Hilflose Versuche, das Blutbad in Colorado zu erklären

Attentäter von Aurora soll sich als Gegenspieler Batmans gesehen haben

Es ist wohl die Geschichte von Jessica Ghawi, die die Amerikaner nach dem Schock von Aurora am meisten bewegt. In der Nacht zum Freitag saß die 24-Jährige in dem dunklen Kinosaal, in dem James Holmes, genauso alt wie sie, zwölf Menschen umbrachte. Jessica Ghawi war das erste Opfer, das zweifelsfrei identifiziert werden konnte.

Erst am 2. Juni war sie im kanadischen Toronto nur knapp einer Schießerei in einer Shopping-Mall entgangen. Sie hatte den Imbisshof des Einkaufszentrums gerade verlassen, da eröffnete ein Schütze das Feuer, " exakt an derselben Stelle, wo ich vorher saß", wie sie später notierte. In ihrem Blog machte sich Ghawi öffentlich Gedanken über die Zerbrechlichkeit des Lebens und darüber, wie viel Glück sie in Toronto hatte. "Ich sah die Opfer eines sinnlosen Verbrechens. Ich wurde daran erinnert, dass wir nicht wissen, wann unsere Zeit auf Erden zu Ende sein wird." Nach dem Studium in San Antonio war die rothaarige, quirlige Texanerin nach Denver gezogen, in der Hoffnung, sich irgendwann einen Namen als Eishockey-Reporterin machen zu können. Ihre spärlichen Honorare besserte sie auf, indem sie nebenbei als Kellnerin arbeitete.

Die Suche nach dem Motiv ist über erste Ansätze und eher hilflose Erklärungsversuche bislang nicht hinausgekommen. Angeblich soll sich Holmes als Joker vorgestellt haben, als der perfide Gegenspieler Batmans, als er sich nach der Gewaltorgie festnehmen ließ. "Vielleicht werden wir nie verstehen, was jemanden dazu bringt, seine Mitmenschen zu terrorisieren", kleidete Präsident Barack Obama die Ratlosigkeit der Nation in treffende Worte.

Introvertiert und schüchtern

Bekannte beschreiben Holmes als hochintelligent, als introvertiert und schüchtern, aber keineswegs isoliert. Aufgewachsen ist der Sohn eines Programmierers und einer Krankenschwester in der geordneten Welt eines Mittelschichtenviertels im kalifornischen San Diego. Mithilfe eines Hochbegabtenstipendiums studierte er an der University of California in Riverside Neurologie und fiel durch glänzende Leistungen auf.

Auf dem rezessionsgebeutelten Arbeitsmarkt hatte es Holmes wesentlich schwerer. Im Sommer 2010 mit Diplom in der Tasche, fand er keine Stelle und jobbte halbtags bei McDonald's, ehe er erneut ein Stipendium ergattern konnte und sich 2011 an der University of Colorado in Denver für ein Doktorandenstudium einschrieb. Vor zwei Monaten warf er es hin, wieso, ist noch unklar. Die letzte Zeit scheint er damit verbracht zu haben, in seiner Mietwohnung in einem heruntergekommenen Viertel Auroras ein ausgeklügeltes Netz von Stolperdrähten zu basteln. Folgt man der Polizei, dann sollten die ersten Beamten, die nach dem Blutbad im Kino seine Wohnung betraten, ahnungslos in eine Sprengstoff-Falle tappen.

Was feststeht, ist, wie leicht es Holmes fiel, ein kleines Arsenal anzuhäufen. Völlig legal kaufte er eine halbautomatische Maschinenpistole vom Typ AR-15, zwei Glock-Pistolen und ein Remington-Gewehr. Im Internet bestellte er mehr als sechstausend Stück Munition, die ihm Kuriere ins Haus lieferten. Auch das nicht das geringste Problem. (Frank Herrmann aus Washington, DER STANDARD, 22.7.2012)

Kommentar von Christoph Prantner
Ein Film, der niemals endet

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Eigentlich hatte ich beim Ansehen des letzten Films den Eindruck, dass so etwas mal passieren würde.

