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In St. Lorenzen im Bezirk Liezen wurde der Ortskern von einer Mure erfasst.

In Graz wurde die Murinsel beschädigt. Aus Angst davor, dass sie sich selbstständig machen könnte, ließ man stromabwärts zwei Brücken sperren. Am Sonntagnachmittag gab es dann eine erste Entwarnung.
Graz - Ein Landwirt aus Trieben im Bezirk Liezen, wo Unwetter am Wochenende ganze Ortsteile verwüsteten, brachte es am Sonntag im Gespräch mit dem Standard auf den Punkt: "Wir fürchten uns jetzt schon jedes Jahr vor dem Sommer." Einmal mehr hatten die Menschen im obersteirischen Paltental die größten Schäden zu verkraften. In der Triebener Katastralgemeinde St. Lorenzen riss am Samstag eine Mure den Ortskern weg. 140 Menschen mussten in Sicherheit gebracht werden. Im Triebener Ortsteil Schwarzenbach gab es zusätzlich 109 Evakuierungen.
Im Bezirk Bruck in der Gemeinde Thörl war schon am Freitag ein 47-jähriger Mann von einer Schlammlawine verschüttet worden. Ein Mitarbeiter der Steweag-Steg, der mit Entstörungsarbeiten beschäftigt war, hatte noch versucht, den Mann mit Zurufen zu warnen. Am Samstag wurde schließlich die Leiche des 47-jährigen geborgen.
Weitere Überschwemmungen und Vermurungen, die Gebäude und Autos verschütteten oder zu Straßensperren führten, gab es im Bezirk Murau und in Leoben, Bruck und Mürzzuschlag.
Feuerwehrleute und das Bundesheer waren in der Obersteiermark das gesamte Wochenende im Einsatz. Am Sonntagabend, nachdem sich die Wetterlage entspannt hatte, bekam der Bezirk Liezen Verstärkung durch weitere 160 Soldaten aus Melk. Insgesamt sind 500 Soldaten in der Steiermark mit Aufräumarbeiten beschäftigt.
Mur auf Höchststand
Samstagabend wälzten sich die Wassermassen der Mur nach Graz. Im Bezirk Graz-Umgebung und im Norden von Graz kam es zu Überschwemmungen. In Graz selbst, wo die Mur normalerweise sehr tief fließt und erst vor rund zehn Jahren durch eine Uferpromenade für Spaziergänger erschlossen wurde, stieg der Murpegel bis Sonntagvormittag erstmals seit 30 Jahren auf 6,30 Meter. Murpromenade samt Strandbar standen meterhoch unter Wasser. Straßen, Brücken und Unterführungen nahe des Flusses wurden gesperrt - die Sperren blieben am Sonntag aufrecht. Die größte Sorge machte dem Katastrophenschutzreferat die Murinsel. "Wir haben befürchtet, dass sie sich losreißt", so der Leiter des Katastrophenschutzes, Helmut Nestler, zum Standard.
Deshalb wurden Samstagabend die Erzherzog-Johann-Brücke zwischen Innenstadt und Kunsthaus und der Erich-Edegger-Steg gesperrt, da beide stark beschädigt werden könnten, wenn sich die Stahl-Insel selbstständig machen würde.
Hunderte Menschen sahen die ganze Nacht an den Ufern gebannt zu, wie alle paar Minuten große Äste und Bäume gegen die Insel krachten und dort Verklausungen verursachten. Sonntagnachmittag gab es dann Entwarnung nach einer Begehung der 2003 errichteten Insel mit einem ihrer Konstrukteure. Nestler freute sich: "Ich bin wahnsinnig erleichtert. Die haben das gut geplant. Sie bleibt zwar gesperrt, bis der Pegel auf 5,20 Meter sinkt, aber es besteht keine Gefahr." Es sei nur "marginal Wasser eingedrungen und eine Scheibe kaputtgegangen".
Bereits zum vierten Mal versank die Murecker Schiffsmühle in der Südsteiermark, die 1997 nach historischem Vorbild erbaut worden war. Angeschwemmte Bäume hatten sie beschädigt. (cms, DER STANDARD, 23.7.2012)
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weil viele dieser jetzigen zustände zwar nicht einzigartig sind, aber erst seit kurzem richtig grosse katastrophen werden? der umgang mit der unserer umgebung ist im letzen jahrhundert halt noch verantwortungsloser geworden als in den jahrhunderten die dort gesiedelt wurden davor, und jetzt kriegen wir langsam die rechnung. aber sollen können deshalb jetzt alle in die speckgürtel ziehen?
wer macht ihnen dann noch das holz für den coolen küchentisch, oder treibt die cafelatte-kuh auf die weide? ja, in den krisengebieten werden die leute wohl langsam absiedeln müssen. nicht zuletzt wegen sesselpupsern, die ausser zum mah-schee!-sagen noch nie bergland betreten haben. aber unwetter/unheil kommen auch in gegenden wo "eh nix passiert"...
