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Die Parkpickerldiskussion in Wien, die Umweltzonendebatte in Graz, das temporäre Fahrverbot in Salzburg - Österreichs Städte ringen um Konzepte: Wie mit dem motorisierten Individualverkehr umgehen?
Im gerade über den Sommer besonders staugeplagten Salzburg hat man sich, nach Jahren des Zuwartens, für eine befristete Verkehrsberuhigung in der Innenstadt entschieden: fünf Wochen, je fünf Werktage, je vier Stunden Fahrverbot in einem kleinen Teilbereich der Innenstadt. Zieht man den 15. August als Feiertag ab, macht das genau 96 Stunden. Minimalistischer geht es nicht mehr.
Für die Autofahrerpartei ÖVP, für die jeder Meter Busspur genau ein Meter zu viel ist, gilt aber selbst diese "Pipifax"-Maßnahme - so hat es zumindest Bürgermeister Heinz Schaden (SPÖ) bezeichnet - als Werk des Leibhaftigen. Seit Wochen trommeln Wirtschaftsbund und -kammer ein Horrorszenario herbei, um jetzt zu beklagen, dass die Bürger verunsichert seien und die Einheimischen die Innenstadt meiden.
Und was machen die Innenstadtkaufleute und -gastronomen sowie ihr mit enormen Summen geförderter Altstadtverband? Statt Werbung für eine entschleunigte Innenstadt mit Gratistickets für Bus und Bahn, Sonderangeboten und Kinderevents wird kollektiv gejammert. So wie die Negativkampagne von Wirtschaftsbund und -kammer letztlich den eigenen Mitgliedern schadet, wird sie zur selbsterfüllenden Prophezeiung. (Thomas Neuhold, DER STANDARD, 23.7.2012)
Die Geschäftsleute der Stadt erklären derzeit ihre Mitbürger schlichtweg für dumm. Die Geschäfte, Gaststätten und Parkgaragen sind - wenn wir den diversen Interviews folgen - leer weil die lieben sonstigen Salzburger sich nicht auskennen und nicht wissen, ob sie mit dem Auto in die Innenstadt kommen oder nicht. Dabei gibt es in den Zeitungen und im ORF seit Wochen nichts wie Erklärungen und Diskussionen über dieses Thema.
Ich empfinde es als persönliche Beleidigung, den (angeblichen?) Geschäftsrückgang auf mein angebliches Unwissen zurückzuführen! Um in die ach zu leeren Altstadtgaragen zu kommen fährt nicht einmal ein ortsunkundiger Ausländer über Staatsbrücke mitten durch die Innenstadt und das Neutor.
... in salzburg gesperrten strassen sind reine durchzugsstrassen. die anzahl der dort vorhandenen parkplätze ist zu vernachlässigen und falls jemand in der innenstadt einkaufen oder was auch immer machen möchte, der muss ohnehin die nach wie vor erreichbaren garagenplätze nutzen.
das gejammere nervt und hat mit konstruktiven ansätzen nichts zu tun. derer gäbe es bei gutem willen zuhauf - beginnend bei der verbesserungsfähigen freundlichkeit von busfahrern (ausnahmen gibt es) bis zur vernünftigen beschilderung für fremdengäste, die mit dem auto anreisen.
Wenn Sie den Verkehr auf Durchfahrtsstrassen sperrren, so wird er grossteils auf Nichtdurchzugsstrassen ausweichen. Ist das wünschenswert?
Ausserdem gibt's auch Durchfahrtsstrassen von innerstädtischer Relevanz.
Ich glaube nicht, dass "Zusperren" die intelligenteste Lösung ist.
...sich einmal die Wohn- und Arbeitsplaetze (=Geschaefte) der Salzburger OeVPler anschauen, denn dann wird schnell klar, woher das Gezeter kommt. Und die einzigen Einheimischen, die in der Altstadt einkaufen, ist mit ziemlicher Sicherheit ebenso OeVP-Klientel, also eine kleine Minderheit.
Sieht man auch sehr schoen an einer Zeitschrift, die vom Altstadtverband herausgegeben wird. Dort werden auf zig Hochglanzseiten nur Geschaefte und Produkte beworben, die sich ein normaler Salzburger sicher nicht leisten kann bzw nicht leisten will...
Da war die Innenstadtsperre vergangene Woche gerade einmal vier Stunden lang in Kraft, haben bereits die ersten Wirte wegen Umsatzeinbußen mit Kündigungen gedroht. Sämtliche Glaubwürdigkeit ist ihnen damit abzusprechen. Die Kläger - ganz speziell meine ich damit auch den Herrn vom Sternbräu - sollten für ihr "negative Campaigning" eigentlich mit Boykott bestraft werden.
wenns nach övp und altstadtverband ginge gäbe es bis heute keine wirkliche fußgängerzone ... wobei dank der tausenden ausnahmegenehmigungen (was hat ein taxi in der getreidegasse zu suchen? wieso muß ein hotelbesucher bis zur rezeption vorfahren können?) ist bis zur echten fuzo ohnehin noch weit.
leider sind halt die kleingeister der partei des fahrschulbesitzers und der pendler aus dem flachgau am lautesten...
