngster Zeit neue religiöse Bewegungen selbst die natürliche Empfängnisregelung kritisch bewerteten und eine Haltung aufkomme, dass Frauen so viele Kinder zu gebären hätten wie möglich. Dagegen Laun: "Aber so ist es eben nicht, Gott hat dem Menschen den Verstand gegeben, und zwar dazu, dass wir ihn benützen, Ihn zu erkennen, aber auch, um unser Leben zu bewältigen."
In einem dritten Beitrag kritisiert er Beichtväter, die Ehepartnern vermitteln, dass Sexualität ohne Kinderwunsch sündhaft sei. Ganz dem Motto "Klartext" verpflichtet, bezeichnet er diese vor dem Konzil durchaus verbreitete Haltung als "Häresie der Prüderie". Laun unterstreicht nicht nur, dass Ehepartner ihr Zusammensein genießen sollen, sondern bringt noch ein ungewohntes Bild: Die Sexualität steht dem Ehepaar offen, "wenn sie als Akt der Liebe - 'andächtig' wie die heilige Kommunion - vollzogen wird!". Solch kleine Anleitung zum sexuellen Tantra ist in der katholischen Kirche viel zu selten zu hören und zu lesen. Schön, dass man da von einem zölibatären Bischof noch etwas lernen kann.
PS: Ist es nur Zufall (freilich kein Begriff in der katholischen Theologie), dass diese scharfe Abgrenzung zu den Fundamentalisten genau zu jener Zeit erfolgt, da das Salzburger Domkapitel bald aus einem Dreiervorschlag des Papstes den neuen Salzburger Erzbischof wählen muss? Einmal stand Laun schon am Ticket. Damals entschied sich das Domkapitel für Georg Eder ...
PPS: Im Übrigen bin ich der Meinung, dass die Verantwortung der Päpste und des Vatikans am internationalen Missbrauchsskandal geklärt werden muss. Der derzeitige Papst hat bisher lediglich zur Schuld einzelner Priester und Bischöfe Stellung genommen. Zu den Vorgängen innerhalb der vatikanischen Mauern fand er kein Wort. Benedikts beharrliches Schweigen dazu macht ihn als Papst unglaubwürdig. (Wolfgang Bergmann, derStandard.at, 23.7.2012)
Wolfgang Bergmann, Magister der Theologie (kath.), 1988-1996 Pressesprecher der Caritas, 1996-1999 Kommunikationsdirektor der Erzdiözese Wien und Gründungsgeschäftsführer von Radio Stephansdom. Seit 2000 Geschäftsführer DER STANDARD. 2010 erschien sein Romanerstling "Die kleinere Sünde" (Czernin Verlag) zum Thema Missbrauch in der Kirche.
Den einst modernen Theologen Joseph Ratzinger hat an der entscheidenden Stelle der Mut verlassen
258.300 Euro sollten eigentlich für den Unterhalt eines Bischofs ausreichen
Die Sexualität steht dem Ehepaar offen, "wenn sie als Akt der Liebe - 'andächtig' wie die heilige Kommunion - vollzogen wird!". Solch kleine Anleitung zum sexuellen Tantra ist in der katholischen Kirche viel zu selten zu hören und zu lesen. Schön, dass man da von einem zölibatären Bischof noch etwas lernen kann.
"etwas lernen können" ?? gehts ihnen noch...was soll man da lernen? dass einem jemand anders sagt was einem sexuell zu gefallen hat und wie man sex zu genießen hat?
das wäre meiner meinung nach kein lernerfolg sodnern ein massiver rückschritt sich das von andren leuten vorgeben zu lassen...
jeder soll tun was ihm spaß macht so lange dabei niemand anders leiden muss!
arm seids, ihr katholerer. dafür bekommt ihr jedes jahr ein paar millionen steuergeld in den rachen geworfen und werdet (als einzige ideologie überhaupt) in österreich von einem kritikverbot geschützt. die katholische kirche ist ein intensivpatient am tropf der steuerzahler/innen und des gesetzgebers der in der heutigen form versterben würde, würden die lebensverlängernden (im grunde verfassungswidrigen) massnahmen heute eingestellt werden.
natürlich denke ich das was ich schreib. sonst würd ich es wohl nicht schreiben oder?
und du hast recht, die anderen religiösen ideologien werden mit geschützt. aber die strukturelle und finanziellen vorzüge kommen hauptsächlich der katholischen kirche zu gute. was hier zensuriert wird oder nicht, weiss ich nicht. ich hab nur die erfahrung gemacht, dass meine islamkritik, auch wenn sie noch so harmlos ist, es selten durch den filter schafft.
"andächtig"?
Gegoogelt: Synonym "andächtig":
- "hingebungsvoll, inbrünstig, versunken"
Was will uns Laun wohl damit sagen?
- "angespannt, angestrengt, aufmerksam, intensiv"
Wie stellt sich Laun nun das vor?
- "feierlich, gesammelt, innig"
?
Die Antwort ist ganz einfach:
Laun ist ein 68er Hippie. Er will das revival der freien Liebe, und dies über die Hintertür, am Vatikan vorbei. Und er will die ganze Chose gesellschaftsfähig machen. Ich hätte mir nie gedacht, dass die Revolution der Kirche in Salzburg beginnt, aber ich fühle mich geehrt, Teil dieses geschichtsträchtigen Moments sein zu können.
Meine werten Brüder (und Schwestern)!
Damit Ihr nichts falsch macht und der Liebesakt andächtig und gottgefällig vollzogen wird, sollt Ihr euch die richtige Anleitung holen, welche der Bruder Deix in seinen Bildern zusammengefaßt hat:
http://www.alphonsecapone.at/kram/bild... iester.jpg
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