Arbeitslosengeld via Internet

22. Juli 2012, 17:36
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36 Prozent mit E-Konto - Nutzung schwach ausgeprägt

Wien - Dem Internet vertrauen die Vorarlberger noch nicht so recht - zumindest wenn es um das Arbeitslosengeld geht. In keinem anderen Bundesland nutzen bisher so wenige Bürger die Möglichkeit eines elektronischen AMS-Kontos. Das Projekt wurde vor einem Jahr eingeführt, mit der Absicht, die Mitarbeiter des Arbeitsmarktservice von Verwaltungstätigkeiten zu entlasten.

Eine Zwischenbilanz zeigt: Die meisten E-AMS-Konten gibt es in Oberösterreich und Salzburg. Knapp über 40 Prozent der beim AMS vorgemerkten Personen können dort bereits elektronisch mit ihrem zuständigen AMS-Mitarbeiter kommunizieren. Im Bundesschnitt sind es 36 Prozent, in Vorarlberg nur 28 Prozent.

Schwache Nutzung

Grundsätzlich werde jeder Arbeitslose gefragt, ob er ein solches Konto haben will, heißt es beim AMS. Den mit Abstand höchsten Anteil gibt es bei Akademikern - mit rund 94 Prozent.

Der Zusammenhang zwischen Ausbildungsstand und Internet-Affinität ist eindeutig: Bei Menschen, die nur einen Pflichtschulabschluss haben, sinkt der Anteil auf 21,8 Prozent. Frauen nutzen den elektronischen Kontakt mit den Jobvermittlern deutlich häufiger als Männer.

Geht es um die für die Betroffenen wichtigste Leistung des AMS, nämlich die Auszahlung des Arbeitslosengeldes, ist die Nutzung aber noch erstaunlich schwach ausgeprägt. Nur rund drei Prozent aller Anträge wurden in den vergangenen zwölf Monaten via E-Konto gestellt, bei Akademikern sind es neun Prozent.

Genutzt werden kann das Konto freilich auch für andere Serviceleistungen. Der AMS-Betreuer kann den Kunden offene Stellen zukommen lassen, für die sie sich bewerben müssen. Die Arbeitslosen können beispielsweise Krankenstände online melden.

Wenig Firmenkonten

Über die Projektkosten kann man beim AMS keine Auskunft geben. Personal durfte jedenfalls keines eingespart werden - darauf bestand der Betriebsrat.

Bei den Firmen, die regelmäßig mit dem AMS zusammenarbeiten, hält sich die Nutzung von E-Konten ebenfalls noch in Grenzen. Zehn Prozent haben sich bisher registriert. Dass es nicht mehr sind, führt man beim AMS auf eine bereits seit Jahren bestehende elektronische Jobplattform zurück. " Das ist eine gewisse Konkurrenz", heißt es. Auf Unternehmerseite sind die Vorarlberger deutlich aktiver. Mit 25 Prozent weisen sie den höchsten Anteil aller Bundesländer auf. (Günther Oswald, DER STANDARD, 23.7.2012)

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