Das Argument, dass Fußgängerzonen den Umsatz bremsen, ist seit Jahrzehnten widerlegt. In der Getreidegasse werden horrende Mieten gezahlt und ich habe auch noch wenig davon gehört, dass in Wien die Geschäfte in der Kärtnerstraße und am Graben in Konkurs gegangen sind.
Die italienischen Wohnmobile finden ihren Weg sicher zum für sie günstigen Mehrtages-Parkplatz am Mirabellplatz, wo sie zwar nicht stehen dürften, aber vom ÖVP-Preuner geduldet werden. Sie kaufen ja so viel ein!
Also, was solls? Das gilt auch für die Schlechtwettersperre. Die meisten Zufahrten ins Herz der Stadt Salzburg sind davon nicht betroffen. Salzburg-Kenner kommen nicht von der Abfahrt "Mitte" sondern finden schon einen freien Weg. Aber ohne Jammern gehts halt nicht.
Die Distanzen sind minimal. geeignete P+R und dies Sache ist geritzt. 1 - 2km gehen macht Appetit.
Es wäre auch für die Gäste entspannender, wenn Sie gute P+R angeboten bekommen.
Allerdings die U Bahn, Bahnhof - Markatplatz - Alpensiedlung bzw Flughafen ist schon überfällig!
danke für diesen ausgezeichneten kommentar!
die övp hat - mangels sonstiger inhalte - grad eine populäre marktlücke entdeckt, nämlich die der auto-fetisch-partei. irgendwann unter riegler war da doch noch was von ÖKOsozialer marktwirtschaft und nachhaltigkeit. aber das ist bei der heutigen övp offenbar schnee von gestern.
das generationen an politikern aus rücksicht auf interessensgruppen und über jahrzehnte einer soliden und vernüftigen verkehrsplanung ausgewichen sind. das konzept durch verkleinerung der verkehrsflächen und unmögliche busspuren das fortkommen so zu erschweren das man vom auto abstand nimmt trifft vor allem die letzten verbliebenen bewohner und unternehmer. man hat tatenlos zugesehen wie das salzburger umland immer attraktiver für das wohnen wurde und hat diese entwicklung zudem massiv gefördert. nun ärgert man sich über den täglichen super stau doch der war vorhersehbar. auch die grünen finden die blechlawine die täglich in die stadt rollt unbedeutend obwohl sie mehr als die touristen zum verkehrsproblem beiträgt.
Ich wohne in einer der größeren Städte Tirols und etwa 2,5km Fußweg vom nächstgelegenen Supermarkt entfernt. Das entspricht in etwa knapp über 30 Minuten Fußweg.
Mit dem Bus würde ich für eine Strecke in etwa 35-40 Minuten brauchen.
Ich möchte mir (wie letzten Freitag) eine Kiste bier, 2 flaschen Pepsi, einen Laib brot, 2 kg Putenfleisch, etwas Salat, 2 Packungen Apfelsaft und 2 Tiefkühlpizzen kaufen.
im 25km entfernten Ort gibt es auch einen Supermarkt - die Fahrtstrecke dorthin beträgt mit dem Auto in etwa 15-20 Minuten.
Würde man den nahegelegenen Supermarkt nicht mehr mit dem Auto erreichen, würde ich auch in den 25km entfernten Ort fahren und dort einkaufen. Selbst wenn sie mir das Zeug schenken würden.
Ich glaube kaum das sie im Stadtzentrum wohnen, sonst kommen mir nämlich die 2,5km zum nächsten Supermarkt schon sehr weit vor.
Insofern vergleichen sie hier Äpfel und Birnen, die Salzburger Innenstadt hat mit ihrer Situation in der Peripherie nichts zu tun.
1. Wenn alle nur fahren würden, wenn es tatsächlich notwendig ist (z.B. für den Transport von Dingen), dann hätten wir die Diskussionen nicht.
2. Haben Supermärkte meistens Parkplätze.
3. Geht es hier um ein paar Stunden an 5 Tagen in der Woche. Man wird es ja schaffen außerhalb dieser Zeiten einkaufen zu gehen.
"Statt Werbung für eine entschleunigte Innenstadt mit Gratistickets für Bus und Bahn, Sonderangeboten und Kinderevents wird kollektiv gejammert."
Jetzt sind also die Geschäfte in der Innenstadt selbst Schuld daran, das diese völlig hirnrissige Maßnahme den Umsatz schmälert? :)
Das ist ein interessanter Ansatz. Die Bürger müssen ihre Bedürfnisse der Gesetzgebung anpassen und nicht die Politik die Gesetzgebung den Bedürfnissen der Bürger ...
so weit sind wir also schon :)
natürlich ist es angenehm für viele durch die Fußgängerzonen zu flanieren. Diese Menschen "bummeln" aber meistens nur... gekauft werden Kleinigkeiten.
Wenn ich eine wirkliche Anschaffung machen will/muss, dann wird das mit sicherheit nicht in geschäften in fußgängerzonen passieren. Oder hast du schonmal jemanden einen Fernseher oder eine Waschmaschine durch die Fußgängerzone tragen sehen? ;)
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