Unter der großen Zahl an Menschen gibt es immer einen gewissen Anteil, die nicht richtig ticken. Nach dem letzten Batman-Film (den neuen hab ich noch nicht gesehen) hatte ich eigentlich damit gerechnet, dass wir das "fesche" Gesicht des "Jokers" noch öfters sehen würden in einem Zusammenhang wie im obigen Artikel. Nun ist es offenbar mal passiert...

Hmmmm. Vielleicht ist es einfach die Welt, in der wir leben?

Das ist (leider) für mich die glaubwürdigste Erklärung.

Die bekanntgegebenen Fakten passen vorne und hinten nicht zusammen…

…Wie bei ähnlichen Inszenierungen wurde Holmes hw. als Patsy vorgeschoben und es gab einen 2.Schützen:

http://tinyurl.com/botuz3e

Die Akten sind unter Verschluß gesetzt worden.

Interessant, die Schlußfolgerung mit der weggeworfenen Gasmaske, unter der jeder hätte stecken können.

Die Ausgaben mit ca. 20.000 EUR müssen für einen Abbruchstudenten recht hoch gewesen sein.

Holmes stand unter Drogen:
http://derstandard.at/plink/134... 5/27107485

Aurora ist unter 13 anderen Städten im Bundesstaat, wo das offene Tragen einer Waffe ebenfalls verboten ist, jene Stadt, die sogar das Ablegen einer geladenen Waffe im Auto verbietet.

Ein weiteres "willkommenes" Ereignis, um die 99% per Gesetz entwaffnen zu können.

und wieder hat eine Übung stattgefunden

man geben bei google ein: "Real life shooting imitates training exercise at Parker medical school".

"Die bekanntgegebenen Fakten passen vorne und hinten nicht zusammen…

…Wie bei ähnlichen Inszenierungen wurde Holmes hw. als Patsy vorgeschoben und es gab einen 2.Schützen"

Inszenierungen? Von wem?

Ähnlich, wie beim Attentat auf den unliebsamen Richter John Roll in Arizona -pardon, natürlich der Mordversuch an der Abgeordneten Fr.Giffords- scheint dies hier eine Scharade -od.zumindest willkommenes Ereignis für die Obumma-Admin zu sein,…

…im Land der unbegrenzten Möglichkeiten weiter den Orwellschen Weg v.psychopatischer Sozialkontrolle u.Dummspinen der eigenen Bürger z.gehen:
http://derstandard.at/plink/129... 0/19441627

Bürgeraufstände im eigenen Land stehen nicht nur auf dem Speisezettel der Admin,nein-sie müssen auch entsprechend vorbereitet werden,wie die Bestellung der Homerland-Sekkirity v.Anfang des Jahres über fast 500 Mill.Stk.Hohlspitzgeschoße(!) nahelegte:
http://derstandard.at/plink/133... 1/25300349
http://derstandard.at/plink/133... 7/25401966

U.wie die aktuellen Ereignisse -etwa in Anaheim gerade zeigen,soll d.lokalen Polizei eine federführende Rolle im Schüren v.Bürgerunmut zukommen:
http://derstandard.at/plink/133... 6/25492744

Vorletzter Batman Film:.
Der Joker-Darsteller Heath Ledger selbst wird durch die Verkörperung des Joker zum Wahnsinn getrieben ("Ich kriege die Bilder nicht mehr aus dem Kopf") und stirbt.

Ein junger Mann in Skandinavien schminkt sich als Joker und dringt mordend in eine Kinderkrippe ein.

Letzter Batman-Film: Ein junger Mann hält sich für Joker und richtet ein Massaker im Kino an.

