Ende der Billig-T-Shirts

22. Juli 2012, 17:39
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Schwarzbuch Baumwolle. Was wir wirklich auf der Haut tragen

Baumwolle ist eine sehr wichtige Nutzpflanze. Die stark steigende Nachfrage nach Baumwollstoffen, insbesondere, wenn sie nach ökologischen Gesichtspunkten hergestellt werden, war Grund für dieses angenehm unaufgeregte, sehr informative Buch. Darin werden wirtschaftliche, ökologische und soziale Aspekte von Baumwolle erklärt und in Verhältnis zu anderen Fasern - Naturfasern ebenso wie Chemiefasern - gestellt.

Dabei zeigt sich, dass Baumwolle noch immer ungeschlagen ist, was viele Eigenschaften betrifft. Wachsender Wohlstand, zunehmende Bevölkerungszahlen und nicht zuletzt ein immer schnelleres Modediktat bringen es mit sich, dass die Nachfrage auch nicht abreißen wird.

Doch der informierte Konsument will immer mehr Öko-Ware. Bekannt ist, dass die Pflanze beim Wachsen viel Wasser braucht - der ausgetrocknete Aralsee in Zentralasien ist ein mahnendes Beispiel dafür. Bekannt ist auch, dass die Ernte der Frucht eine arbeitsintensive, heikle Sache ist, die den Feldarbeitern häufig wenig Lohn einbringt.

Engelhardt geht den vielen Fragen rund um ökologisch gezogene Baumwolle nach. Ist fundierte Nachhaltigkeit angesichts des Wasserbedarfs überhaupt möglich? Ist der ökologische Fußabdruck, den Baumwollanbau und -verarbeitung hinterlässt, außergewöhnlich hoch? Engelhardt spricht von Peak Cotton - seiner Meinung nach sind Öko-Baumwolle enge Grenzen gesetzt. Aber auch die Zeit der billigen T-Shirts geht zu Ende. (Johanna Ruzicka, DER STANDARD, 23.7.2012)

Andreas Engelhardt: "Schwarzbuch Baumwolle. Was wir wirklich auf der Haut tragen", Deuticke 2012

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