Sturmgewehr des Amokläufers hatte offenbar Ladehemmung

23. Juli 2012, 15:58
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Obama besuchte Überlebende - Der mutmaßliche Täter sollte am Montag dem Richter vorgeführt werden

Aurora - Nach der Bluttat im Kino von Aurora hat US-Präsident Barack Obama Überlebenden sowie Angehörigen der zwölf Opfer Trost gespendet. Sie hätten gemeinsam geweint und sich umarmt, sagte Obama nach seinem Besuch im Krankenhaus des Vororts von Denver. Der mutmaßliche Täter sollte am Montag dem Richter vorgeführt werden. Laut einem Zeitungsbericht hätte er möglicherweise noch mehr Menschen getötet, doch hatte sein Sturmgewehr Ladehemmung.

"Ich bin zu ihnen weniger als Präsident denn als Vater und Ehemann gekommen", sagte der Präsident nach dem mehr als zweistündigen Besuch des Krankenhauses. Er habe junge Menschen gesehen, deren Überleben vor 24 Stunden noch unsicher gewesen sei, "und nun sind ihre Augen offen, sie sind wach, sie reden, und dies erinnert einen daran, dass das Leben selbst in den dunkelsten Zeiten weitergeht", sagte Obama. Durch die Schüsse während der Premiere zum jüngsten "Batman"-Film in der Nacht zum Freitag waren zwölf Menschen getötet und 58 weitere verletzt worden.

Möglicherweise Ladehemmung

Nach einem Bericht der "Washington Post" hätte James H. möglicherweise noch mehr Menschen erschossen, wenn sein Sturmgewehr nicht Ladehemmung gehabt hätte. Mit der halbautomatischen Waffe können laut der Zeitung 50 bis 60 Schuss pro Minute abgefeuert werden. Die Polizei bestätigte den Bericht zunächst nicht.

Tausende Menschen gedachten am Sonntag vor dem Rathaus von Aurora an die Opfer des 24-jährigen Studenten. Das jüngste von ihnen war ein sechsjähriges Mädchen, dessen Mutter schwer verwundet wurde. "Unsere Herzen sind gebrochen, nicht aber unsere Gemeinschaft", sagte Bürgermeister Steve Hogan. Colorados Gouverneur John Hickenlooper weigerte sich, den Namen des Täters zu nennen. Er sprach lediglich von dem "Verdächtigen A", was die Menge mit Applaus quittierte.

Motiv nach wie vor unklar

Der mutmaßliche Täter war kurz nach dem Blutbad hinter dem Kino festgenommen worden. Die Polizei habe ihn erkannt, obwohl er wie ein Mitglied einer Spezialeinheit ausgesehen habe, sagte Polizeichef Dan Oates. Nach Angaben der Behörden bleibt H. zu seinem eigenen Schutz derzeit in Einzelhaft. Sein Motiv war nach wie vor unklar.

Laut den Ermittlern hatte der 24-Jährige in den vergangenen beiden Monaten mehr als 6000 Schuss Munition für Sturmgewehre und Pistolen gekauft. Zudem soll er vor wenigen Wochen versucht haben, einem privaten Waffenclub beizutreten. Weil er jedoch dem Besitzer merkwürdig vorgekommen sei, sei er nicht aufgenommen worden, berichtete der Sender Fox News. Holmes hatte zudem seine Wohnung mit tödlichen Sprengfallen abgesichert. Nachdem sie entschärft waren, beschlagnahmte die Polizei einen Computer. Berichte des Fernsehsenders CNN, wonach auch eine Batman-Maske gefunden wurde, bestätigte sie zunächst nicht. (APA, 13.7.2012)

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    Diese Atemschutzmaske soll der Tatverdächtige bei dem Amoklauf verwendet haben. Sie wurde auf dem Parkplatz vor dem Kino gefunden.

  • US-Präsident Obama besuchte Überlebende der Tat.

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