INDECT-Debatte: Anonymous kapert erneut FPÖ-Website

Birgit Riegler, 22. Juli 2012, 20:43

Netzaktivisten schicken Besucher auf eine Kampagnenseite gegen das EU-Forschungsprojekt

Anonymous Austria hat Sonntagabend erneut die Website der FPÖ gekapert. Statt des üblichen Inhalts erschien eine Botschaft der Netzaktivisten mit Bezug auf das EU-Forschungsprojekt INDECT, mit dem ein Überwachungssystem eingeführt werden soll.

Bist du Terrorist?

Von der gekaperten FPÖ-Seite wurde auf bist-du-terrorist.at verlinkt. Auf der Seite heißt es, dass durch INDECT Daten von Kameras und Drohnen ausgewertet werden soll, um "auffälliges Verhalten" bei Personen im öffentlichen Raum zu erkennen. Die Hacker hinterließen unter anderem die Botschaft: "Unsere Nachricht: INDECT OASCH! Mehr Informationen auf: www.bist-du-terrorist.at Danke für Ihre Aufmerksamkeit! We are Legion. Expect us! PS: Schönen Gruß an Herrn Obermayr!" Damit nahmen sie Bezug auf eine Presseaussendung der FPÖ. Kurz nach 22 Uhr war die gewohnte Website der Partei wieder erreichbar.

Debatte um INDECT

Der WebStandard hatte am 20. Juli über Aktionen von Anonymous gegen INDECT berichtet. Als Reaktion darauf hatte der freiheitliche EU-Mandatar Franz Obermayr in einer Presseaussendung darauf hingewiesen, dass die FPÖ angeblich als einzige Partei bisher INDECT aufgegriffen habe. Ergänzend stellte der Politiker in den Raum, dass "DER STANDARD mit der Gruppe Anonymous eine anonyme  Hacker-Regelung getroffen" haben soll.  (Birgit Riegler, derStandard.at, 22.7.2012)

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Domaininhaber: Feysal Bayat

Haha! ist auch der Dauerjoke!!!!

Was für eine anonyme hacker-regelung?!

Das Hirngespinst eines FPö-Politikers

Indect ist ein Projekt der zentralistischen-sozialistischen EU-Kommission.

http://www.stopp-indect.info/?lang=de

Wer die Freiheit aufgibt um Sicherheit zu gewinnen, der wird am Ende beides verlieren.

Kameras quasi ueberall, Microfone nun auch vermehrt (bsp. skylink), Bewegungsprofile auf vorrat speichern, Profiling um auffaelliges Verhalten automatisiert zu erkennen ...

Diese dinge Dienen leider nicht der Sicherheit, sie Dienen der Kontrole und sie werden missbraucht werden, vmtl frueher als spaeter.

Haben wir an Sicherheit gewonnen ?
Wem nuetz es was ?

Der spezielle Fokus auf Datenschutz und Freiheitsrechte ist Folge eines großen Unbehagens, dass sich in der Bevölkerung breit macht: wir als Bürger werden permanent bombadiert mit schwammigen Mafia-Gesetzen, "Ausnahmeregelungen", Überwachungseinrichtungen (Vorratsdatenspeicherung, ISPA, PIPA, ACTA, INDECT), gepaart mit laschem Datenschutz. Verfolgt werden damit Tierschützer, Kunststudenten, Aufdecker von Kriegsverbrechen.
Auf der anderen Seite laufen rechtskräftig verurteilte Verbrecher frei herum, mutmaßliche Steuerhinterzieher und Amtsmissbraucher verweigern Aussagen in Untersuchungsausschüssen, Verfahren werden verschleppt oder eingestellt.

Diese neue Zweiklassengesellschaft unterminiert sukzessive den Rechtsstaat, das ist das Problem.

Am Technikum wird im Rahmen von INDECT z.B. erforscht, wie man

automatisch erkennen kann ob im Bild der Überwachungskamera eine Person am Boden liegt (evtl. medizinischer Notfall) oder ein Fahrzeug durch die Fussgängerzone fährt (Verstoss gegen die StVO).