Möglicherweise war es doch nicht so klug, aus der ganzen Obersteiermark eine Fichten-Monokultur machen zu wolllen...
Aber die wachsen halt schnell, da können sich die Bauernsöhne gleich den zweiten BMW kaufen sobald sie den ersten verschrottet haben.
Jetzt ist wieder die große Zeit der Besserwisser. Doch ein paar unangenehme Wahrheiten sollten gesagt werden.
1. zwischen Juni und Juli kann auch die beste Verwaltung keinen Hochwasserschutz bauen
2. Verklausungen gerade kleiner Gerinne gehen meist auf schlampiges Verhalten der anrainenden Waldbesitzer zurück. Der GRUNDBESITZER ist dafür verantwortlich, dass das Bachbett und die Ufer von Material frei sind, das Verklausungen verursachen kann. Es gibt auch eine EIGENVERANTWORTUNG. Man kann, darf und soll nicht alles denen da oben überantworten, und sich dann wundern, wenn die Verwaltungskosten ausarten. Es gibt eine Verantwortung des Einzelnen vor Ort. Das ist Fakt, auch wenns wehtut
Ich bin kein Spezialist aber mir kommen die steirischen Berge sehr verbaut und teilweise sehr wild "bewirtschaftet" vor (Kahlschläge, Lifte, etc). Es kann kein Zufall sein, dass die anderen Alpenregionen vergleichsweise immer glimpflich davon kommen...
dort wo früher auen waren, steht jetzt eine mio-stadt.
wäre auch sehr dafür den wasserkopf zu renaturieren.
so ernst, dieser aussage "welchen schutz zu welchem preis" hab ich gerade von einem herrn des instituts alpine naturgefahren in der zib13 uhr gehört. kann ich nur zustimmen.
für den wasserkopf der jahrhunderte überschwemmt wurde, hat man diese anstrengungen unternommen.
für manche/viele kleine orte sagt man sich man geht das risiko ein von über 100 jährlichen ereignissen getroffen zu werden.
Was läuft schief, wenn man sich schon jeden Sommer fürchten muss, dass Muren aufs Haus donnern?
Wie schauts aus mit der Wasserwirtschaft? Flussreglulierungen, Begradigungen...?
Wie schauts aus mit der Forstwirtschaft? Schlägerungen? Waldbestand? Unterholz?
Wie schauts aus mit dem Straßenbau?
Wie schauts aus mit den Baugenehmigungen?
Bei allem Respekt für das Leid der Betroffenen. So ganz von ungefähr kommt das alles ja doch nicht.
Für alle die nicht nur schlauer als die halben Obersteirer sind sondern helfen wollen:
Hilfeaufruf eines befreundeten Feuerwehrlers der seit sage und schreibe einem Monat!!!!! im freiwilligen Dauereinsatz steht.
"DANKE FÜR EUREN BEITRAG! Ihre Feuerwehr Trieben. Volkshilfe, BAWAG/PSK BLZ 14000 Kontonummer: 86210 064 984 ZWECK: St. Lorenzen"
Vl. ein Caffe Latte weniger heut, 5 Euro überweisen und viele Leute kriegen wieder Hoffnung, stellen sie sich vor ihr Haus und Auto und alles ist innerhalb von 5 min weg.
Helfen ist gut und schön, aber es fällt einem halt umso schwerer, wenn man davon hört, was für eine skandalöse Siedlungspolitik in der Steiermark betrieben wird. Häuser in der roten Zone direkt neben reißenden Bächen oder in Sumpfgebieten, Rodung schützender Wälder, Kanalisierung von wilden Bächen und Flüßen usw.
1.) Mir tut jeder Leid, dessen Haus von einer Mure zerstört wurde, aber...
2.) Sich 20m neben einem Bach/Fluss zu platzieren, ist schon ein bisschen Betteln drum, dass etwas passiert.
3.) Darf hier nie eine Baugenehmigung erstellt werden - bei aller Liebe
4.) Widerlich, wie manche Schaulustige sich daran aufgeilen, wenn sie so etwas sehen. Unglaublich - da gibt's ja schon fast tourismus nach St. Lorenzen und co.
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