Super, dass es ständig Nachschub an neuen Batman-Filmen gibt, mit immer böseren Jokern!
Das gibt reichlich Inspiration, und einige schwache Hirne verwirklichen sogar, was da inszeniert wurde.

(Unser Glaube, dass es vollkommen egal ist, den größten Wahnsinn, die absurdeste Blutrünstigkeit zu inszenieren und dass das ohne Folgen bleibt,irren wir leider gewaltig)

Schwachsinn!

heath ledger sagt in einem interview das es - "the biggest pleasure ever" war den joker zu verkörpern. der ist durchgedreht weil er nie schlafen konnte und depressive schübe hatte. daher der ungünstige mix aus antidepressiva und schlafmittel, daher sein tod.

der aurora-typ hätte das auch getan ohne den film zu sehen, aber ohne maschinengewehr wäre es vielleicht glimpflicher ausgegangen.

Ledger war anscheinend nicht der einzige, für den der Joker (der reine Wahnsinn) "the biggest pleasure ever" ist.

witz des jahrtausends:

"Vielleicht werden wir nie verstehen, was jemanden dazu bringt, seine Mitmenschen zu terrorisieren", kleidete Präsident Barack Obama die Ratlosigkeit der Nation in treffende Worte.

und das aus dem munde eines amerikanischen präsidenten... ist ja an zynismus nicht zu überbieten, odr?
da möchte ich jetzt kommentare von vietnamesen, afghanen, cubanern, irakern und der gesamten afroamerikanischen bevölkerung der usa hören...

Für mich stellt sich die Frage nach der Rolle der Medien bei Amokläufen.

Ich habe den Eindruck, dass bei Amokläufen oft narzisstische Kränkungen schlagend werden und die Aufmerksamkeit geradezu gesucht wird. Täter stilisieren sich als Rächer oder Bösewichte. Medien greifen die Bilder auf, transportieren und verschärfen sie womöglich noch.

Gut zu beobachten an der Mediennation schlechthin: den USA.

"Hilflose Versuche, das Blutbad in Colorado zu erklären"

Ist die Gesellschaft schuld? Ist der Schütze schuld

Ganz falsche Frage!
Amokläufe sind ein extrem seltenes Ereignis.
Wenn es die Gesellschaft wär: Bei 300 Millionen Einwohner in den USA oder 500 Millionen in der EU sind eine handvoll Auszuckte doch nicht mal statistisch erfassbar.
Nehmen wir mal an, dass 10% der Bevölkerung nicht ganz richtig tickt, wären das schon in den USA 30 Millionen potentielle Amokläufer.
Tatsächlich sind es nur der promillste Teil von einem Promille, die tatsächlich ausrasten.

Das ist doch überraschend extrem wenig und Gerät nicht jeder mal kurz in Rage und denkt sich: jetzt is Schluss mit lustig? Aber konsequent zieht das kaum einer durch.
Wir müssen daher fragen: warum so wenige?

stimmt.

es gibt da nicht allzu viel zu erklären und zu ergründen. angebrannte kommen einfach manchmal vor. wieso, dafür gibt's tausend gründe und keinen. seelische erkrankung ist es natürlich, ab wann ist schwer zu sagen, am ehesten kann man sich fragen, hätte man's verhindern können. ein bisserl ein psychopathengeschau hat der typ auf den fotos ja schon, ebenso wie der breivik, aber wenn's danach geht, treff ich jeden tag potentielle amokläufer, weil ein bisserl einen unbehandelten dachschaden haben gar nicht so wenige leute. bei so einem jungen menschen denkt man sich leicht, ja, ist denn den eltern nicht aufegefallen, dass der komisch ist, aber das sagt sich eben auch leicht, und ein bisschen komisch wirken ein bisserl zu gescheite leute bald...

Bei Schizophrenie sind es ca. 1% der Bevölkerung.

Reicht aber auch schon für Ihre Argumentation.