Damit sollen offensichtlich Arbeitsplätze für angelernte Hilfskräfte wegrationalisiert werden die derzeit vor den Bildschirmen der Überwachungskameras sitzen.

Jetzt kann man natürlich drüber diskutieren ob man solche Arbeitsplätze erhalten soll oder ob man das besser automatisiert und den Leuten einen gescheiten Job verpasst wo sie auch mal unter Menschen kommen usw.

http://www.technikum-wien.at/fh/instit... ?full=1340

es geht nicht um arbeitsplaetze. nur um die sicherheit. deshalb heisst es auch schutzstaffel. oder staatssicherheit.

Es geht um Arbeitsplatzsicherheit

Die Kameras (z.B. bei den Wiener Linien) sind jetzt schon da, auch ohne INDECT.

Die Frage ist nur wer sich die Bilder anschaut: Mensch oder Maschine.

du kannst jetzt aber ned wirklich mensch und maschine bei der ausarbeitung digitaler informationen gleichsetzen, oder?

dass es schlimmer ist wenn 1 rechner hinter allen kameras sitzt als ~1000 menschen sollte doch klar sein

Kameras im öffentlichen Raum

So sehr ich mich sonst auch um den Datenschutz kümmere.. ich muss sagen, Kameras auf der Straße lassen mich irgendwie kalt. Wenn ich mich im öffentlichen Raum aufhalte, muss ich davon ausgehen, dass mein Verhalten öffentlich wird. Punkt.

CCTV Kameras in Großbritannien haben zB eher zu meinem Sicherheitsgefühl beigetragen. Wenn mich auf der Straße jemand überfällt, oder mir den Rucksack klaut, ist durch Auswertung der Kamerabilder die Chance immerhin ein wenig größer, den Täter im Nachhinein zu identifizieren.

Ob diese "automatischen Erkennungsmöglichkeiten" dieses INDECT in der Praxis wirklich Sinn machen, steht auf einem anderen Blatt.

klar
und der "mafiaparagraph" wird auch nur gegen terroristische organisationen eingesetzt

ähm,… mom.
da war doch was mit tierschützern und studenten…

Sie wollen nicht verstehen, dass die Informationen selektiv behandelt werden. Das bedeutet, dass man Informationen gut und gerne jederzeit anders gedeutet werden können, es kommt lediglich auf den Blickwinkel an. Sicherheit ist eine gesellschaftliche Entwicklung.

Sie wollen auch nicht verstehen, dass es eine herrschende "Gesellschaft" gibt, die sich nicht überwachen lassen will, dafür aber ganz gerne die Masse. Das war immer so und wird immer so sein.

Wenn alle Menschen dieser Erde plötzlich überwacht werden würden, AUSNAHMSLOS und JEDER könnte über das Internet auf diese Informationen zugreifen.... DANN wäre es okay. Die Welt würde sich in Handumdrehen verändern. Wohin wäre interessant zu erfahren.

Das Grundproblem dabei ist: Sind die Datensätze einmal vorhanden, ist keine Kontrollmöglichkeitmehr gegeben, wer sie bekommt und was damit gemacht wirdchmissbraucht.

Auch scheinbar harmlose Daten wie Kameraaufzeichnungen in Verbindung mit Gesichtserkennung können in Kombination mit zB Mobilfunkdaten quervernetzt werden um so exakte Bewegungsprofile einer Person zu erstellen.

Und da wo es Datensätze gibt werden sie auch missbraucht. Ich hab mal nicht schlecht gestaunt, was mir jemand, dessen Mutter im Meldewesen arbeitet alles über mich erzählt hat, ohne mich zu kennen. Und diese Daten sind Peanuts gegen das was sich inzwischen über Provider, Mobilfunk, Gesichtserkennung etc. ansammeln lässt.

Ich denke die Daten sind vorhanden. Und man sollte sich nicht Illusionen machen dass es sie nicht gibt. Genau, Mobilfunk, RFID und NFC, ganz davon abgesehen was die Leute ganz freiwillig im Netz teilen.

Datenmissbrauch wiederum ist durchaus ein Problem. Da muss man ansetzen, da stimme ich zu. Wer wann zu welchem Zweck mit welchen Informationen etwas anfangen darf ist auf jeden Fall relevant.

Mir nicht,

weils um Datenerfassung, Erkennung und Bewegungsprofile geht.

Wer am Boden sitzt wird gestampert, usw usf.

Meide wo immer es geht solche Plätze, bzw Städte.

Die Welt ist glücklicherweise groß genug, und raus kommen wir derzeit auch noch.

Und wenn ich am Flughafen mein Gepäck verliere, verfolgt mich eine Drohne und blinkt aufgeregt! Mit ein bisschen Glück bringt sie es mir sogar zurück: win-win ;)

Reale Roboter schaffen es noch nicht mal ordentlich, verlässlich einen vorher abgesteckten Rasen zu mähen, ohne dabei steckenzubleiben.

Und mein Bedürfnis mich in der Stadt auf den Asphalt zu setzen hält sich eigentlich auch so schon in Grenzen...

was realle Roboter so alles schaffen würden sie nicht glauben. Und den 50 € Schrott den du beim Saturn gekauft hast dient hierbei leider nicht als Vorlage.

"Reale Roboter schaffen es noch nicht mal ordentlich..."

schon mal an die zukunft gedacht?

"schon mal an die zukunft gedacht?"

Achsoo, wir reden hier also um rein theoretische Science-Fiction-Bedrohungsszenarien?

In dem Fall: nein zu Killerrobotern ohne Ausschaltknopf, nein zu Laserschwertern mit rotem Strahl, und nein zu Gedankenkontrollchips!

Aber mal ganz ernst - über die ethischen Fragen realer Anwendungsfälle von INDECT (ein Forschungsprojekt, richtig?) kann man bestimmt streiten. Die Berichterstattung auf all den stopp-xxx Seiten von Anonymous und co wirkt aber in meinen Augen leicht hochgeschaukelt.. gerade technisch - die fliegenden autonomen intelligenten Kameradrohnen möchte ich erstmal sehen.

http://www.golem.de/news/spio... 93338.html

http://www.draganfly.com/uav-helic... nflyer-x6/

http://www.youtube.com/watch?v=XpUdW_U2KJ8

Ich bin überzeugt davon das es nicht besonders schwer ist mehrere Drohnen im Schichtbetrieb kreisen und aufladen zu lassen.
Schlechtwettertauglich ist von den kleinen Dingern hier nur die Mindrohne RQ-26 T-Hawk.

Aber es gibt ja auch noch die größeren Versionen.
http://www.airforce-technology.com/Projects/... dator-uav/

Aber man braucht die UAVs ja nur in Gebieten wo bis jetzt keine Überwachungsinfrastruktur existiert - und die werden immer seltener.

Mir war durchaus bewusst, dass ich mit dem Eintrag hier provozieren könnte. Kameras auf der Straße halte ich allerdings tatsächlich nicht für die größte Bedrohung unserer Gesellschaft.

Die Kameras nicht, aber die Idioten die das auswerten....
Aber ihr ihr Standpunkt ist auch klar (ich hab ja nichts zu verbergen ...so wie halt alle Langweiler...

Wenn Sie bei Ihrem Hyper-Abgespacten-Absolut-Nicht-Langweiligen-Leben etwas dagegen haben müssen, dass Kameras zuschauen, dann würd ich mich persönlich dafür aussprechen, Sie extra zu überwachen, aber bitte...

Der Punkt ist, dass andere "Langweiler" auch keine Lust haben aufgezeichnet zu werden. In Zeiten der globalen Vernetzung ist es von der Aufzeichnung diskreter Daten zur Veröffentlichung jener nur noch ein Mausklick (überspitzt formuliert). Und das hat nix damit zu tun, dass ja nur die phösen Langweiler nix zu verbergen haben. Vor den "Idioten die das Auswerten" scheiß ich mich nicht an, die unterliegen dabei selber 100 Gesetzen und noch mehr Loggern dies mitbekommen wenn sie sich nicht dran halten.

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