Alle Waffen verbieten

dann gibts so was nicht mehr - oder doch??

dann gibts zweifelsohne weniger Tote!

Wenn der Täter sich von der Todesstrafe auf Mord nicht abhalten lässt

dann wird er sich selbst von der Todesstrafe auf Waffenbesitz nicht aufhalten lassen. Mehr als einmal kann man ihn nicht hinrichten...

hab versehentlich ein grünes gegeben, sry
also so wie da meinen sie?
http://de.wikipedia.org/wiki/Bomb... ahoma_City

das sind beides tragische ereignisse. von menschen gegen andere menschen verübte verbrechen. wollen sie alle einsperren, damit keinem was passiert? darauf läuft´s nämlich hinaus. so schrecklich diese verbrechen waren, so selten sind sie. aber für ein klitzekleines stück mehr sicherheit wollen sie noch mehr freiheit opfern.

Das wär ja dann doch etwas schwierig, weil dann ..

. meine zweijährlichen Darien Gap Touren ins Wasser fallen würden. Ohne Machete und Knarre lässt sich die Tour leider kaum bewältigen. Aber ein Amoklauf gestaltet sich dort eher schwierig, weil man ausser einen Haufen Moskitos und sonstigem Getier keiner Menschenseele begegnet. Ich bin übrigens Pazifist und kann Waffen nicht ausstehen aber manchmal braucht man sie eben ......

Als echter Held des Dschungels

müsste man den "tapón del Darién" auch ohne Schusswaffen (vor allem halb- oder vollautomatischen Schusswaffen) meistern können!

Zumindest, wenn man sich schon rühmt dort alle 2 Jahre seinen Pazifismus und die ach so große Abneigung zu Waffen zu überkommen.

"Schusswaffen in Privatbesitz stellen kein Risiko dar"

"die meisten Waffenbesitzer gehen verantwortungsvoll mit ihren Waffen um"
"man kann die freie Ausübung des (Schieß)Sportes nicht einfach einschränken"
"ein schärferes Waffenrecht hätte die Tat nicht verhindert"
"auch ein Auto ist eine Waffe"

So oder so ähnlich wird es in den nächsten Tagen durch die Medien hallen.
Lasst euch keinen Sand in die Augen streuen- Waffen haben im Gegensatz zu Kraftfahrzeugen nur eine Funktion: Ihr Ziel zu zerstören.
Wer die Waffe trägt, hat Gottes Macht über Leben und Tod in den Händen, Schießen ist kein Sport sondern ein klein wenig von dieser totalen Macht zu kosten.
Und diesen Psychos opfern wir jedes Jahr im Namen der Wirtschaft einige von unseren Kindern, Familienmitgliedern, Freunden, Bekannten,..

wie wollen sie die privaten alle entwaffnen?

vielleich kann man dafür sorgen, dass in zukunft niemand mehr legal eine waffe erwerben kann.ok. aber wie wollen sie illegale beschaffung verhindern und wie wollen sie die leute rausfinden, die illegal eine waffe besitzen?
das ist zwar sicherlich ein hehres ziel, aber es bleibt ein wunschtraum. ein unrealistischer.
die kriminellen bewaffnen sich und die, die sich sonst an die gesetze halten, werden immer weiter staatlich entmündigt. na toll..

Ich denke, wenn ein Einbrecher in Österreich auf ..

. Tour geht, ist die Bereitschaft für ihn sicherlich geringer eine Waffe mitzunehmen als in den USA, wo nahezu in jedem Haushalt eine Waffe anzutreffen ist. Ein Umfeld mit vielen Waffen zwingt auch die Verbrecher dazu Waffen zu tragen ....

Wie die Erfahrung zeigt wird umgekehrt ein Schuh draus.

Der eine oder andere sollt tatsaechlich besser keine Waffe besitzen :-)

"ein klein wenig von der totalen Macht kosten"
jo eh jo...

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